Gedanken zum Thema Energiewende

By Klaus Bergfeld um 12:20 am Mittwoch, Februar 22, 2017

Was nützt uns der Schutz von Heimat und Natur,

wenn die Veränderung des Klimas beides zerstört?

Ja, auch wir wollen unsere Heimat erhalten und schützen!

Aber wir wollen auch auf fossile Energieträger und

Atomenergie verzichten.

Ja, wir wollen sogar den gesamten Lebensraum Erde erhalten…

und nicht nur einen kleinen Teil vor der eigenen Haustür!!!

Auch das ist Teil unserer Heimat:

Die atomare Wiederaufbereitungs-anlage im französischen La Hague verarbeitet Brennelemente aus ganz Europa und entlässt seine radioaktiven Abwässer Jahr für Jahr in den Ärmelkanal!

 

Die gleiche Anlage im englischen Sellafield entsorgt ihre hochgiftigen Abfälle permanent in die irische See und vergiftet Menschen und Tiere!! So werden jährlich Millionen Tonnen radioaktive Abfälle in die Meere entsorgt und gelangen in unsere Nahrungskette.
          

Braunkohleabbau in Garzweiler. Die Braunkohle wird in Kohle-kraftwerken verheizt und trägt in erheblichem Maß zur Veränderung des Klimas bei.  Hier haben viele Menschen ihre Heimat verloren und verlieren sie noch!!

Aber wer will schon auf elektrische Energie verzichten?

Deshalb brauchen wir alternative Formen der Energieerzeugung wie Windkraft und Solarenergie um den Folgen des Klimawandels entgegenzuwirken. Einsparung und effizienter Umgang mit Energie ist auch wichtig, reicht allein aber nicht aus, um unseren gesamten Bedarf zu decken. Bisher werden erst ca. 30% des Bedarfs durch regenerative Energieerzeugung gedeckt!

Der Strom muss dort erzeugt werden wo er gebraucht wird, weil lange Transportwege große Energieverluste bewirken.

Wir brauchen Energiespeicher und eine neue Netztechnologie um der dezentralen Energieerzeugung durch Windkraft und Sonne gerecht zu werden.

Die Planung der Wind- und Solarparks muss die Belange von Mensch und Tier weitgehend berücksichtigen, darf aber nicht durch übertriebene Forderungen ausgebremst werden.

Der Widerstand gegen die Windkraftanlagen wächst!

Aber Widerstand gegen den Ausbau erneuerbarer Energieerzeugung, insbesondere der Windkraftanlagen wächst ständig in allen Orten. Was bewegt die Menschen zum Widerstand gegen den Ausbau erneuerbarer Energie?

Naturschutz

Die Errichtung von Windkraftanlagen auf den Höhenzügen des Hochsauerlandes wird als massiver Eingriff in die Natur gesehen. Der Anlagenbau erfordert zunächst Zufahrtswege und Erdbewegungen. Um die Auswirkungen aber in einem verträglichen Rahmen zu halten, planen die Kommunen Windvorrangzonen, die eine sogenannte „Verspargelung“ der Landschaft verhindern soll. Windkraftanlagen dürfen dann nur innerhalb dieser Gebiete errichtet werden. Alle anderen Gebiete und das ist der weitaus größere Anteil bleiben anlagenfrei. Bei der Auswahl dieser Vorrangzonen werden unter anderem auch strenge Naturschutzanforderungen eingehalten um beispielsweise Rückzugsgebiete bedrohter Tierarten zu schützen.

Aber auch der Betrieb der Windkraftanlagen ist aus Sicht der Naturschützer bedenklich. Insbesondere Zugvögel oder Fledermäuse sind durch die Rotoren gefährdet. Es gibt jedoch technische Möglichkeiten diese Gefährdung zu minimieren.

Viel schlimmer würde sich ein Verzicht auf die Nutzung der regenerativen Energieerzeugung auswirken. Es wird den Klimawandel beschleunigen und damit gewaltige Veränderungen in der Natur hervorrufen. Ein zunehmendes Artensterben wird schon seit geraumer Zeit mit Sorge beobachtet. Fremde Arten aus südlichen Ländern wandern ein und verdrängen heimische Arten. Die Wälder werden durch häufigere Stürme und durch längere Trockenperioden stark geschädigt, Kyrill war da nur ein kleiner Vorgeschmack. Den Rest erledigen die Baumschädlinge!

Heimat- und Landschaftsschutz

Nordrheinwestfalen ist ein Industrieland, die unerschlossenen Waldgebiete sind im Vergleich zu anderen Bundesländern gering. Deshalb unterliegen sie einem besonderen Schutz. Dieser Schutz soll auch weitgehend durch eine rücksichtsvolle Planung der Windvorrangzonen erreicht werden. Doch die Menschen die hier wohnen genießen im Vergleich zur weitaus größeren Zahl der Einwohner in NRW ein großes Privileg: Sie wohnen dort wo andere Bürger Urlaub machen. Es ist verständlich, dass sie ihr Landschaftsbild nicht verändert sehen möchten. Es gilt nun aber abzuwägen welche Bürde den Anwohnern zugemutet werden kann um einen vergleichsweise kleinen Anteil der Last aller Bürger „solidarisch“ mitzutragen. Denn wenn wir es schaffen wollen, unsere Energieversorgung zu 100 % aus erneuerbaren Energieträgern, also atom- und CO2-frei zu gewinnen, werden wir nicht darum herum kommen auch unseren Beitrag zu leisten und eine Veränderung der Landschaft in gewissem Maße hinnehmen müssen. Wird dieses Ziel durch den Widerstand verhindert, muss die Energie weiterhin mittels fossiler Brennstoffe und Kernspaltung erzeugt werden. Dann verlieren Menschen an anderen Orten ihre Heimat in größeren Dimensionen wie beispielsweise beim Braunkohletagebau. Nach Szenarien renommierter Klimaforscher werden die landschaftlichen Veränderungen, die in den kommenden Jahrzehnten durch den Klimawandel in unserer Region hervorgerufen werden gravierend sein.

Angst vor Technik vor der Haustür

Häufig äußern Windkraftgegner auch gesundheitliche Bedenken. So sind mögliche Beeinflussungen durch Schattenwurf oder durch Infra-Schall Grund der Besorgnis. Beim Thema Schattenwurf ist es eine Frage der Verhältnismäßigkeit. Zunächst müssen bei der Errichtung von Windkraftanlagen Mindestabstände zur Wohnbebauung eingehalten werden. Eine Beeinflussung durch Schattenwurf ist dann nur gegeben wenn mehrere Faktoren wie Jahreszeit, Sonnenstand und Wetter, etc. gleichzeitig zum Tragen kommen. Die Häufigkeit, dass diese Situation ein tritt ist dann in der Regel eher gering. Eine gesundheitliche Beeinflussung durch Infra-Schall ist bisher nicht reproduzierbar belegt. Die Schallemissionen können aber sicher durch technische Vorkehrungen auf eine zumutbare Beeinträchtigung reduziert werden. Grundsätzlich erzeugt jede Industrieanlage bei der schwere Maschinen im Einsatz sind in gewissem Umfang Infra-Schall, der von den in der Nähe lebenden Menschen bisher akzeptiert wurde. Wo Menschen leben und arbeiten wird es immer zu Geräuschentwicklungen kommen, die aber akzeptiert werden, wenn es ihrem Wohlstand dient. Windkraftanlagen erzeugen Strom, den unsere Gesellschaft zum Leben und zur Erhaltung unseres Wohlstandes braucht und auf den niemand verzichten möchte! Die Alternative heißt Energieerzeugung aus Kohle und Atom; die Folgen sind Klimaerwärmung und Vergiftung der Nahrungskette. So wurde bisher zum Beispiel die Emission von Quecksilber durch Kohlekraftwerke völlig unterschätzt.

Unwissenheit über die Folgen der Klimaveränderung

Seit Jahrzehnten warnen Meteorologen und Klimaforscher vor einer industriell verursachten Erwärmung des Klimas. Anfänglich wurden diese Warnungen in Frage gestellt, doch mittlerweile gibt es fundierte wissenschaftliche Belege für eine rasch zunehmende Erwärmung des Erdklimas; verursacht durch die CO2 Emissionen menschlicher Aktivitäten. Nun wurde bekanntgegeben, dass die durchschnittliche Temperatur im Jahr 2016 zum dritten Mal die langjährigen Durchschnittswerte seit Beginn der Aufzeichnungen übertroffen hat. Kein ernstzunehmender Wissenschaftler oder Politiker weltweit bezweifelt die Klimaveränderung heute noch. Sie ist zurückzuführen auf das Verhalten jedes einzelnen Menschen auf der Welt. Den größten Anteil am Ausstoß der klimaschädlichen Gase haben die großen Industrienationen, darunter auch Deutschland. Je energieintensiver der Lebensstil der Menschen, umso höher der CO2 Ausstoß.

Jeder Mensch muss sich eigenverantwortlich die Fragen stellen:

Was ist mein Anteil an dieser Misere und wie kann ich durch Änderung meines Lebensstils dazu beitragen, der Erwärmung des Klimas entgegenzuwirken.

Leider ist diese Erkenntnis bei vielen Bürgern nur sehr schwach bis gar nicht vorhanden. Entweder aus Unwissenheit, aus Gewohnheit oder gar aus Ignoranz wird die Notwendigkeit das eigene Verhalten zu kontrollieren verdrängt.

Dabei kann jeder Mensch mit vielen kleinen Dingen dem Klimawandel entgegenwirken:

– sinnvoller und sparsamer Umgang mit dem Auto,

– Reisen ohne Flugzeugbenutzung,

– den Fleischkonsum stark reduzieren, und wenn Fleisch, dann aus artgerechter Haltung

– ausschließlich Gemüse der Saison und aus der Region kaufen, am besten aus biologischem Anbau,

und viele Dinge mehr!

Noch hat sich unser Klima in Deutschland nicht deutlich spürbar verändert. Obwohl dem aufmerksamen Beobachter aufgefallen sein dürfte, dass Unwetterkatastrophen mit Starkregen, Jahrhunderthochwasser, milde Winter ohne Schnee und Trockenperioden sich in den letzten Jahren häufen.

Wie wird sich unser Lebensraum in den kommenden Jahrzehnten dadurch verändern?

Viele Tierarten und ihre Lebensgemeinschaften haben sich im Laufe von Jahrtausenden an die klimatischen Verhältnisse angepasst. Einer schnellen Veränderung des Klimas können sie nicht folgen, dafür wandern andere Tierarten, die ursprünglich hier nicht heimisch waren ein und verdrängen oft die vorhandenen Arten.

Wälder geraten durch häufigere Trockenzeiten in Stress und werden anfällig für Schädlinge wie z.B. den Borkenkäfer. Den Waldbesitzern bleibt nichts anderes übrig als die Bäume zu fällen. Schlimmer noch sind Stürme vom Ausmaß Kyrill, die anfallenden Holzmengen lassen den Preis verfallen.  Diese Unwetterkatastrophen werden sich nach Prognosen der Klimaforscher in den nächsten Jahrzehnten häufen. Da verlieren die Waldbesitzer innerhalb einiger Stunden ihren gesamten Bestand und stehen dann vor dem Ruin.

Anhaltender Starkregen führt immer häufiger zum sogenannten Jahrhunderthoch-wasser mit Überschwemmungen und Erdrutschen. In allen Städten, die meistens an Gewässern liegen ist mit Überflutungen zu rechnen. Besonders in deutschen Großstädten wie Köln kann es dadurch zu Katastrophen von nicht mehr beherrschbaren Ausmaßen kommen. Ganz zu schweigen von den volkswirtschaftlichen Verlusten.

Das Abschmelzen der Polkappen und anderer vereister Regionen wie den Gletschern wird zu einem Anstieg der Meeresspiegel führen, die in allen Küstenregionen der Welt große Landgebiete unbewohnbar machen.

Viel schlimmer wird es aber die südlichen Länder treffen, insbesondere den afrikanischen Kontinent. In den Szenarien gehen die Klimaforscher von einer weitgehenden Verwüstung aus, also des vollständigen Verlusts des Lebensraumes. Dürrekatastrophen und Hungersnöte werden die Menschen aus ihrer Heimat vertreiben. Es ist zu befürchten, dass sich in den kommenden Jahrzehnten eine Flüchtlingswelle von unglaublichem Ausmaß Richtung Norden bewegen wird.

Es ist das Ziel fast aller Völker der Erde, diesen Entwicklungen Einhalt zu gebieten. Die Erwärmung der Erdatmosphäre darf im Mittel die 2° Grenze nicht überschreiten, angestrebt wird, ein Ziel von 1,5°. Das Klimaschutzabkommen verpflichtet auch die Bundesrepublik Deutschland zur Einhaltung verbindlicher Klimaziele. Um diese Ziele zu erreichen muss die Energieerzeugung konsequent auf regenerative Energieträger umgewandelt werden. Bisher hat die regenerative Energieerzeugung nur einen Anteil von ca. 30% an der gesamten Energieerzeugung. Um das 100% Ziel zu erreichen müssen erheblich mehr Wind- und Solarkraftwerke errichtet werden. Diese Umwandlung kann aber nur gelingen, wenn auch in gleichem Maß die notwendigen Speicherkapazitäten bereitgestellt und die Stromnetzte angepasst werden. In gleichem Zusammenhang müssen alle Kohlekraftwerke abgeschaltet werden. Natürlich muss der Energieverbrauch aber auch effizienter und sparsamer werden; da ist sehr das eigenverantwortliche Handeln der Verbraucher gefordert. So kann jeder für sich entscheiden ob er für seinen Urlaub eine Flugreise bucht, wieviel Fleisch er verzehrt, welches Auto er fährt, wieviel Müll er verursacht wie er sein Haus beheizt und vieles mehr.

Ein weiterer großer CO2 Emittent ist der Verbrennungsmotor in unseren Autos. Wir brauchen CO2- neutrale Antriebssysteme wie den Elektroantrieb. Dabei muss aber sichergestellt werden, dass der Strom aus regenerativer Energieerzeugung stammt. Wenn sich die Elektromobilität durchsetzt, wird dafür zusätzlich zum allgemeinen Bedarf Strom in erheblichem Maß benötigt. Das wird sich deutlich auf die Zahl der benötigten Wind- und Solarkraftwerke auswirken.

Fazit

Durch den Widerstand gegen Windkraftanlagen schützen die Gegner weder unsere Natur noch unsere Heimat. Denn wenn wir den Bau von Windkraftanlagen verhindern, werden Atom- und Kohlekraftwerke weiter betrieben. und der Lebensraum Erde wird durch die zunehmende Erwärmung der Atmosphäre für Flora und Fauna unbewohnbar.

Die Verweigerungshaltung raubt künftigen Generationen die Lebensgrundlage!!

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