Was sagt eigentlich das Frauenhoferinstitut zur Pleite von Gastwelten?

By admin um 20:59 am Donnerstag, November 28, 2013
Folgendes Schreiben ging heute an das Frauenhoferinstitut in Duisburg:
Sehr geehrte Frau Usath
Ich bin Stadtrat aus Sundern Sauerland und habe Fragen bezüglich des Projektes Gastwelten in Sundern, das auch auf Ihrer Interseite steht:

Das Projekt wurde uns hier als Innovationszentrum, das in einer europaweit einzigartigen Konzeption alle wesentlichen Segmente der Tourismusbranche  verknüpft, beschrieben. Es sollte in Zusammenarbeit mit Ihrem Institut verwirklicht werden. 2,5 Millionen Fördermittel wurden bewilligt.

Vollkommen überrascht war ich nun als das Projekt schon in der Rohbauphase in Konkurs ging. Dabei spielen offensichtlich auch Verträge mit Ihrem Haus eine Rolle, die niemand kannte. Das eine Zusammenarbeit mit Ihrem Haus vorgesehen war, war bekannt, aber dass es hierbei auch um finanzielle Vorleistungen der Gastwelten GmbH ging, nicht.

Können sie mir aus ihrer Sicht dazu etwas sagen? Es entsteht bei mir der Eindruck, dass mit Schlagworten wie * europaweit einzigartige Konzeption, ganzheitlicher Beratungsansatz, modernste Virtual- Reality- Technologie, exclusive Eventlocation und gleichzeitig einem seriösen Namen wie *Fraunhofer Institut* etwas verkauft werden sollte, was gar nicht unbedingt so neu ist. Wenn das Projekt so innovativ war wie es verkauft wurde, wie kann es dann schon in der Rohbauphase in Konkurs gehen?
Vielleicht können sie mir kurz aus Ihrer Sicht dazu was sagen.

Danke und Grüße

 

Matthias Schulte- Huermann

Ratsmitglied

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Klaus Baulmann der Märchenerzähler oder …..?

By admin um 20:23 am Mittwoch, November 27, 2013

Zur Debatte um Georg Nellius, in der heute Oberstudienrat i.R. Klaus Baulmann in der Tagespresse  die Entnazifizierungsurkunde präsentierte und  offensichtlich die Diskussion  durch historischen Unsinn weiter anheizen möchte hier eine Stellungnahme von Peter Bürger, die entsprechende pdf Datei findet sich am Ende:

HITZIGE DEBATTE UM GEORG NELLIUS
Mitteilung und Dossier (26.11.2013) aus dem Christine-Koch-Archiv des

Museums Eslohe

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen & Freunde,

eine Dokumentation des Christine-Koch-Mundartarchivs am Museum Eslohe

(www.sauerlandmundart.de: daunlots nr. 60) hat im Rahmen einer
Straßenumbenennung in Sundern eine hitzige Debatte, z.T. mit
frei erfundenen Behauptungen und einem ziemlich unfreundlichen Ton
hervorgebracht. Es geht um Nationalismus und Nazi-Vergangenheit des
sauerländischen Musikers Georg Nellius (1891-1952), der als
maßgeblicher „Entdecker“ Christine Kochs gilt.
Hier finden Sie zur freien Verfügung eine aktuelle Stellungnahme
aus unserem Archiv (Peter Bürger, 26.11.2013) als PDF- und
Word-Datei. Sie darf frei verwendet und als unveränderte PDF auch auf
Internetseiten eingestellt werden.

Zu aktuellen Behauptungen der letzten Tage, auch in der Presse,
erkläre ich hier persönlich zur Diskussion um die Umbenennung der
Nellius-Straße:

Irgendwelche neuartigen >Rehabilitationen< können sich aus dem Entnazifizierungsdokument von 1948 nicht ableiteten lassen. Die offenkundigen Widersprüche und Erfindungen in dieser Quelle sprechen für sich.

Die Causa Nellius ist hinsichtlich der Fragestellung einer öffentlichen
Namensehrung eindeutig. Es gab nicht etwa nur eine übliche opportunistische
Episode Mitte der 1930er Jahre, sondern neben den Hitlerhymnen eine
erschreckende Vorgeschichte (mit Hassgesängen) vor 1933 und
musikalische „Führer“-Voten des NSDAP-Mitglieds Nellius noch in den 1940er
Jahren.
Die historischen Forschungsgrundlagen für die Entscheidung des
Rates Sundern zur Straßenumbenennung sind schon jetzt in jeder
Hinsicht gegeben – wobei freilich jeder weitere seriöse Forschungsbeitrag
nach wie vor sehr zu begrüßen bleibt. Nur auf das Niveau von
Märchenerzählereien dürfen wir uns an dieser Stelle
eben nicht begeben.“
Mit besten Grüßen

peter bürger
(hristine-koch-mundartarchiv am museum eslohe)
kiefernstr. 33
d-40233 düsseldorf
tel. 0211-678459
peter@friedensbilder.de
www.sauerlandmundart.de

Hier der Link zur aktuellen Stellungnahme:

bürger STELLUNGNAHME NELLIUS 26 11 2013

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Gastwelten: Noch wenig Licht im Dunkel

By admin um 10:49 am Dienstag, November 26, 2013

Gestern fand im Tagwerk die außerordentliche Generalversammlung der Stadtmarketing eG statt, die auch außerordentlich gut besucht war. Hauptthema war die Insolvenz der Gastwelten GmbH, die vom Stadtmarketing gegründet wurde. Ausichtsratsvorsitzender Lins stellte aus seiner Sicht die Ursachen der Insolvenz dar: Es waren von der Geschäftsführung der Gastwelten GmbH Verträge abgeschlossen worden, die sich als äußerst ungünstig herausstellten. Eine erste Finanzierungslücke von 750000,-. E wurde dem Aufsichtsrat im Februar 2013 bekannt.  Diese Finanzierungslücke konnte allerdings gedeckt werden. Im Mai kam es dann zu personellen Veränderungen: aus der bisherigen Geschäftsführung (Rogoll, Köster, Voß) traten 2 Geschäftsführer (Köster, Voß) aus. Somit war offensichtlich Franz- Josef Rogoll alleiniger Geschäftsführer. Warum hier der Aufsichtsrat der Stadtmarketing eG nicht zu einer neuen Lösung drängte, die auch eine Kontrolle gewährleistete,  ist schleierhaft.

Die weitere Finanzierungslücke, die dann schließlich zur Insolvenz führte, wurde dem Aufsichtsrat nach Aussage von Lins im Sommer bekannt. Geschäftsführer Rogoll hatte Verträge abgeschlossen, von denen niemand etwas wußte. Beispielsweise sollte  ein Frauenhoferinstitut für Beratung bzw. Begleitung des Projektes 250000,- E erhalten.

Lins betonte in der Versammlung, dass er als Aufsichtsratsvorsitzender voll zu seiner Verantwortung stehe, das allerdings ein Gutachten vorläge, nach dem der Aufsichtsrat sich nichts zu schulden habe kommen lassen. Zudem bestehe der Aufsichtsrat nicht nur aus ihm sondern aus einem mehrköpfigen Gremium (darunter auch 2 Ratsvertreter (CDU/SPD)).

Trotz der unklaren Situation wählte die Versammlung im Anschluß teilweise den Aufsichtsrat und Vorstand  neu: Herr Köster und Herr Voß schieden aus, der Vorsitzende Lins wurde von der Versammlung im Amt bestätigt.

Weiterhin bleibt die Frage nach der Verantwortung offen: Hat der Aufsichtsrat seine Kontrollpflichten nicht hinreichend erfüllt oder wurde er vom Geschäftsführer Rogoll bewußt über wichtige Sachverhalte im Unklaren gelassen?  Welche offenen Rechnungen wird es noch geben?

und:  Was ist mit den anderen Gesellschaften, die vom Stadtmarketing unter Rogoll gegründet wurden: Wer weiß hier eigentlich genau Bescheid? Gibt es im Zusammenhang mit der Sorpeseeprojekt GmbH und den Vorplanungen zur Ferienhausanlage in Amecke eventuel auch noch Verträge oder Vereinbarungen von denen nur Herr Rogoll etwas weiß?

Ein positives Ergebnis brachte die Versammlung: Zum neuen Geschäftsführer wurde Jeroen Tepas gewählt, der in dem Amt positive Akzente setzen will. Es wurde gleichzeitig angekündigt, dass man sich von Großprojekten  zurückbesinnen wolle auf kleine, pfiffige Ideen als Stärke des Stadtmarketing Sundern.

Tepas verband das mit der Hoffnung, das der Elan der gut besuchten Versammlung ihn auch in der Zukunft begleiten möge.

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Georg Nellius wollte nur musizieren?

By admin um 10:10 am Samstag, November 23, 2013

In der Tagespresse erschienen die letzten Tage mehrere Stellungnahmen von Bügern zur Umbenennung der Nelliusstraße in Hachen.  Die Straße wurde 1975 so benannt. Unter anderem heißt es:

„Der Stadtrat von 1975 war bestimmt nicht weniger klug als der von 2013, der wohl auf die einseitigen Informationen des bekennenden Linkskatholiken Peter Bürger und seine agitatorischen Absichten hereingefallen ist“, werten die BI-Sprecher die jüngste Entscheidung in Sundern. „Neu sind die Erkenntnisse von Herrn Bürger überhaupt nicht, neu ist nur, dass er aus entlegenen Archiven die schlimmsten Texte, die z. T. gar nicht von Nellius sind, in einem Internet-Auftritt gesammelt und ins Netz gestellt hat. Es verlangt schon Toleranz und genaue Kenntnis des damaligen totalitären Hitlersystems, um so etwas fair einzuordnen“, schreiben die Sprecher, die von Klaus Baulmann aus Sundern unterstützt werden.
Beurteilung heute und 1945Und weiter heißt es: „Wenn man heute bei der Beurteilung von Verhaltensweisen in der schrecklichen Hitlerzeit den Maßstab des Grundgesetzes der Bundesrepublik von 1949 anlegt, kann man leicht die Nase rümpfen. Als bedeutender Musiker, der auf Öffentlichkeit angewiesen ist, musste Nellius 1937 unter Druck in die NSDAP eintreten, sonst hätte er z. B. nicht mit den Sauerländer Sängern in einem Sonderzug nach Breslau zum Deutschen Sängerbundesfest fahren können. Die Nationalsozialisten hatten viele Repressalien auf Lager wie z. B. Aufführungsverbot, Maßnahmen der Gestapo, Schutzhaft, Konzentrationslager oder gar erzwungenen Selbstmord.“

Alliierte sahen Nellius als Mitläufer | WAZ.de – Lesen Sie mehr auf:
https://www.derwesten.de/staedte/sundern/alliierte-sahen-nellius-als-mitlaeufer-id8682888.html#plx1332286296

„Der Stadtrat von 1975 war bestimmt nicht weniger klug als der von 2013, der wohl auf die einseitigen Informationen des bekennenden Linkskatholiken Peter Bürger und seine agitatorischen Absichten hereingefallen ist“, werten die BI-Sprecher die jüngste Entscheidung in Sundern. „Neu sind die Erkenntnisse von Herrn Bürger überhaupt nicht, neu ist nur, dass er aus entlegenen Archiven die schlimmsten Texte, die z. T. gar nicht von Nellius sind, in einem Internet-Auftritt gesammelt und ins Netz gestellt hat. Es verlangt schon Toleranz und genaue Kenntnis des damaligen totalitären Hitlersystems, um so etwas fair einzuordnen“, schreiben die Sprecher, die von Klaus Baulmann aus Sundern unterstützt werden.
Beurteilung heute und 1945Und weiter heißt es: „Wenn man heute bei der Beurteilung von Verhaltensweisen in der schrecklichen Hitlerzeit den Maßstab des Grundgesetzes der Bundesrepublik von 1949 anlegt, kann man leicht die Nase rümpfen. Als bedeutender Musiker, der auf Öffentlichkeit angewiesen ist, musste Nellius 1937 unter Druck in die NSDAP eintreten, sonst hätte er z. B. nicht mit den Sauerländer Sängern in einem Sonderzug nach Breslau zum Deutschen Sängerbundesfest fahren können. Die Nationalsozialisten hatten viele Repressalien auf Lager wie z. B. Aufführungsverbot, Maßnahmen der Gestapo, Schutzhaft, Konzentrationslager oder gar erzwungenen Selbstmord.“

Alliierte sahen Nellius als Mitläufer | WAZ.de – Lesen Sie mehr auf:
https://www.derwesten.de/staedte/sundern/alliierte-sahen-nellius-als-mitlaeufer-id8682888.html#plx1332286296

„Der Stadtrat von 1975 war bestimmt nicht weniger klug als der von 2013, der wohl auf die einseitigen Informationen des bekennenden Linkskatholiken Peter Bürger und seine agitatorischen Absichten hereingefallen ist“, werten die BI-Sprecher die jüngste Entscheidung in Sundern. „Neu sind die Erkenntnisse von Herrn Bürger überhaupt nicht, neu ist nur, dass er aus entlegenen Archiven die schlimmsten Texte, die z. T. gar nicht von Nellius sind, in einem Internet-Auftritt gesammelt und ins Netz gestellt hat. Es verlangt schon Toleranz und genaue Kenntnis des damaligen totalitären Hitlersystems, um so etwas fair einzuordnen“, schreiben die Sprecher, die von Klaus Baulmann aus Sundern unterstützt werden.
Beurteilung heute und 1945Und weiter heißt es: „Wenn man heute bei der Beurteilung von Verhaltensweisen in der schrecklichen Hitlerzeit den Maßstab des Grundgesetzes der Bundesrepublik von 1949 anlegt, kann man leicht die Nase rümpfen. Als bedeutender Musiker, der auf Öffentlichkeit angewiesen ist, musste Nellius 1937 unter Druck in die NSDAP eintreten, sonst hätte er z. B. nicht mit den Sauerländer Sängern in einem Sonderzug nach Breslau zum Deutschen Sängerbundesfest fahren können. Die Nationalsozialisten hatten viele Repressalien auf Lager wie z. B. Aufführungsverbot, Maßnahmen der Gestapo, Schutzhaft, Konzentrationslager oder gar erzwungenen Selbstmord.“

Alliierte sahen Nellius als Mitläufer | WAZ.de – Lesen Sie mehr auf:
https://www.derwesten.de/staedte/sundern/alliierte-sahen-nellius-als-mitlaeufer-id8682888.html#plx1332286296

 

„Der Stadtrat von 1975 war bestimmt nicht weniger klug als der von 2013, der wohl auf die einseitigen Informationen des bekennenden Linkskatholiken Peter Bürger und seine agitatorischen Absichten hereingefallen ist“, werten die BI-Sprecher die jüngste Entscheidung in Sundern. „Neu sind die Erkenntnisse von Herrn Bürger überhaupt nicht, neu ist nur, dass er aus entlegenen Archiven die schlimmsten Texte, die z. T. gar nicht von Nellius sind, in einem Internet-Auftritt gesammelt und ins Netz gestellt hat. Es verlangt schon Toleranz und genaue Kenntnis des damaligen totalitären Hitlersystems, um so etwas fair einzuordnen“, schreiben die Sprecher, die von Klaus Baulmann aus Sundern unterstützt werden.
Und weiter heißt es: „Wenn man heute bei der Beurteilung von Verhaltensweisen in der schrecklichen Hitlerzeit den Maßstab des Grundgesetzes der Bundesrepublik von 1949 anlegt, kann man leicht die Nase rümpfen. Als bedeutender Musiker, der auf Öffentlichkeit angewiesen ist, musste Nellius 1937 unter Druck in die NSDAP eintreten, sonst hätte er z. B. nicht mit den Sauerländer Sängern in einem Sonderzug nach Breslau zum Deutschen Sängerbundesfest fahren können. Die Nationalsozialisten hatten viele Repressalien auf Lager wie z. B. Aufführungsverbot, Maßnahmen der Gestapo, Schutzhaft, Konzentrationslager oder gar erzwungenen Selbstmord.“

Hier mal als Beispiel der Text des Liedes: „Heil dem dritten Reich! Lieder aus Deutschlands großer Zeit. Der Ruf des Führers*:

Musik: Georg Nellius Op. 63 Nr. 15 Text: Walter Filbry. Erschienen im Westfaelischen Liederbuch 1935

 

Der Führer hat gerufen! Wir haben ihn gehört. Und warn wir erst auch wenig: Das hat uns nicht gestört.
Der Führer hat gerufen! Wir wurden ihrer mehr, die kämpften und marschierten für Deutschlands neue Ehr!
Der Führer hat gerufen! Und 100tausen Mann die folgten seinen Fashnen und traten mit uns an.
Der Führer hat gerufen! Ganz Deutschland hats gehört! Millionen Männer schwören, als ob nur einer schwört.
Den Blick gradaus und Tritt gefasst! Die Faust in den Nacken wenn das nicht passt….!

 

Wie schreibt Klaus Baulmann : Es verlangt schon Toleranz und genaue Kenntnis des damaligen Hitlersystems um so etwas fair einzuordnen!?

Ob ihm zur fairen Einordnung entgangen ist, dass 1933 eine Diktatur begann, die im schlimmsten Krieg und im Versuch  ein ganzes Volk auszurotten, endete?

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Rede von Bürgermeister Lins auf dem jüdischen Friedhof Stockum

By admin um 20:00 am Montag, November 18, 2013

Kranzniederlegung anlässlich „75 Jahre Pogrom“

Friedhof Stockum

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

zu Beginn unserer Gedenkstunde möchte ich Ihnen sehr herzlich danken, dass Sie um diese häufig für private Angelegenheiten reservierte Uhrzeit auf den Friedhof in Stockum gekommen sind.

Wir erinnern heute an eine der dunkelsten Stunden deutscher Geschichte.

Das Unrecht, das damals vor 75 Jahren hier in Sundern, in ganz Deutschland jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern angetan wurde, dieses Unrecht erfüllt uns bis heute mit Trauer, mit Entsetzen, mit Scham.

Denn die Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 war für die jüdischen Deutschen ein einziger Albtraum. Überall in Deutschland wurden Synagogen und Bethäuser in Brand gesteckt, Wohnungen und Geschäfte jüdischer Nachbarn demoliert oder geplündert. Überall in Deutschland wurden Jüdinnen und Juden bedroht und misshandelt, in Konzentrationslager verschleppt und ermordet.

Das November-Pogrom, die sog. „Reichskristallnacht“, wie es wegen der vielen zersplitterten Glasscheiben damals beschönigend hieß, das Pogrom wurde in aller Öffentlichkeit verübt. Ein brennendes Gotteshaus kann niemand übersehen, berstende Fenster und Türen niemand überhören. Jeder bekommt es mit, wenn Nachbarn drangsaliert, wenn sie an Leib und Leben bedroht werden.

Die antisemitische Hetze traf Menschen, die im Haus oder der Wohnung nebenan wohnten oder die dieselben Kulturveranstaltungen besuchten, betraf Arbeitskolleginnen und Arbeitskollegen oder Vereinskameraden, sie betraf Inhaber von Geschäften, in denen alle kauften, oder Ärzte und Rechtsanwälte, die von allen aufgesucht wurden.

Die Juden führten in Deutschland ein ganz normales Leben. Sie gingen Tag für Tag ihrer Arbeit nach und kümmerten sich um ihre Kinder, sie waren mehr oder weniger religiös und mehr oder weniger politisch interessiert, so wie all die anderen um sie herum auch.

Dieses normale Leben endete jäh, als die Nationalsozialisten vor gut 80 Jahren, am 30. Januar 1933, an die Macht kamen. Sie fackelten nicht lange, um ihr antisemitisches, die Menschenrechte missachtendes Programm in die Tat umzusetzen. Und wer behauptet, anfangs wäre es doch gar nicht so schlimm gewesen, der kennt die Geschichte nicht.

Bereits am 1. April 1933, also 2 Monate nach Machtantritt, fand die erste Boykottaktion gegen jüdische Geschäfte sowie Ärzte und Rechtsanwälte statt. Hier war auch Sundern keine Ausnahme, wurde doch das Geschäft von Levi Klein als deutschem Staatsbürger jüdischen Glaubens boykottiert.

Die Entwicklung in Sundern möchte ich an dieser Stelle jedoch aussparen, haben sich doch dankenswerterweise die Autoren des lesenswerten Buches „Die Geschichte der Juden in Sundern“, Irmgard Harmann-Schütz sowie Franz Blome-Drees, bereit erklärt, gleich im Anschluss über das jüdische Leben in Sundern zu berichten.

Ihnen beiden darf ich bereits an dieser Stelle hierfür sehr herzlich danken.

In den Jahren nach 1933 nahmen die Diskriminierungen und Verfolgungen der jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger immer mehr zu. Das November-Pogrom stellt eine weitere, brutale Eskalation dar.

Die Frage, warum dies alles geschehen konnte, wurde häufig gestellt. Und es gibt Antworten, gewiss. Aber wir stehen auch immer wieder fassungslos vor dem, was damals geschah, was alles geschehen konnte. Die NS-Verbre-chen, die im Holocaust gipfelten, bleiben ein Stachel im Fleisch unserer Geschichte.

Und heute? Deutschland hat sicherlich in der Welt Vertrauen zurückgewonnen. Jüdinnen und Juden leben wieder unter uns, 1945 völlig undenkbar.

Diese insgesamt positive Entwicklung ist ein Vertrauensbeweis. Und ein Vertrauensvorschuss.

Mit diesem Vertrauen geht einher der Glaube in unsere Demokratie und Rechtsstaatlichkeit und das Vertrauen, Antisemitismus und Rassismus die Stirn zu bieten.

Mit ihm geht die Verpflichtung einher, stets und überall dagegen aufzustehen, wenn Menschen angefeindet werden, weil sie einem anderen Glauben anhängen oder eine andere Kultur pflegen, weil sie anderer Herkunft sind oder anders aussehen.

Das schulden wir den Opfern und ihren Angehörigen, das schulden wir uns allen. Die meisten von uns, die in Deutschland leben, denken so. Doch leider, meine Damen und Herren, gibt es immer noch oder schon wieder Unbelehrbare.

Antisemitismus ist in unserer Gesellschaft nach wie vor weit verbreitet. Antisemitische Einstellungen spuken nicht nur in den Köpfen, sie manifestieren sich auch in hasserfüllten Taten. 2012  nahm lt. Bundesinnenministerium die Zahl antisemitischer Straftaten gegenüber dem Vorjahr um 10,6 % zu, während die Zahl fremdenfeindlicher Gewalttaten um 10,8 % anstieg.

Erschreckende Befunde, vor denen wir die Augen nicht verschließen dürfen. Es liegt an uns, dem Antisemitismus den Boden zu entziehen und dafür Sorge zu tragen, dass Andersgläubige und Andersdenkende, dass Minderheiten bei uns geschützt sind.

Wohin Vorurteile, Hass und Fremdenfeindlichkeit führen können, das hat gerade die Mordserie an Mitbürgern mit Migrationshintergrund gezeigt, die nun im sog. NSU-Prozess aufgearbeitet werden.

Unbegreifliche Pannen, von denen die Arbeit der Sicherheitsdienste gekennzeichnet war, haben gezeigt, wie fatal sich ein Festhalten an eingefahrenen Denkmustern und stereotypen Auffassungen über bestimmte Bevölkerungsgruppen sowie ein Wegsehen und Nichtwahrhabenwollen auswirken können.

Dies fängt oft im Kleinen an. Freuen wir uns wirklich vorbehaltlos mit unserer Tochter, wenn sie mit einem muslimischen Freund erstmals nach Hause kommt oder warnen wir vor dem anderen Glaubens- und Kulturkreis?

Freuen wir uns wirklich vorbehaltlos mit unserem Sohn, wenn dieser mit einer türkischen Freundin erstmals nach Hause kommt oder warnen wir subtil vor irgendwelchen Brüdern, die möglicherweise irgendwann Rache nehmen?

Wir alle sind fassungslos über die Situation vor Lampedusa und den tragischen Schicksalen dieser Menschen, die ihre Leben riskieren und viel zu oft tatsächlich verlieren, weil Sie vor Krieg und Elend fliehen und Rettung in einem anderen Teil der Erde suchen.

Beschämend ist das für Europa, was sich dort abspielt.

Aber freuen wir uns vorbehaltlos mit den Geretteten, wenn diese nebenan in einem durch die Behörden eiligst hergerichteten Übergangsheim untergebracht werden, oder lamentieren wird nicht doch über Lärm oder unterschwellig vermutete Gefahren?

Und ich sage ganz bewusst auch hinsichtlich der aktuellen Diskussion um Straßenumbenennungen: Können wir es uns wirklich erlauben, einem zweifelsfrei hoch angesehenen Komponisten ein zusätzliches Denkmal durch einen Straßennamen zu geben, wenn er gleichzeitig Hymnen auf Adolf Hitler komponiert hat?

Sicherlich sind die Anwohner ungehalten, aber eine Stadt hat auch noch andere Dinge zu gewichten: Die Erkenntnisse von Herrn Bürger lagen nun einmal vor 40 Jahren noch nicht vor, tun es aber heute.

Wie kann eine solche Straßenbenennung im Lichte beispielsweise dieser Veranstaltungsreihe oder unserer politischen und moralischen Grundeinstellung vertreten werden? Ich sage: Gar nicht!

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

Mitmenschlichkeit, Demokratie und Freiheit setzen sich nicht von alleine durch und bleiben auch nicht automatisch erhalten. Sie zu erreichen und zu bewahren, dazu braucht es aufrechte, couragierte Bürgerinnen und Bürger, dazu braucht es ein gesellschaftliches Klima, das Rassismus und Gewalt ächtet.

Und deshalb ist Gedenken, ist das Bewahren der Erinnerung unverändert wichtig mit gleichzeitigem Blick auf die aktuelle Situation im Hier und Jetzt.

Die Verantwortung anzunehmen, die sich aus der Geschichte ergibt und unsere Werte zu verteidigen, das ist unsere Aufgabe, heute und morgen. Die Geschichte der NS-Zeit macht deutlich, wie schnell unsere Werte zu gefährden sind und wie dünn das Eis der Zivilisation sein kann.

Die Geschichte früherer Epochen und insbesondere der Nachkriegszeit hingegen zeigt uns, dass eine andere Gesellschaft möglich ist und dass es immer wieder mutige Menschen gab, die für Demokratie und Mitmenschlichkeit eintraten.

Die Stadt Sundern steht für Respekt und Toleranz! Dies soll die Botschaft der Veranstaltungsreihe anlässlich des 75. Jahrestages der Reichspogromnacht sein.

Die Stadt Sundern möchte mit dieser Veranstaltungsreihe ein Zeichen setzen und ich bin froh, dass sich so viele Personen und Vereinigungen an dieser Veranstaltungsreihe beteiligen.

Ich danke den Vereinen und Kulturschaffenden, den Schulen und natürlich auch dem Musikverein Stockum für die Begleitung des heutigen Tages.

Ein ganz besonderer Dank geht an Frau Uta Koch, die für die gesamte Organisation und Durchführung verantwortlich zeichnet.

Ich würd mich sehr freuen, wenn Sie sich in der Zeit bis zum 23. November  die Zeit nehmen würden, die eine oder andere Veranstaltung zu besuchen. Ich bin mir sicher, das wird sich lohnen!

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

 

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Grüne Mitgliederversammlung ergebnislos

By admin um 23:21 am Freitag, November 15, 2013

Heute fand im Tagwerk in Sundern die Jahreshauptversammlung der Grünen statt. Die Versammlung  wurde aber bereits beim fünften  Tagesordnungspunkt abgebrochen: Nach dem Kassenbericht und der Entlastung des Vorstandes  sollte ein neuer Vorstand gewählt werden und die Vorbereitungen für die Kommunalwahl getroffen werden. Die Sprecher des Ortsverbandes sind bisher Anke Rose und Klaus Korn.  Klaus Korn jedoch lehnte eine erneute Kandidatur zum Sprecher ab.  Ein neuer Kandidat wurde nicht gefunden und somit die Versammlung vertagt. Im Anschluss diskutierte die Versammlung lange über kommunalpolitische Themen und verabschiedete eine Presseerklärung zur aktuellen Situation des Tourismus in Sundern.

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Von Ferienhäusern und Gastwelten

By admin um 23:14 am Freitag, November 15, 2013

Grüne Sundern fordern Transparenz und Abkehr von Tourismus Großprojekten
Wer haftet für Konkurs der Gastwelten GmbH?

Die Grünen Sundern halten eine weitere touristische Entwicklung und die Stärkung des Dienstleistungssektors in Sundern für dringend notwendig, fordern allerdings eine Abkehr von Großprojekten: Großprojekte wie die Ferienhausanlage haben ein unkalkulierbares Risiko und sind auf Grund ihrer Flächeninanspruchnahme kontraproduktiv für eine naturnahe Tourismusentwicklung. Abgesehen vom enormen Flächenverbrauch und der Inanspruchnahme naturnaher Waldflächen sind Verkehrsprobleme und weitere Überlastung der Sorpetalsperre vorprogrammiert.
Statt übertriebener Wachstums- und Übernachtungszahlen durch holländische Investoren, befürworten die Grünen Sundern eine Entwicklung im Tourismus, die die vorhandenen mittelständischen Betriebe stärker unterstützt und gleichzeitig das Kapital unserer Mittelgebirgsregion – eine abwechslungsreiche naturnahe Landschaft – fördert.
Im Zusammenhang mit dem Konkurs der Gastwelten GmbH, die zusammen mit der
Ferienhausanlage und dem Golfplatz eines der Großprojekte der Stadtmarketing eG ist, fordern die Grünen eine lückenlose Aufarbeitung der Verantwortlichkeiten.

Wie kann ein solches öffentlich gefördertes Projekt eigentlich schon in der Rohbauphase in Konkurs gehen?
Wie kann es sein, dass eine Person Franz- Josef Rogoll in der Vergangenheit für alle Projekte der Stadtmarketing eG verantwortlich war?
In wie vielen GmbHs ist und war Herr Rogoll eigentlich Geschäftsführer?
Wie viele Gelder hat er in diesen Posten bekommen?
Wer haftet jetzt für den entstandenen Schaden? Wie haftet der Geschäftsführer, wie haftet die Stadt und wie Stadtmarketing und seine Mitglieder?
Welche Kontrolle wurde hier ausgeübt?
Insbesondere erwarten die Grünen von Bürgermeister Lins als Aufsichtsratsvorsitzendem der Stadtmarketing GmbH hierzu Klarstellungen. Eine Entlassung des veranwortlichen Rogoll alleine reicht nicht aus.

OV und Ratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

Antonius Becker
Klaus Korn
Anke Rose
Matthias Schulte- Huermann

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Haushaltsrede Toni Becker

By admin um 19:40 am Sonntag, November 10, 2013

Zum Lesen der Haushaltsrede bitte auf die einzelnen Bilder draufklicken:

 

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