Schulausschuss: CDU will eigenen Antrag nicht beraten

By admin um 21:26 am Donnerstag, August 23, 2012

Heute tagte der Schulausschuss in der Hauptschule Sundern. Vor der Sitzung wurden die umfangreichen Umbaumaßnahmen in der Hauptschule besichtigt, die sich mit einem Gesamtvolumen von 7 Millionen Euro erheblich verteuert haben.

Zu Beginn der Tagesordnung beantragte für die CDU Fraktion Stefan Lange überraschend  die Absetzung des Tagesordnungspunktes *Entwicklung der weiterführenden Schulen in Sundern (Sekundarschule)*.

Er begründete den Antrag damit, dass die Verwaltungsvorlage zum Thema zu kurzfristig gekommen sei und die CDU da noch Beratungsbedarf habe.  SPD und FDP stimmten dem Antrag zu, ich enthielt mich weil ich die *Argumentation* der CDU für vorgeschoben hielt.

Noch unverständlicher wird der Rückzieher der CDU, wenn man weiß, dass die Beratung zum Thema Sekundarschule auf einen Antrag der CDU zurückgeht: Genau vor einem Jahr hatte die CDU beantragt: *In einer der kommenden Sitzungen des Schulausschusses sollte dieses bedeutsame Thema  eine angemessene Informationsplattform sein.*

Ein Jahr ist vergangen und heute bestand  endlich die Möglichkeit diese Informationsplattform zu nutzen. Doch was  macht die CDU: sie vertagt bis auf nimmerwiedersehen.

In ihrem Antrag vom 12.8.2011 hieß es noch:

*Um aber das gegliederte Schulsystem nach dem Abgang von der Grundschule und hier vornehmlich den Hauptschulzweig in seiner jetzigen Struktur vorerst noch sicher zu können , soll bei Bedarf das bestehende Bildungs- und Schulwesen künftig um die sogenannte Sekundarschule ergänzt werden. Diese kann unter anderem unter einem Dach Haupt- und Realschule sowie den Gymnasialzweig kooperativ zusammenfassen.*

Bürgermeister Lins hatte auf diesen Antrag folgendes geantwortet: *Wegen der aktuell vorrangigen Beratungen und Arbeiten in der Verwaltung insbesondere betreffend Grundschulstandorte, VHS Arnsberg- Sundern, Inklusion u.a. schlage ich vor das Thema für die erste Sitzung des Ausschusses in 2012 vorzumerken.*

Und heute im August 2012 , als das Thema dann endlich auf der Tagesordnung stand, ist der CDU eine Beratung zu früh???

Offensichtlich hatte die CDU nur Angst davor, dass sie mit ihrem schwammigen Antrag nun endlich Farbe bekennen mußte:

Wenn eine Sekundarschule zum 1.8.2013 eingerichtet werden soll, muß bis zum 30.11.2012 der Antrag bei der Bezirksregierung vorliegen. Vorangegangen sein muss eine Elterninformation und Befragung um den Bedarf für eine Sekundar- (oder Gesamtschule) zu ermitteln.

Um eine öffentliche Diskussion über die zukünftige Schulform der weiterführenden Schulen in Sundern zu erreichen wäre eine solche Diskussion auf jedenfall sinnvoll gewesen.

Doch mit den Vertagungstricks der CDU ist diese erstmal hinfällig.

 

Matthias Schulte- Huermann

Mitglied im Schulausschuss

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Sekundarschule oder Gesamtschule für Sundern?

By admin um 21:57 am Dienstag, August 21, 2012

Nachdem sich die vorangegangenen Sitzungen des Schulausschusses vor allem mit der Frage der Grundschulen beschäftigt haben stehen in der kommenden Sitzung   (Donnerstag um 17.30 Uhr in der Hauptschule)  vorrangig die weiterführenden Schulen auf der Tagesordnung:

In der Vorlage der Verwaltung heißt es dazu:

*Es wird um Beratung über die Sekundarschule im Allgemeinen und im

Besonderen um Entscheidung über die Durchführung einer Elternbefragung
gebeten.*

Die Sekundarschule ist eine neue vom Landtag beschlossene Schulform, in der Haupt- und Realschule zusammengefasst werden.

In der Verwaltungsvorlage heißt es weiter sinngemäß:
* Es besteht zur Zeit auf Grund
der Schülerzahlentwicklung keine Dringlichkeit für eine Entscheidung zur
Änderung der Schulformen. Allerdings seien auf Grund der mittel- langfristig
rückläufigen Schülerzahlen, des veränderten Schulwahlverhaltens nach dem
Wegfall der verbindlichen Grundschulempfehlung und der verstärkten
Einführung von Sekundarschulen in den Nachbarkommunen , und möglichst
bruchfreier Bildungsbiografien Überlegungen für zukunftsfähige Schulformen
sinnvoll.*
Im weiteren werden 2 geeignete Modelle für Sundern vorgestellt:
A. Errichtung einer Gesamtschule mit Oberstufe
Hierzu meint die Verwaltung : *Eine solche Gesamtschule wäre nach den Schülerzahlen
grundsätzlich denkbar, aus schulischer Sicht und aus Sicht der
Schulverwaltung aber mit derzeit 1800 Schüler nicht zu befürworten.*
B. Errichtung einer Sekundarschule die mit dem Gymnasium kooperiert
2013/14 wäre sie im Jahrgang 5 7-zügig. Langfristig 4 zügig gesichert. Nach
Ansicht der Verwaltung wäre eine teilintegrative Form (Kurssystem nach
jeweiligen konkreten Stärken) sinnvoll.

Desweiteren wird vorgeschlagen eine Befragung der 3. und Viertklässlereltern
durchzuführen. Dazu könnten die Grundschuleltern in Schriftform, über
Informationsveranstaltungen und über das Internet informiert werden.
Weiter heißt es in der Vorlage, dass sich die Schulleiter wünschen, dass aus dem
politischen Raum das Gespräch mit Ihnen gesucht wird.

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Radwege: Fragen an den Radwegbeauftragten

By admin um 21:42 am Montag, August 20, 2012

An den Radwegbeauftragten der Stadt Sundern

Herrn Schadow

 

Sehr geehrter Herr Schadow,

 

seit einigen Monaten ist der Fußweg zwischen Sundern und Stemel im Bereich des Hölzchens gesperrt. Dieser Weg wird u. a. aus Sicherheitsgründen von Fahrradfahrern genutzt. Eine baldige Benutzung wäre wünschenswert.

 

Der Waldweg zwischen Sundern und Stemel (oberhalb der alten Kläranlage) wird von Spaziergängern, Läufern und Fahrradfahrern genutzt. An einem Steilstück wäre es sinnvoll den Schotteraufbau zu erneuern.

 

Der Radweg zwischen Westenfeld und Sundern steht vor der Fertigstellung. Wie geht es dann bis zur Innenstadt sicher für Fahrradfahrer weiter?

 

Ich würde es begrüßen, wenn wir einen Ortstermin an den drei aufgeführten Orten durchführen.

 

 

Mit umweltfreundlichen Gruß

Klaus Korn

 

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Toni Becker: Leben im Wald

By admin um 7:28 am Freitag, August 10, 2012

LEBEN

Toni Becker aus Sundern wohnt mit seiner Familie in Bauwagen im Wald

08.08.2012 | 19:13 Uhr

Toni Becker aus Sundern wohnt mit seiner Familie in Bauwagen im Wald
Ein Leben im Bauwagen: Was viele sich nicht einmal vorstellen können, ist für Toni Becker aus Sundern Realität.Foto:

Toni Becker wohnt seit 30 Jahren mit seiner Familie in Bauwagen im Wald. Früher, in den ersten Jahren, sogar ohne Strom und fließendes Wasser. Später, als die Kinder krabbelten, wurde die Kerzenbeleuchtung zu gefährlich, seitdem gibt’s auch Elektrizität. Seit ein paar Jahren vertritt Becker seine Überzeugung nun auch im Stadtrat und Kreistag.

Dies ist eine Geschichte aus einer anderen Welt. Einer Welt, in der die Zeit ein paar Jahrzehnte stehen geblieben zu sein scheint. Von Menschen, die ein wenig abseits der Zivilisation versuchen mit der Natur zu leben. In bunten Bauwagen mitten im Wald. Aber es ist keine Geschichte von idyllischer Schwärmerei.

Toni Becker öffnet seine Welt und die seiner Familie nur zögerlich. Verständlich. 30 Jahre lebt er nun schon hier auf diesem Fleckchen Erde im Sauerland, jahrzehntelang nur geduldet. Lange galt: Nur nicht zu sehr auffallen. Oft sprach er mit Behörden und stritt mit ihnen, verhandelte und kämpfte um seine Existenz.

Einen „verwunschenen Platz“ gefunden

Anfang der 80er Jahre war Toni Becker ins Sauerland zurückgekehrt, dorthin, wo er die ersten sechzehn Jahre seines Lebens verbracht hatte. Länger hatte er es in seinem kleinen Heimatdorf nicht ausgehalten. Ihn zog es in die Welt, er studierte, fuhr jahrelang mit einem umgebauten Bus durch Europa und Afrika, verbrachte eine Zeit lang in Asien. „Aber dann wollte ich zurück, ein Nest bauen, eine Kinderstube“, erklärt er die Rückkehr.

Er suchte und fand den „verwunschenen Platz“, über den sie damals in der Schule oft gesprochen hatten. Ganz am Rande von Sundern, in einem Waldstück. Wer hierher kommt, spürt tatsächlich einen gewissen Zauber. Ein besonders Flair. „So ein starkes Gefühl“, beschreibt es Becker. Der Platz, hoch über den Nachbardörfern, dort, wo am Abend die Sonne am längsten scheint, abseits der großen Straßen. Nur ein Feldweg führt dorthin, wo Toni Becker mit seiner Lebensgefährtin wohnt, wo sie ihre drei Kinder aufzogen. Tibetische Gebetsfahnen wehen an einer Leine im leichten Sommerwind, Bienen summen im nahen Stock.

Kinder bekamen einen eigenen Bauwagen

Zwei Bauwagen, über Eck gestellt und mit einer Holzhütte verbunden, bilden heute noch das Zentrum des Anwesens. „Es waren mal sieben“, sagt Becker. Ein Küchenwagen und ein Wagen mit Bad und Büro kamen damals hinzu. Und als die Kinder größer wurden, erhielten sie ihren eigenen „Kinderwagen“, etwas entfernt von den Eltern auf dem weitläufigen Grundstück aufgestellt.

Als Becker den verwunschenen Platz das erste Mal sah, fand er dort nur eine vom Vandalismus vieler Jahre gezeichnete Ruine. Um 1905 hatte dort ein als „Kräuteronkel aus dem Sauerland“ bekannter Heiler eine für damalige Verhältnisse prächtige Villa gebaut. Nach seinem Tod wechselten die Besitzer alle paar Jahrzehnte. Zuletzt, in den Sechzigern, hatte ein Immobilienspekulant das heruntergekommene Haus und Grundstück erworben, um ein Feriendorf zu bauen.

Ein bisschen Südfrankreich im Sauerland

Bis er die Investoren gefunden hatte, so dachte der Spekulant, kam ihm eine junge Waldarbeiterfamilie mit Bauwagen gerade recht. Becker durfte als Mieter auf dem Platz campieren, um auch den Wald in Ordnung zu halten. Viele Jahre später erst, die Feriendorf-Pläne hatten sich in Luft aufgelöst, verkaufte er das Gelände an Becker. Da hatten die Achsen der Bauwagen schon Rost angesetzt und waren zum festen Zuhause geworden.

Mediterran. Wer Südfrankreich im Frühsommer kennt, fühlt sich an diesem Hochsommertag im Sauerland unweigerlich an sie erinnert. Lila blühende Phacelia-Felder zwischen gerade abgemähten Wiesen. Grüne Obstbäume und Zisternen, in denen sich Regenwasser sammelt und der tiefblaue Himmel spiegelt. Im Nutzgarten biegen sich Toma­ten­sträucher unter der Last ihrer roten Früchte. Idyllisch. Paradiesisch. „Und fürchterlich viel Arbeit“, vertreibt Becker jeden Anflug von Romantik.

Aufzucht von Waldbäumen nach ökologischen Maßstäben

Mit der Aufzucht von Waldbäumen verdient er, der nicht nur Sozialpädagoge, sondern auch Forstmeister ist, heute sein Geld. Eichen, Zuckerahorn, Robinien sind nach Kyrill in der heimischen Forstwirtschaft gefragt. Und er betreibt die Aufzucht nach ökologischen Maßstäben. Was bedeutet: Alles wächst schneller als seine kleinen Bäumchen. „Jäten, jäten, jäten. Das ist echt ’ne Nummer“, stöhnt er, aber denkt nicht eine Sekunde daran, die Chemiekeule einzusetzen.

Jahrelang hat Becker seine Überzeugung privat gelebt, sich nahezu autark versorgt. Früher, in den ersten Jahren, sogar ohne Strom und fließendes Wasser in den Bauwagen. Später, als die Kinder krabbelten, wurde die Kerzenbeleuchtung zu gefährlich, und seitdem gibt’s auch Elektrizität für Beleuchtung und Computer in den erstaunlich geräumigen Bauwagen. Seit ein paar Jahren vertritt Becker seine Überzeugung nun auch im Stadtrat und Kreistag.

Die Energiewende ist sein Thema

Die Energiewende ist sein Thema. „Aber sie wird zu oft nur als Wende hin zu anderen Formen der Energieerzeugung gesehen. Das ist mir zu wenig. Wir müssen unsere Lebensgewohnheiten ändern.“ Regionale Lebensmittel kaufen, dezentrale Versorgung nutzen, auf kurze Wege setzen, lautet das Credo.

So ganz anders ist die Welt dann doch nicht. Tatsächlich gewinnt Regionalität immer mehr Anerkennung. Die hat auch Beckers Zuhause erfahren. Seit kurzem ist es von der Gemeinde akzeptiert – und damit auch in der Behörden-Welt angekommen.

Heinz Krischer

 

Quelle: https://www.derwesten.de/staedte/sundern/toni-becker-aus-sundern-wohnt-mit-seiner-familie-in-bauwagen-im-wald-id6963941.html

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