Stellungnahme zu den Postschließungen

By admin um 19:26 am Dienstag, Dezember 16, 2008

Zur aktuellen Diskussion um die Postschließungen in Sundern und Arnsberg erreichte uns ein Leserbrief, den wir nachfolgend voröffentlichen. Der Autor bezieht sich dabei auf eine Stellungnahme des ehemaligen FDP Bundestagskandidaten Rolf Brand in der hiesigen Presse:

Der Leserbrief von Herrn Brand bedarf einiger Ergänzungen und
Klarstellungen:
So sind es keinesfalls nur die SPD und die Grünen, die ihre Bedenken
gegen die Schließung der Postfilialen in Arnsberg und Sundern äußern.
Auch die Handwerkskammer in Arnsberg zählt dazu, das sicher nicht ohne
Grund und meiner Meinung nach auch zu Recht. So wird es für die Post AG
immer schwieriger, einen geeigneten Partner zu finden, weil die
gezahlten Vergütungen in den letzten Jahren drastisch gekürzt wurden. In
Stockum ist es der Post bis heute nicht gelungen, einen Partner zu
finden und das ist keineswegs ein Einzelfall. Auch in Oeventrop gab es
fast einen Monat keinen Ersatz für die geschlossene Partnerfiliale.
Selbst wenn dann ein Partner gefunden wird, kann man noch lange nicht
von einem „vollwertigen Ersatz“ für die posteigenen Filialen sprechen.
Herr Brand geht von den Idealvorstellungen aus, wie sie von dem
Pressesprecher der Post AG verbreitet werden. Die Realität sieht leider
anders aus. In Oeventrop, einem Ort von immerhin fast 7000 Einwohnern,
werden seit Mitte 2006 keine Postbankdienste mehr angeboten. Die Kunden
sind also gezwungen, nach Arnsberg oder Freienohl zu fahren, um von
ihren Konten Geld abzuheben. Als „Alternative“ bleibt nur die
kostenpflichtige Abhebung an den Geldautomaten der Konkurrenz. Außerdem
hat der Vertriebspartner schon dreimal gewechselt. Beim letzten Wechsel
wurden die neuen Partner drei ganze Tage angelernt, wie man da von einer
„qualifizierten Ausbildung“ sprechen kann, ist mir ein Rätsel. So sieht
also der „vollwertige Ersatz“ der Postfilialen in Oeventrop aus. Aber
der Pressesprecher hat ja auch nur von einem „vollwertigem Postservice“
gesprochen. Sollen hier vielleicht die beim DHL-Abenteuer in den USA
verschwendeten Millionen auf Kosten der Kunden und der Beschäftigten
wieder hereingeholt werden?
Nun zu den Warteschlangen in Arnsberg:
Vor der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft betrieb die Post in
Arnsberg zwei Filialen, Gutenbergplatz und Neumarkt, mit insgesamt vier
Schaltern, die alle ausgelastet waren. Im Zuge der Privatisierung
wurden beide Standorte geschlossen und von einer Tochter der neuen Post
AG die Filiale am Europaplatz eröffnet. Diese hatte jedoch nur drei
Schalter, von denen einer auch noch oft geschlossen war. Das es da zu
Warteschlangen kommen musste, war vorhersehbar und lag nicht an der
Motivation der neuen Mitarbeiter, die übrigens schlechter bezahlt
wurden, länger arbeiten mussten und weniger Urlaub bekamen. Erst nach
massiven Beschwerden der Kunden wurde für teilweise Abhilfe gesorgt.
Natürlich gibt es auch einige positive Beispiele, wie die Filiale in
Hüsten, leider aber zu wenige. Gerade im ländlichen Bereich ist der
Service schlechter geworden, da nützen auch die längeren Öffnungszeiten
nichts.
Was nun den Service auf dem Handymarkt betrifft: Wer schon einmal
versucht hat, bei einer der oft teuren Hotlines der privaten
Telefongesellschaften einen sachkundigen Mitarbeiter zu erreichen, wird
die Meinung von Herrn Brand vom besseren Service sicher nicht teilen.
Denn das ist der Preis für die gesunkenen Telefonkosten. Die
Privatisierung bringt eben nicht nur Vorteile für den Kunden, auch wenn
das bestimmte Parteien immer wieder behaupten. Ein weiteres
Negativbeispiel ist die Deutsche Bahn AG.

Dietmar Schiwek
Am Bahnhof 5
59823 Arnsberg

Filed under: Uncategorized kommentieren »