Erhalt Krankenhaus Balve

By admin um 22:00 am Donnerstag, Januar 26, 2012

Folgenden Resolutionstext hat die Ratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen für die kommende Ratssitzung am 9.2. beantragt:

 

Der Rat der Stadt Sundern macht sich große Sorgen um den Erhalt des St. Marienhospitals in Balve. Er wird sich für den Erhalt des Krankenhauses einsetzen und mit dem Rat der Stadt Balve ein gemeinsames Konzept erarbeiten, das zur Rettung des Marienhospitals in Balve beiträgt.

Für die Bürgerinnen und Bürger des oberen Röhrtales ist das Krankenhaus unverzichtbar. Insbesondere für den Fremdenverkehr für den Bereich Stockum, Dörnholthausen, Allendorf und Amecke ist das Krankenhaus eine sehr wichtige Entscheidungshilfe und trägt so zur Infrastruktur des heimischen Raumes bei.
Ohnehin wird es, gerade für unsere ländliche Region, immer schwieriger, die ärztliche Versorgung vor Ort zu sichern. Die zahlreichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Balve leisten hervorragende Arbeit und verdienen unseren Respekt und unsere Anerkennung

Filed under: Uncategorized kommentieren »

Beschwerde an Remondis Olpe:(02761) 9230

By admin um 9:48 am Mittwoch, Januar 25, 2012

Zur Nichtabholung der gelben Säcke folgender Nachtrag:

Nicht nur in Stockum sondern auch in anderen Ortsteilen (Amecke, Langscheid,Brenschede etc) wurden die Gelben Säcke straßenweit nicht abgeholt. Remondis weigert sich allem Anschein nach die Abfuhr nachzuholen.

Proteste gegen diese unverständliche Haltung des Entsorgers sollten an Remondis Olpe Tel. 02761/9230 gerichtet werden.

Filed under: Uncategorized kommentieren »

Entsorgung gelbe Säcke

By admin um 22:55 am Dienstag, Januar 24, 2012

Am Freitag war eigentlich der erste richtig winterliche Tag in diesem Winter.

Es lag Schnee.

Was eigentlich in anderen Wintern normal ist führte offensichtlich im Bereich der Müllentsorgung zum Chaos:  im Ortsteil Stockum beispielsweise wurden in einigen Straßen die Gelben Säcke nicht abgefahren (Am Rehberg und Ehu).

Wie soll das erst werden wenn der Winter nochmal richtig kommt?

Ein Anwohner hat heute morgen versucht nachzufragen wann denn die Entsorgung endlich nachgeholt würde, da die Säcke nun seit 4 Tagen an der Straße lägen und die Ratten anziehen würden.

Er wurde von Pontius nach Pilatus verbunden. Die Stadt teilte mit, dass sie nicht zuständig sei und er sich an den Entsorger wenden müsse. Der Entsorger (Remondis in Olpe) teilte mit, dass er die Säcke nicht abholen würde, da sie nicht dazu verpflichtet wären. Nach seinen Erkentnissen aus dem Vorgang gibt es wohl zentrale Verträge die landesweit abgeschlossen wurden und den Entsorger angeblich  nicht dazu verpflichten die Säcke nachzufahren.

Sollte dies so stimmen, so wäre das eine ziemliche Unverschämtheit, denn der Verbraucher zahlt schließlich bei seinen Einkäufen über den gelben Punkt eine hohe Gebühr für diese private Müllentsorgung .

Heute jedenfalls liegen die Müllsäcke noch an der Straße und locken die Ratten an. Die Anwohner wurden nicht informiert was mit dem Müll passiert.

 

 

 

Filed under: Uncategorized kommentieren »

Fraktionssitzung am 25.1.

By admin um 12:05 am Donnerstag, Januar 19, 2012

Die nächste Fraktionssitzung der grünen Ratsfraktion findet am Mittowch den 25.1. um 19.30 Uhr im Fraktionsraum im Rathaus statt.

 

Folgendes steht auf der Tagesordnung:

 

1. Nachlese Ratssitzung

– Abholzung im Kurpark Langscheid

– Radverkehrsbeauftragter

2. Resolution zum Erhalt des Kankenhaus Balve

3. Stemeler Entsorgungsbetrieb

4. Gemeinsame Vorgehensweise mit den Arnsberger Grünen zum Erhalt der Röhrtalbahn

5. Verschiedenes

Die Sitzung ist öffentlich. InteressentInnen willkommen.

 

Antonius Becker

Fraktionsvorsitzender

Filed under: Uncategorized kommentieren »

Intensivierung der Wälder und ihre Folgen

By admin um 20:14 am Mittwoch, Januar 18, 2012

Der Ossenstein in Sundern Dörnholthausen ist ein altes Kulturdenkmal im Waldgebiet der Homert. Angeblich soll der Felsen, der in unmittelbarer Nähe zur Quelle des Stockumer Bachs/Settmecke liegt,  eine alte germanische Kultstätte sein. Im ersten vorchristlichen Jahrtausend siedelten die Bewohner des Sauerlandes auf diesen Höhen, von daher ist es schon sehr wahrscheinlich, dass der Ossenstein eine kultische Bedeutung für die Bewohner besass. Heute gibt es nur wenige Zeugnisse dieser alten Geschichte: Vor allem Gräber und alte Hohlwege  in den Wäldern zeugen von dieser Besiedlung die noch wenig erforscht ist.

Der *Fortschritt* hat auch in diesen entlegenen Waldgebieten Einzug gehalten. Er wird es  zukünftigen Generationen, unmöglich machen die  wenigen Zeugnisse der Besiedlung zu erforschen: Während über Jahrhundete Waldwirtschaft nur mit einfachem Gerät und ohne Chemikalieneinsatz ausgeübt wurde werden seit wenigen Jahren,   unterstützt durch die Forstbehörden,  die kargen Böden mit schwerem Gerät bis auf den Fels großflächig  gefräst und gehäckselt um die Waldflächen in intensiv genutzte Schnittgrünkulturen mit exotischen Gehölzen umzuwandeln. Die Wege werden verbreitert und zur *Waldautobahnen* ausgebaut. Dadurch werden  Spuren von eventuellen Gräberfeldern oder andere Zeichen einer bronze – oder eisenzeitlichen Besiedlung  vollkommen zerstört.

 

Filed under: Uncategorized kommentieren »

Erhalt des Krankenhaus Balve

By admin um 19:09 am Sonntag, Januar 15, 2012

Für den Erhalt des Krankenhauses in Balve wurden bisher 9000 Unterschriften gesammelt. Auch aus Sundern gab es erheblichen Zuspruch für den Erhalt des Krankenhauses, da es für die Nahversorgung des westlichen Stadtgebiets  eine große Bedeutung besitzt. Allein aus dem Bereich Stockum konnten fast 500 Unterschriften an den Sprecher der Balver Heimwacht Herrn Arens überreicht werden.

Für die kommende Ratssitzung am 9.2. ist eine Resolution für den Erhalt des Krankenhauses geplant.

Filed under: Uncategorized kommentieren »

Reaktivierung von Schienenstrecken: Erfahrungen in NRW

By admin um 12:52 am Mittwoch, Januar 11, 2012

Liebe  ÖPNV-Interessierte,

die Röhrtalbahn (www.roehrtalbahn.de) von Neheim-Hüsten nach Sundern steht zur Reaktivierung an.
Das ist die Botschaft aufgrund der positiven beiden Gutachten für diese Bahnverbindung und der politischen Entscheidungen in den letzten Monaten.
Um die Rahmenbedingungen für diese Reaktivierung zu beleuchten laden wir euch am

Donnerstag, 12.1.2012 um 19:10 ein zum Vortrag

Reaktivierung von Schienenstrecken – Erfahrungen in NRW

in das neu renovierte Bahnhofsgebäude Arnsberg(Westf) ein.
Der Vortrag findet im Raum 6 im Erdgeschoss des rechten Flügels (aus Richtung Stadt)  statt.

Referent ist Lothar Ebbers von Pro Bahn NRW aus Oberhausen. Ebbers ist ausgewiesener Bahnexperte. Er kennt jede Weiche in NRW mit Vornamen.

Im Vortrag soll aufgezeigt werden mit welchen Benachteiligungen Bahnstrecken wie die „Nichtbundeseigene Eisenbahn“ (NE) Röhrtalbahn vor der Bahnreform belastet waren und was sich seither geändert hat. Es geht um Voraussetzungen für erfolgreiche Reaktivierungen und daraus gesammelte Erfahrungen.

Der Bahnhof Brilon Stadt wurde, nachdem dort 37 Jahre lang nur noch Güterverkehr statt fand, vor 4 Wochen wieder über Brilon Wald an Bestwig, Dortmund, Korbach angebunden. Einmal in der Woche fährt der letzte Zug samstags um 22:31 sogar nach Kassel. Über erste Erfahrungen damit werden wir berichten.

Die Veranstaltung endet ca. 21 Uhr. Für weitergehende Fragen und Diskussionen gilt ein Ende bis spätestens vor der Abfahrt der Züge:
21:56 über Oeventrop, …, Meschede, … nach Brilon Stadt (verkehrt als RE 10793 bis Bestwig, danach als RE 10799)
22:01 über Neheim-Hüsten, … nach Hagen

Bei Teilnahme wäre eine kurze Mail an StWeh@aol.com sehr nett zur besseren Abschätzung der Bestuhlung.

 

Mit freundlichen Grüßen
Susanne Ulmke

****************************
Arbeitskreis lokale Agenda 21
Vosswinkelerstr. 64
59757 Arnsberg
***********************************
Bei Fragen zurm Agendaarbeitskreis:
Sprecher Rainer Fischer
02932/4201
Weitere Infos unter:
www.roehrtalbahn.de

Filed under: Uncategorized kommentieren »

Leserzuschrift zu *Radweg statt Bahnlinie????*

By admin um 11:43 am Mittwoch, Januar 11, 2012

 

Die Stellungnahme *Radweg statt Bahnlinie???* stand heute auch in der Tagespresse. Wir erhielten daraufhin die nachfolgende Leserzuschrift als email: Wie immer gilt auch hier: Leserzuschriften geben nicht die Meinung der Redaktion wieder!

 

 

Guten Morgen!

grins,
Ihr Leserbrief in der WP am 11.1.12 ist ja wohl eine Lachtablette.
Die zahlreichen mehr oder weniger verkehrsbelasteten Bahnübergänge, als da wären:

Sundern-Flamke,
2 x Stemel,
die Anwohnerquerungen am Lindhövel,
2 x Hachen
an der WEPA in Müschede

sorgen für weitere Staubildung und daher Umweltbelastung.
Ich bin absolut gegen die Reaktivierung des Pengel-Anton und werde das mit mir allen möglichen Mitteln verhindern.

Im übrigen nehme ich Sie als „Politiker“ in allen Belangen nicht ernst!

MfG
A.Pohen

arnold@pohen.org

Filed under: Uncategorized kommentieren »

Radweg statt Bahnlinie?????

By admin um 21:50 am Montag, Januar 9, 2012
Vermehrt melden sich zur Zeit Radfahrer zu Wort, die einen vernünftigen Radweg durchs Röhrtal fordern um endlich die für Radfahrer absolut gefährliche Situation zwischen Sundern- Stemel -Hachen- Müschede  zu verbessern und gleichzeitig aus touristischen Gründen eine Anbindung des  Ruhrtalradweg an den Radweg um die Sorpetalsperre  zu bekommen.
Diese Forderung ist richtig , berechtigt und die Umsetzung einer solchen Radwegeverbindung dauert schon viel zu lange. Hier besteht die dringende Notwendigkeit einer überörtlichen koodinierten Radwegeplanung.
Verwundert bin ich allerdings darüber, dass einzelne Radfahrer offensichtlich die einzig mögliche Umsetzung eines solchen Radwegs darin sehen, dass die Trasse der noch in Betrieb befindlichen Röhrtalbahn benutzt wird. *Die beste Lösung für die Röhrtalbahn ist die Nutzung als Radweg* so heißt es beispielsweise in einem Schreiben eines Radfahrers an die Grünen. Welche Umweltpolitik soll hier gegeneinander ausgespielt werden?
Haben die oder der Radfahrer nicht mitbekommen, dass die Röhrtalbahn eine wichtige bestehende Infrastruktureinrichtung des Mittelzentrums Sundern ist? Ohne die Röhrtalbahn, wäre die Holzmengen nach Kyrill nicht so problemlos aus unserer Region abgefahren worden. Doch *Dank* hat die Röhrtalbahn nicht dafür erhalten: Die Infrastrukturmittel aus dem EU Sondertopf Kyrill wurden leider ausschließlich in Waldwege gesteckt und  nicht in die Bahnstrecke. Und: Auch in Sundern gibt es noch viele mittelständische Beriebe, die die zukunftsorientierte Notwendigkeit eines Erhalts der Trasse für den Güterverkehr sehen.
und auch für Pendler, Urlaubsreisende, Jugendliche und Senioren ist eine Wiederherstellung des Personenverkehrs auf der Röhrtalbahn attraktiv.
Die Röhrtalbahn und ein vernünftiger Radweg durch Röhrtal schließen sich nicht gegenseitig aus! Im Gegenteil: Der VCD hat schon vor über 10 Jahren eine Konzeption für einen Radweg durchs Röhrtal vorgestellt und im Bereich Arnsberg wird auch daran gearbeitet: In Müschede müßte eine solche Trasse parallell zur Röhrtalbahn verlaufen. Zwischen Hachen und Stemel ist eine Trasse entlang des Wassergrabens möglich. Eine direkte Anbindung an den Sorperadweg kann von hier erfolgen. Von Stemel nach Sundern kann die Straße durchs Gewerbegebiet genutzt werden, ein vernünftige Anbindung könnte über das Schmackegelände erfolgen.
Die Grünen haben in einer der letzten Ratssitzungen gefordert, dass in der Stadtverwaltung Sundern eine Ansprechstelle geschaffen wird, die  Radwegekonzeptionen erstellt und für die Umsetzung sorgt. Der Bürgermeister hat daraufhin Herrn Schadow mit dieser Aufgabe betraut. Wir können nur hoffen, dass der Bürgermeister ihn mit genügend Kompetenzen ausstattet um hier zu einer umweltpolitisch vernünftigen Lösung zu kommen.
Matthias Schulte- Huerman
Ratsmitglied Bündnis 90/Die Grünen
Filed under: Uncategorized kommentieren »

Affäre Wulff/Bild: Kommentar aus der TAZ

By admin um 10:38 am Sonntag, Januar 8, 2012

aus www.taz.de

07.01.2012
DER FELDZUG DER „BILD“ PASST INS BILD DER EITLEN MEDIEN
Diekmanns Anmaßung
KOMMENTAR VON ULRICH SCHULTE

Am Freitag hat der Bild-Chef zum ersten Mal in der Affäre des Bundespräsidenten selbst einen Kommentar verfasst. Wer den Fall Christian Wulff zu einem Machtkampf zwischen ihm und Bild aufpumpe, „der geht wahrhaft völlig in die Irre“, schreibt Kai Diekmann. Medien stellten Fragen und decken Fehler auf. „Aber Sie entscheiden nicht.“
Mit diesem Satz tut Diekmann etwas sehr seltenes. Er macht sich ganz bewusst kleiner, als er ist. Und natürlich entscheidet Bild in der Äffare Wulff mit, natürlich macht das mächtigste deutsche Medium gerade Politik.

Ein mächtiger Vorwurf steht im Raum: Wulff – immerhin nominal die höchste Staatsinstanz – will mit seiner lächerlichen Mailbox-Aktion lediglich um einen Aufschub gebeten haben. Die Bild-Zeitung behauptet, er wollte die Berichte stoppen, also Zensur ausüben.
Nun kann man vieles über Bild behaupten, eines aber gewiss nicht: Dass sie besondere Skrupel bei Veröffentlichungen habe, die die Intimsphäre von Menschen betreffen. Ethische Überlegungen sind in der Bild-Logik vernachlässigbar, ebenso juristische Bedenken. Bild schreckt zurück, weil sie Wulffs Intimsphäre akzeptiert, oder weil der Presserat aufjaulen könnte? Ach was. Nein, wenn der Bild-Chef und seine Redaktion wirklich an schneller, transparenter Aufklärung interessiert wären, würden sie den Text einfach drucken.
Diekmann tut es bewusst nicht. Weil es ihm um eine Machtdemonstration geht, weil er die Affäre des Präsidenten im Moment nach seinen Regeln inszeniert, weil er dem Reiz, selbst Politik zu machen, nicht widersteht.
Scheinbare Demut

Wie professionell und geschickt er dabei vorgeht, ließ sich am Donnerstag beobachten: Bild bittet den Bundespräsidenten scheinbar demütig, den Wortlaut seines Anrufs bekannt geben zu dürfen, an den er sich selbst nicht mehr erinnert. Und akzeptiert scheinbar generös seine Ablehnung.
Wulff steht – natürlich völlig zu Recht – als Aufklärungsverhinderer dar. Und Bild als seriöses Blatt, dass den Tabubruch scheut. Welche Perfidie – Bild stellt sich noch einmal über den eh schon demütigen Präsidenten.
Das wird erst dann vollends zu einer Farce, wenn man weiß, dass Bild-Leute seit Tagen mit Wulffs Sätzen bei anderen Medien hausieren gehen. Gerne lesen die Kollegen aus der Abschrift am Telefon vor, ausschließlich „unter 3“ versteht sich. Diese Formel steht im journalistischen Sprachgebrauch dafür, dass die lancierte Information nicht in Berichten verwendet werden darf. Der Bild-Chef, der in seinem Haus ein strenges Regiment führt, weiß natürlich von diesem Durchstechen, ja er tut es sogar selbst.
Wer einer Mailbox droht…
Derweil wird dem Bundespräsidenten vorgeworfen, er betreibe eine Salamitaktik. Warum fragt niemand, warum Bild scheibchenweise informiert? Diekmanns Kalkül liegt dabei auf der Hand: Irgendwer wird Wulffs Sätze schon veröffentlichen. „Bild“ stünde dann – quasi neutral – daneben, hätte andere Medien auf die eigene Seite gezogen und immer noch die letzte Hoheit über den Skandal. Denn die Bild-Leute stechen nur Passagen durch.
So schüren sie eine für sie hochproduktive Ungewissheit in Politik und Medien: Was kann da noch kommen? Für Diekmann ist das die machtvollste Position überhaupt. Er strickt am Mythos, von dem das Blatt lebt: Die letzte Patrone liegt in der Schublade von „Bild“. Daran ändert auch die neueste Wendung nichts: „Bild“ hat dem Präsidenten die Abschrift zukommen lassen. Er weiss jetzt also, womit er erpresst werden kann.
Auch der taz liegt Wulffs Botschaft in Teilen vor. Ob der Bundespräsident gelogen hat oder nicht, lässt sich aus den wenigen Sätzen nicht herauslesen. Was aber als bestürzende Erkenntnis bleibt, ist die wirre Hilflosigkeit, mit der das Staatsoberhaupt da einer Mailbox droht.
Dies abzuhören muss ein Fest für den machtbewussten Bild-Chef gewesen sein. Und er tut alles, um dieses Gefälle aufrechtzuerhalten. Gegen die Professionalität, mit der das Blatt gerade seinen Spin der Geschichte durchsetzt, wirkt der Bundespräsident wie ein getriebener Dilettant. Entscheiden kann der, um noch einmal das Motiv von Diekmanns Kommentar aufzunehmen, der Macht hat.
Das Ende der Beobachtung
Damit kein falscher Eindruck entsteht: Mitleid mit Christian Wulff ist fehl am Platze. Er hat Bild und allen anderen Medien jede nur denkbare Vorlage gegeben, um harte Nachfragen und Recherchen zu rechtfertigen. Bild-Redakteure haben die Enthüllungen über Wulffs Vorleben mit ihren Recherchen angestoßen, die Zeitung hat in der Affäre viel aufgeklärt. Und auch das sei gesagt: Nicht nur Bild inszeniert. Auch andere Medien, die taz eingeschlossen, planen Berichterstattung dramaturgisch, um möglichst großen Effekt zu erzielen, oder spielen über Bande, wenn es ihren Interessen dient.
Doch was Diekmann mit der Bild-Zeitung gerade macht, ist eine Grenzverletzung. Die Zeitung gibt ihre Beobachterfunktion weitgehend auf und verfolgt nur mehr das Ziel: Wulff soll zur Strecke gebracht werden.
Dahinter steht die Anmaßung, ein Medium solle und könne über Wohl und Wehe eines Politikers entscheiden. Bild inthronisiert und entlässt – Parteien oder die Bürger sind nur noch Spielbälle. Auch diese Verletzung journalistischer Ethik ist kein Alleinstellungsmerkmal des Boulevardblatts.
Wer den Hype um Peer Steinbrück verfolgt hat, hatte schnell den Eindruck, der Mann sei bereits SPD-Kanzlerkandidat. Das ihm die demokratische Legitimation fehlte sowiedas Einverständnis der Partei spielte für allzu viele Journalisten keine Rolle.
Bild, immerhin, hat sich mit dieser Attitüde im vergangenen Jahr schon einmal verhoben. Sie gab Karl-Theodor zu Guttenberg unverhohlen Rückendeckung und scheiterte damit, einen ramponierten Minister aller Vernunft zum Trotz im Amt halten zu wollen. Jetzt wiederholt sie das Experiment, mit umgekehrtem Ziel – der Ausgang ist offen. Diekmann hat sich in den vergangenen Tagen im Schaukampf zweier Männer um das oberste Staatshaupt gefallen. Die Bürger stehen als Zaungäste daneben. Ihre Marginalisierung sollte beunruhigen.

 

 

 

 

 

 

 

Filed under: Uncategorized kommentieren »
Nächste Seite »