Auch der 2. Anlauf der Fa. Stratmann wirkt dilettantisch

By admin um 18:33 am Freitag, Oktober 12, 2007

Mitteilung der Bürgerinitiative Mönkeloh e.V.

Die Firma Stratmann aus dem Hochsauerlandkreis steht wegen der Planung einer Müllverbrennungsanlage (MVA) in Paderborn erneut mächtig unter Beschuss. Gegen den Genehmigungsantrag des Bestwiger Entsorgungsunternehmens waren zu Beginn des Jahres sage und schreibe 45.000 Einwendungen erhoben worden. Die Bezirksregierung in Detmold hatte den Erörterungstermin im März wegen eklatanter Mängel in den Antragsunterlagen vorzeitig abgebrochen. In der Paderborner Presse war die Planung der Firma Stratmann als „dilettantisch“ und ihr Auftreten im Erörterungstermin als „inkompetent“ bewertet worden. Jetzt unternimmt der Müllentsorger aus dem Sauerland den zweiten Versuch – und bringt das Paderborner Land mit seiner MVA-Planung erneut zur Weißglut.

Hauptkritikpunkte an dem 60-Millionen-Euro-Projekt sind der Einsatz einer technisch minderwertigen Billig-Rauchgasreinigung, der Einsatz hoch schadstoffbelasteter Brennstoffe, der Verzicht auf eine Vorbelastungsuntersuchung, unzureichender Brandschutz und eine mangelhafte Energienutzung.Nicht nur die Umwelt- und Naturschutzverbände sowie eine Bürgerinitiative haben der Firma Stratmann den Kampf angesagt. Auch die Universität, der Kreisärzteverein und die beiden großen christlichen Kirchen kritisieren die Planung. Der Paderborner Erzbischof Becker hat dem Antragsteller vorgeworfen, das Lot zwischen wirtschaftlichen Interessen einerseits sowie ökologischen und sozialen Belangen auf der anderen Seite stimme nicht.

Mehr als deutlich ist auch die Reaktion der Stadt Paderborn und des Landkreises auf den zweiten Antrag des sauerländischen Müllunternehmens. „Es ist unglaublich, dass die Firma Stratmann uns schon wieder so mangelhafte Unterlagen zumutet“, schüttelt Martin Lürwer, Technischer Beigeordneter der Stadt Paderborn, den Kopf und weiß alle Fraktionen im Paderborner Stadtrat hinter sich. Und auch der Kreis Paderborn kritisiert die Antragsunterlagen als unzureichend. Für Paderborns Landrat Manfred Müller (CDU) sind nicht einmal die Mindestanforderungen für eine öffentliche Bekanntmachung des Vorhabens erfüllt.

In den Kommunen des Kreises Paderborn wird der Ruf immer lauter, der Firma Stratmann künftig möglichst keine Aufträge mehr zu erteilen. Auch Gewerbebetriebe in Paderborn gehen aus Verärgerung über die MVA-Planung zunehmend auf Distanz zum Müllentsorger aus Bestwig.

In Paderborn wird immer häufiger die Frage gestellt: Warum agiert ein bislang angesehenes mittelständisches Familienunternehmen aus dem Sauerland dermaßen rücksichtslos gegen die Interessen einer ganzen Region und produziert flächendeckend „verbrannte Erde“? Dass Seniorchef Gottfried Stratmann den Unmut des Paderborner Landes einschließlich der katholischen Kirche und des Erzbischofs auf sich nimmt, läßt nur einen Schluss zu: Müllverbrennung ist ein unglaublich lukratives Geschäft – je billiger die Technik und je höher der Schadstoffausstoß, desto lukrativer!

Die Firma Stratmann beruft sich darauf, sämtliche gesetzliche Anforderungen einzuhalten. Abgesehen davon, dass diese Aussage zumindest für den ersten Planungsversuch nachweislich nicht stimmte, mahnte der Paderborner Erzbischof: „Nicht alles, was gesetzlich zulässig ist, ist auch moralisch vertretbar.“ Aber für Stratmann stehen Moneten und ein lukratives Geschäft offenkundig über der Moral.

———————————————————————–
Weitere Presseberichte und Informationen sind auf unserer Homepage

www.keinemva.de“ erhältlich. Rückfragen bitte an:

Jürgen Wrona, Mitglied im Sprecherrat der Bürgerinitiative Mönkeloh e.V.
Mozartstraße 23
33129 Delbrück
Tel. 05250/932680
Fax 05250/932681
Mail: j.wrona@t-online.de

Filed under: Abfallwirtschaft kommentieren »

Keine Kommentare »

Keine Kommentare.

RSS feed der Kommentare dieses Beitrags. TrackBack URI

kommentieren