*Achse des Bösen* oder *Kniefall vor dem Investor?*

In der vergangenen Ratssitzung wurde gegen 4 Stimmen beschlossen, dass die Stadt Sundern gemeinsam mit dem Betreiber der Ferienhausanlage und der SAB das Zentralgebäude einer zukünftigen Ferienhausanlage finanziert. Hierzu steht ein Artikel in der WP der mit keinem Wort die Gründe der Neinstimmen wiedergibt.
Da die WP aus den Erfahrungen des vergangenen Jahres Stellungnahmen der Grünen zu einer solchen Vorgehensweise nicht bringt hier nun 2 Stellungnahmen:
die erste ist eine Stellungnahme eines Leser auf den WP artikel in www.derwesten.de, die 2. ist die Stellungnahme der Grünen.

Auf den WP artikel schreibt Gerda Henscheidt in www.derwesten.de:

*Wie naiv und fortschrittsgläubig muss Mensch sein, dass er diese „Achse des Bösen“ am Vorbecken des Sorpesees begrüßt? Was muss noch passieren – Klimawandel, Gletscherschmelze, Umweltverseuchung, soziale Katastrophen – dass auch der kurzsichtigste Provinzpolitiker merkt, dass hier weniger mehr wäre!! Nur die Grünen („ach, die sind doch gegen alles …“) und ein Politiker aus der SPD votierten gegen dieses wahnsinnige, weil völlig überdimensionierte Projekt. (Es gab übrigens trotz europaweiter Ausschreibung nur einen Bewerber und der hat – das gab auch der Bürgermeister zu – noch kein erfolgreiches
Projekt auf die Beine bestellt!!! Unvorstellbar, dass man diesen Geschäftsleuten vertraut!!!) „Na ja, sind doch eh immer die selben, die meckern“, wird jetzt so mancher reaktionäre Geist denken. Wie immer … Aber warum lockt man die Touristen denn nicht mit Natur, Idylle, einem wirklich alternativen, weil nachhaltig entwickelten Ferienpark (wenn es denn überhaupt einer sein muss!!!)? Dass wäre innovativ!! Rundherum werden Bäder geschlossen, rotten nicht ausgelastete Ferienparks (Medebach ist ein gutes Beispiel!!) vor sich hin!! Und nun droht auch am Vorbecken ein Freizeitmonstrum, dass sich selbst jetzt schon überholt hat!! 60000 Besucher soll es im Jahr locken! Wäre das wirklich der Fall (was zum Glück stark bezweifelt werden darf!!!), droht ein Verkehrschaos – es sei denn, die Seestraße wird zur Umgehungsstraße ausgebaut!!! Und davon soll das Dorf profitieren? LÄCHERLICH! Die Ferienparkbesucher bleiben in ihrem „Gehege“, weil es dort schon Gastronomie und Lebensmittel gibt! Das ganze idiotische Projekt bring dem Dorf mit Sicherheit nichts Gutes! Fragen Sie mal die Medebacher!!! Mit viel Glück kommt die Stadt finiaziell mit einem blauen Auge davon. Kohle machen – auch das darf bezweifelt werden – allenfalls die Investoren. Oder werden hier nur Fördergelder verbrannt?? Was mich wundert: Warum protestieren die Amecker nicht? Sind wirklich alle begeistert?? „Amecke 21“ – das wäre ´mal was!!!*

und hier die Stellungnahme der Grünen:

Grüne: Badprojekt Amecke ist ein Kniefall vor dem Investor

In der vergangenen Ratssitzung wurde mehrheitlich mit Stimmen von CDU/SPD
und FDP beschlossen, dass die Stadt Sundern das Zentralgebäude für die
Feienhausanlage Amecke mitfinanziert. In dem geplante Zentralgebäuden soll
Rezeption/Shops/Restaurant/ Tagungsbereich/Sauna/Hallenbad und Freibad neu
errichtet werden. Bis auf das Freibad alles Anlagen, die primär der
Ferienhausanlage zu Gute kommen. Zudem wird durch die zusätzliche
Inanspruchnahme eines Eichenwaldes erheblich mehr Fläche verbraucht als
bisher geplant.
Das bisherige Freibad muß die Stadt auf eigene Kosten abreißen und das
Gelände veräußern.
Für die Grünen ist klar, das die Stadt mit der neuen Anlage eine Konkurrenz
für die eigenen defizitären Anlagen wie die Saunaanlage in Langscheid, das
neu renovierte Hallenbad in Sundern und das Schwimmbad in Langscheid
finanziert. Schon jetzt ist die teure Saunaanlage in Langscheid nicht
ausgelastet und das Hallenbad hat rückläufige Besucherzahlen.
Die Grünen halten den Beschluß der letzten Ratssitzung für
verantwortungslos, da er unkalkulierbare finanzielle Risiken beinhaltet. Im
Konkursfall des Betreibers trägt die Stadt das volle Risiko Hier wird mit
den Steuergeldern Harakiri gespielt.
Um diese Risiken zu verringern hatten die Grünen einen Alternativvorschlag
eingebracht, der aber von der Mehrheit aus CDU/SPD und FDP angelehnt wurde:
Die Stadt Sundern sollte mit den jetzt für das Freizeitbad vorgesehene
Mitteln das eigene Freibad sanieren und attraktiver gestalten, der Investor
auf eigene Kosten ein eigenes Hallenbad in seiner Anlage errichten. Die
Stadt sollte mit dem Investor darüber verhandeln, das der Betreiber der
Ferienhausanlage eventuel einen Zuschuss für das Freibad gibt.
Der Antrag der Grünen wurde leider gegen 4 Stimmen abgelehnt. Die Mehrheit
des Rates entschied sich dafür, dass die Stadt Risiken des Investors der
Ferienhausanlage mit übernimmt und das obwohl bisher auch nicht ansatzweise
klar ist wie und von wem die Ferienhausanlage betrieben werden soll.

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