Auch bei „Ruinen-Ollis“ Vertreter kommt die Bahn nicht vor …

By admin um 22:52 am Montag, Mai 21, 2007

Zu einer lobenswerten Veranstaltung hatte der Landrat des Nachbarkreises Paderborn am Montag abend eingeladen: Sie stand unter dem Titel „Verkehr in die Zukunft: Verkehrsplanung in Zeiten des demographischen Wandels“.

Verkehrsminister Oliver Wittke war selber verhindert, so dass er seinen Staatssekretär Kozlowski als Vertreter geschickt hatte. In diversen Beiträgen in Eisenbahnerforen (z.B. https://www.drehscheibe-online.de) wird der NRW-Verkehrsminister als „Ruinen-Olli“ tituliert. Denn er hat in den mittlerweile fast 2 Jahren seiner Amtszeit oft genug bewiesen, dass sich seine Verkehrspolitik vornehmlich auf Straßen und Flughäfen richtet, aber mit dem Bahn-Angebot in Westfalen hat er nicht viel im Sinn. Statt dessen nimmt er in Kauf, dass viele Zugverbindungen wegen der Politik der Landesregierung eingestellt und ganze Bahnstrecken abgebaut werden müssen.

Sein Staatssekretär scheint ihm da nicht nachzustehen, wie sich in Kozlowskis Einführungsreferat zeigte. Nicht weniger als 8 einzelne Straßenbauprojekte stellte er eingehend dar und pries sie als große Erfolge der amtierenden Landesregierung an. Über 3 Flughäfen ließ er sich eingehend aus. Aber – fast schon keine Überraschung mehr: Kein einziges konkretes Bahnprojekt erwähnte er. Dabei hätte es bei einem Auftritt im Kreis Paderborn doch nahegelegen, über die auch vom Kreis gewünschte Bahnanbindung des Flughafens Ahden oder über den Ausbau der Sennebahn (Paderborn – Hövelhof – Bielefeld) zu reden.

Vor allem die Mitte-Deutschland-Verbindung (MDV) hätte besondere Aufmerksamkeit verdient, denn auch der Konzernbevöllmächtigte der DB AG für das Land NRW, Latsch, war unter den Diskussionsteilnehmern. Und die DB hat die Zahl der Zugpaare auf dieser für die Kreise PB, SO und HSK wichtigen Fernverbindung zwischen Thüringen, Kassel, Warburg (mit Anschluß an die Obere Ruhrtalbahn), Paderborn, Lippstadt, Soest und dem Ruhrgebiet kürzlich von 9 auf 5 zusammengestrichen und schickt die Fahrgäste Richtung Thüringen stattdessen auf die Schnellfahrstrecke Köln-Frankfurt mit etwa doppelt so teuren Fahrpreisen. Doch: Dazu sagte das Mitglied der NRW-Landesregierung kein einziges Wort …

Zu wünschen bleibt aber, dass auch im HSK ähnliche Veranstaltungen durchgeführt werden, die die Auswirkungen des demographischen Wandels auf verschiedene Politikfelder beleuchten!

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