5 gute Gründe für eine Umbenennung der Nelliusstraße

By admin um 1:33 am Freitag, Februar 28, 2014

Als antragstellende Fraktion im Rat der Stadt Sundern sind wir nach wie vor, oder besser gesagt  mehr denn je, davon überzeugt, dass eine Umbenennung der Nelliusstraße in Sundern zwingend erforderlich ist!

  1. Nellius war nicht nur ein Mitläufer der Nationalsozialisten, sondern ein ideologischer Verfechter nationalsozialistischen Gedankengutes, d.h. er hat aktiv dazu beigetragen, dass Führerkult und  antisemitische Einstellungen  über den Kanal kultureller Werke verbreitet wurden. Zu behaupten, er habe doch „nur Musik machen wollen“, ist eine scheinheilige Verharmlosung. Eher stellt es sich doch so dar, dass er unter allen Umständen Karriere machen wollte, ohne Rücksicht auf Verluste.
  2. Nellius selbst hat sich öffentlich antisemitisch geäußert und gegen jüdische Musiker Hetzkampagnen betrieben. Auch wenn er keinen Juden eigenhändig umgebracht hat, reicht seine Mitschuld am Tod von 6 Millionen Juden aus, ihn einer öffentlichen Ehrung nicht für würdig zu halten.
  3. Dass man sich in den siebziger Jahren für die Benennung einer Straße nach Nellius entschieden hat, ist aus heutiger Sicht bedauerlich, aber historische Forschung ist ein fortwährender Prozess, der oftmals auf Zufälligkeiten, wie z.B. Aktenfunden, basiert. Das kann niemand voraussehen. Und vielleicht gab es auch Gründe, warum man zu jener Zeit in puncto nationalsozialistischer Vergangenheit nicht weiter forschen, sondern lieber seine Ruhe haben wollte…
  4. Unsere Demokratie ist ein unglaublich hohes Gut. Seien wir dankbar dafür und erweisen ihr den nötigen Respekt, indem wir Zeichen setzen gegen antidemokratische und menschenverachtende Tendenzen. Zeigen wir jenen, die auch heute noch/ wieder Menschen mit anderer Hautfarbe oder Religion verächtlich gegenüberstehen, dass wir das nicht wollen. Lasst uns diesbezüglich Vorbilder ehren!
  5. Wir tun gut daran, all jenen entgegenzutreten, die meinen, es sei doch auch mal gut mit dem ständigen Herumreiten auf unserer historischen Schuld und die von all dem nichts mehr hören wollen. Nur aus der kollektiven Erinnerung daran, was einmal menschenmöglich war, was auch in unserer Stadt stattgefunden hat, können wir verhindern, dass faschistische Ideen noch einmal Raum gewinnen.  Sich mit dem Thema auseinanderzusetzen bedeutet ja nicht, dass man sich persönlich schuldig fühlen muss. Gebt jungen Menschen eine Wertorientierung, die auf historischer Erfahrung fußt.

Keine Nelliusstraße in Sundern mehr!

 

                                                                                                  Anke Rose

 

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