Bürgermeisterwahl in Sundern 2015-Positionspapier von Bündnis 90 / DIE GRÜNEN OV Sundern

By Fritz Arendt-Quandt um 7:46 am Montag, August 10, 2015

Positionspapier von Bündnis 90 / DIE GRÜNEN

zur Bürgermeisterwahl in Sundern 2015

 Wir wollen eine neue Chance für Sundern. Sundern hat enorme gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklungspotenziale. Viele Menschen fühlen sich in Sundern wohl und leben gerne hier. Wir wollen, dass zunehmend mehr junge Erwachsene ihre Zukunft in Sundern sehen – in seinen Dörfern und Ortsteilen. Wir wollen infrastrukturell gute Bedingungen für das Leben in Sundern und so Sundern zu einer Stadt machen, die allen gute Lebensbedingungen bietet.

In den letzten Jahren haben etliche politisch zu verantwortende Entscheidungen Sundern mehr geschadet als genutzt. Die politische Verantwortung dafür hat die CDU, welche über eine absolute Mehrheit im Rat verfügte und den Bürgermeister aus ihren Reihen gestellt hat.

Diese Zeit ist nun vorbei!

Bei der letzten Kommunalwahl hat die CDU ihre absolute Mehrheit verloren.

Uns geht es darum, dass sie auch den Bürgermeister nicht länger stellt, da er sehr großen Einfluss auf die politische Entwicklung hat und wir uns bessere Lösungen vorstellen können als einen CDU-Bürgermeister.

Deshalb haben wir uns mit vier anderen Parteien auf den Weg gemacht, um einen Neuanfang auch in diesem Amt zu gewährleisten.

Es wird sicherlich keinen „Superman“ geben, der Sundern im Alleingang weiter nach vorne bringt.

Wir brauchen einen Bürgermeister, der menschliche Qualitäten mit Kompetenz und Kommunikationsfähigkeit verbindet. Wir glauben, dass wir einen solchen Kandidaten gefunden haben.

Wir GRÜNEN stehen für Themen, die für Sundern wichtig sind.

Diese wollen wir in Kooperation mit den anderen Ratsparteien und mit dem neuen Bürgermeister zu guten Lösungen bringen. Wir sind dabei selbst bereit, mit allen das Gespräch zu suchen und gute, gemeinsam getragene Lösungen zu entwickeln.

Aus Erfahrungen wissen wir, dass das möglich ist.  Unsere Ratsfraktion ist kompetent und kommunikativ.

Unsere Themen sind:

–          Die Innenstadtentwicklung

Wie kann es gelingen, die Innenstadt zu beleben, ohne ein neues überflüssiges Einkaufzentrum mit Parkdeck auf den Franz-Josef-Tigges-Platz zu bauen?

–          Die Energiewende

Wir können nicht so tun, als ob die Energiewende überall außer in Sundern stattfindet. Neben einer effizienteren Nutzung der Energie  gehört  auch die lokale Erzeugung regenerativer Energie durch Windkrafträder zum Konzept. Die Energie, die in der Stadt Sundern benötigt wird muss auch lokal erzeugt werden. Wir wollen ein klima-neutrales Sundern und haben uns in der Windkraftfrage gemeinsam mit der CDU in einer den Einwohnern, den Wohngebieten und dem Naturschutz  gegenüber verantwortlichen Weise entschieden.

–          Die Dorfentwicklung

Zusammenarbeit, gute Nachbarschaft und viele neue Entwicklungsideen sind für die Dörfer besonders wichtig, da sie mit Leerständen, geringeren Einwohnerzahlen und einem höher werdenden Durchschnittsalter konfrontiert sind. Welche Wege gibt es, um diese Entwicklungen als Chance zu begreifen und positiv zu gestalten? Jugend- und Dorfkonferenzen und das LEADER-Projekt sind dazu sicherlich spannende Möglichkeiten.

Wichtig ist aber auch die verkehrliche Anbindung der Ortsteile. Das gilt nicht nur für den ÖPNV sondern auch für die Schaffung sicherer Fahrrad- und Gehwege zwischen den Dörfern und Ortsteilen.

–          Die Wirtschaftsförderung

Sundern ist ein extrem starker Wirtschaftsstandort. Und das muss so bleiben. Wie kann „Politik“ dies unterstützen? Wie kann Wirtschaftsförderung ökologisch und touristisch vertretbar umgesetzt werden?

–          Integration und Flüchtlinge

Fast wöchentlich treffen Flüchtlinge in Sundern ein. Das wird sich nicht ändern, so lange die Welt so katastrophal und menschenverachtend ist, wie sie in vielen Ländern ist. Wie können die in Sundern gestrandeten Flüchtlinge erfahren, dass es sich lohnt, in Sundern zu leben, zu arbeiten und hier gar eine neue Heimat zu finden? Wir GRÜNEN sind gemeinsam mit vielen anderen in Bündnissen aktiv, die sich darum kümmern, dass die Migration von Flüchtlingen in Sundern gelingen kann.

–          Die Schulentwicklung

Wir brauchen ein zukunftsfestes Schulsystem. Alle Kinder müssen, egal in welcher Schulform, eine Ausbildung erhalten, die sie auf ihr Leben und eine Berufsausbildung, ein Studium vorbereitet. Inklusion und Integration sind dabei besondere Herausforderungen. Das geht nur, wenn wir alle in Sundern zusammenarbeiten. Kirchturmdenken ist da wenig hilfreich.

–          Eine transparente Haushaltspolitik,

die verantwortlich mit den knappen Mitteln umgeht und undurchsichtige Pleiteprojekte wie den Ferienpark in Amecke von der Agenda streicht.

 

Diese Themen wollen wir in die politische Diskussion einbringen. Dazu haben wir klare Positionen und freuen uns darauf, an gemeinsam getragenen Lösungen mitzuwirken.

 

Wir erhoffen uns bessere Lösungen, wenn der Bürgermeister nicht von der CDU gestellt wird, da deren Wirken in den letzten Jahren Sundern geschadet hat.

 

Wir bitten unsere Wählerinnen und Wähler deshalb,

 

                                              Herrn Ralph Brodel

 

das Vertrauen zu schenken und ihn am 13. September 2015

 

                                        zum Bürgermeister

 

zu wählen. Herr Brodels Wahl ist eine große Chance, einen politischen Wandel in Sundern herbeizuführen. Eine Stimme für ihn ist eine Stimme für einen politischen Neuanfang in Sundern.

 

Sundern, 24.07.15

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Kommunalwahlprogramm Grüne Sundern 2014

By admin um 23:54 am Mittwoch, Mai 7, 2014

Das Team der Grünen Sundern zur Kommunalwahl 2014

Unser Kommunalwahlprogramm

Das Kommunalwahlprogramm der Grünen Sundern zur Kommunalwahl 2014 in Kurzfassung als pdf-Datei

Dieses Programm ist ab sofort natürlich auch in gedruckter Form an unseren Infoständen erhältlich.

 

 

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Unser Wahlprogramm – unsere Kandidatinnen und Kandidaten

By admin um 22:15 am Mittwoch, Mai 7, 2014

Der Ortsverband Sundern der Bündnis 90/Die Grünen tritt mit einem starken Team zu den Kommunalwahlen am 25. Mai an. Auf der Kandidatenliste für das Kommunalparlament tauchen neben den Namen erfahrener Kommunalpolitiker, wie Antonius Becker und Anke Rose, diverse neue  Namen junger und älterer Sunderner auf, die sich in das Geschehen der Stadt einbringen wollen.

Aus den Kandidaten, die sich für die Listenaufstellung zum Kommunalparlament zur Verfügung gestellt haben, wurde folgende Listenbesetzung gewählt: Platz 1: Antonius Becker (Ratsmitglied seit 7 Jahren), Platz 2: Guido Simon (war Mitglied im Werksausschuss von 2001 bis 2006),  Platz 3: Fritz Arendt-Quandt, Platz 4: Helena Brandes und Platz 5: Anke Rose (Ratsmitglied seit 2013). Darüber hinaus wurden die Plätze 6 bis 12  besetzt, wobei mit Henrike Schütz (18 Jahre) auch die Jugend auf der Liste vertreten ist.                                                         

Zudem wird Bündnis 90/Die Grünen für alle 19 Wahlbezirke der Stadt Sundern Kandidaten aufstellen.

Die neuen Namen stehen für frische Tatkraft, neue Ideen und junges Engagement. „Unsere Gesellschaft ist einem steten Wandel unterworfen. Politik muss auf diese Veränderungen reagieren. Veränderungen lassen sich durch unkonventionelle Ideen „neuer Köpfe“ und dem „Erfahrungsfundus“ der  „alten Köpfe“ gut auf den Weg bringen.“ So Antonis Becker, der Spitzenkandidat der Bündnis90/Die Grünen.

Das Schwerpunktthema der politischen Arbeit von Antonius Becker ist Wirtschaft und Tourismus: „Die städtische Wirtschaftsförderung muss dem Allgemeinwohl verpflichtet sein, nicht dem Profit einiger Weniger. Im Sinne eines „sanften Tourismus“ sind Großprojekte abzulehnen, da hier Nachhaltigkeit und ökologische Belange zu kurz kommen. Sowohl Wirtschaft wie Tourismus sollten die regionale Wertschöpfung stärken, indem sie möglichst auf den heimischen Mittelstand setzen.“

Neben dem Wahlkampfprogramm, in dem viele der gesetzten „Grünen“-Themen angesprochen werden, ist den Kandidaten von Bündnis90/ Die Grünen wichtig, dass grüne Politik  immer von der Basisarbeit gelebt hat  und in diesem Sinn werden sich die Grünen auch weiterhin engagieren.      

Guido Simon aus Wulfringhausen steht als aktiver Biobauer für diesen Bezug zu „urgrünen“ Themen: „Auf meinem Hof wird Tierwohl groß geschrieben und auf den Einsatz von Gentechnik verzichtet. Ich werde mich dafür einsetzen, dass auf sunderner Feldern auch weiterhin keine gentechnisch veränderten Pflanzen eingesetzt werden“, so der begeisterte Biomilcherzeuger.

 „Ja zu Windkraftanlagen im Stadtgebiet! – Aber zu jedem  Preis?“ , ein Thema das nicht nur „grüne“ – Gemüter bewegt. „ Wir Bündnis 90/Die Grünen wollen Ansprechpartner für Interessierte an dem Ausbau der Windkraftenergie im Stadtgebiet sein. Gemeinsam gilt es, in dieser Fragestellung Lösungen zu finden, die sowohl auf die Naturbelange, auf den Artenschutz,  aber auch auf die Interessen umweltverträglicher Energiegewinnung  eingehen“,  formuliert es Fritz Arendt-Quandt, Forstbeamter aus Hellefeld.

Helena Brandes, Biologisch Technische Assistentin, möchte sich als „politische Newcomerin“ einfach für eine lebenswerte Stadt Sundern einsetzen und sieht bei den Bündnis 90/Die Grünen Möglichkeiten an einer sozial gerechten, friedlichen Gesellschaft mitzugestalten.

Für Anke Rose, Lehrerin am Städt. Gymnasium, sind  Schul- und Jugendpolitik  zentrale Themen: „Schule ist  ständig in Bewegung und Veränderung. Inklusion ist in diesem Sinne eine große Chance, gesellschaftliche Teilhabe für alle zu ermöglichen, aber auch eine gewaltige gestalterische Herausforderung. Eine wichtige  Frage wird in den nächsten Jahren sein, wie sich unsere Schullandschaft auf dem „Schulberg“ entwickeln soll, welche Angebote sich Eltern vor Ort wünschen. Und nicht zuletzt brauchen wir eine engagierte Jugendpolitik, die genau hinhört, welche Bedürfnisse und Erwartungen junge Menschen heute haben.“

In diesen, aber auch in all den anderen kommunalen Themen, die von einzelnen Initiativen oder Interessensgruppen getragen  werden, gilt es die Positionen durch gemeinsames Agieren zu stärken, gemeinsame Erfahrungen und bewährte Strukturen zu nutzen. So verstehen sich Die Grünen/Bündnis 90 mehr den je als Vertretung der Interessensgruppen, die Basis demokratische Prozesse anstoßen und entsprechende politische Entscheidungen herbeiführen wollen.

Die Kandidaten/Kandidatinnen der Bündnis90/Die Grünen für die Wahlbezirke der Stadt Sundern: Wahlbezirk (WB) Hagen/Wildewiese :Burkhard Schütz, WB Allendorf: Martin Lehnert, WB Amecke: Guido Simon, WB Stockum: Christoph Tebbe, WB Endorf/Brenschede/Kloster-Brunnen/Röhrenspring/Recklinghausen: Mechthild Lux, WB Hellefeld/Altenhellefeld/Meinkenbracht/Linnepe:  Antonius Becker, WB Westenfeld/Sundern-Erfthagen: Klaus Bergfeld, WB Sundern-Röhre: Elmar Schütz, WB Sundern-Silmecke: Anke Rose, WB Sundern-Teckelsberg:  Elisabeth Siegert, WB Sundern-Meschederstr.: Helena Brandes, WB Sundern-Settmecke:  Inga Juchmann, WB Sundern-Bergstr.:  Brigitte Gemke, WB Sundern-Brandhagen:  Thomas Gleisberg, WB Hachen-Süd: Franz-Josef Becker, WB Hachen-Nord: Fritz Arendt-Quandt, WB Hövel/Enkhausen-Estinghausen:  Monika Dittmann, WB Langscheid-Langscheiderstr.: Heide Bolling, WB Langscheid-Sorpestr.: Edeltraud Hünicke

 

 

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Grüne beantragen Diskussion zur Postschließung im kommenden Hauptausschuss

By admin um 19:28 am Sonntag, November 16, 2008

Klaus Korn
Fraktionsvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen
Randweg 50 , 69856 Sundern

An die Stadt Sundern
Bürgermeister Wolf

Sundern, 16.11.2008

Sehr geehrter Herr Bürgermeister

Hiermit beantragt die Fraktion Bündnis 90/Die Grünén die Erweiterung der Tagesordnung des kommenden Hauptausschusses um folgenden Punkt:

Aufforderung an die Post eine tragfähige und die Grundversorgung gewährleistende Konzeption für die Postdienstleistung in Sundern darzustellen.

Hierzu soll ein Vertreter der Post eingeladen werden um Stellung zu den Planungen zu beziehen.

Begründung:

Schon jetzt ist eine wohntortnahe Versorgung mit Postdienstleistungen in Sundern nicht mehr gewährleistet. Die Aufgabe eines Paketes beispielsweise ist für viele Menschen (insbesondere für ältere Menschen und Personen die auf den ÖPNV angewiesen sind) mittlerweile nahezu unmöglich oder mit erheblichem Aufwand verbunden. In den meisten Ortsteilen gibt es gar keine Poststationen mehr. Die Kommunikation auf dem Postweg gehört aber weiterhin zur Grundversorgung einer Gemeinde.
In der Diskussion zur Schließung der Postfiliale in Sundern beabsichtigt die Post ihre Dienstleistungen mit dem örtlichen Einzelhandel zu verknüpfen. Dort wo dieses bisher schon geschehen ist ist dieser Weg allerdings gescheitert. Wir erinnern an die vergeblichen Versuche eine Poststation im Ortsteil Stockum zu erhalten, nach mehrfachem Wechsel des Standortes existiert dort (obwohl es sich um ein größeres Dorf mit starkem Gewerbe handelt) keinerlei Poststation mehr.

Der Hauptausschuss /Rat der Stadt Sundern fordert daher die Post auf eine tragfähige Konzeption zu entwickeln um die Grundversorgung hinreichend zu gewährleisten.

Mit freundlichen Grüßen

Klaus KOrn
Fraktionsvorsitzender

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Grüne treffen sich am 31.10

By admin um 19:30 am Freitag, Oktober 3, 2008

Die nächste Mitgliederversammlung der Grünen Sundern ist am 31.10 um 19 Uhr im Gasthof Klöckner in Dörnholthausen.

Schwerpunktmäßig wird es dabei darum gehen wie die Grünen Sundern zur Kommunalwahl antreten.

Interessenten sind herzlich willkommen.

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konsequente Recyclingwirtschaft ist notwendig!

By admin um 14:01 am Samstag, Juli 12, 2008

Mehr Recycling heißt höherer Lebensstandard für mehr Menschen
Lektion Airbus
KOMMENTAR VON MICHAEL BRAUNGART

Die Weltbevölkerung wächst. Immer mehr Produkte kommen auf den Markt, immer mehr Rohstoffe werden verarbeitet. Auch in Indien und China gibt es inzwischen einen Mittelstand mit zunehmenden Konsumbedürfnissen. Zunehmend hört man die ängstliche Frage: Kann das auf Dauer so weitergehen?

Michael Braungart ist Chemiker und lehrt als Professor für Verfahrenstechnik an der Universität Lüneburg. Er gründete u. a. EPEA, die Internationale Umweltforschung GmbH. Auf seine Thesen wird Wolfgang Neef antworten.
Dass die Menschheit wächst, muss kein Problem sein. Das macht, zum Beispiel, ein Blick auf die Ameise deutlich. Ihre Biomasse übersteigt die der Menschen um ein Vielfaches, ihr Kalorienverbrauch entspricht dem von etwa 30 Milliarden Menschen. Dennoch sind sie kein ökologisches Problem. Im Gegenteil: Während die Menschen in großem Umfang Abfälle produzieren, gibt es in der Welt der Ameisen nur Nährstoffe: Was sie ausscheiden, ist für andere Lebewesen nicht nur unschädlich, sondern sogar nützlich. Und was sie konsumieren, sind Ausscheidungen anderer Lebewesen. Insofern spielt in der Natur die Menge des eingesetzten Materials keine Rolle, weil sie ständig zirkuliert. Tatsächlich herrscht in der Natur so etwas wie lustvolle Verschwendung, wie ein blühender Apfelbaum in jedem Frühjahr eindrücklich belegt.

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Demgegenüber gilt der Materialeinsatz der Menschen spätestens seit 1962 als destruktiv, als Rachels Carsons Buch „Silent Spring“ erschienen ist. Dessen zentrale These: Die menschliche Produktion zerstört die Natur, verursacht Artenschwund und auch die Menschen selbst werden Opfer ihrer Wirtschaftsweise. Seveso, Bhopal, Tschernobyl, Basel, Exxon Valdes – alle diese Umweltkatastrophen führten zu dem weitverbreiteten Gefühl, dass die Menschen Schädlinge auf der Erde sind, die es besser gar nicht gäbe.

Aus diesem Schuldkomplex entstand der Brundtland-Report über Nachhaltigkeit, das Konzept der Öko-Effizienz und Null-Emission – alles mit dem Ziel, möglichst wenig schädlich zu sein und den ökologischen Fußabdruck zu minimieren. Es entstanden hocheffiziente Mülltechniken und Produkte, die etwas weniger giftig waren als ihre Vorgänger. Auch der vor kurzem verbreitete Ratschlag des Umweltbundesamts, das Auto öfters mal stehen zu lassen, ist Ausdruck einer solchen Ideologie. Umweltschutz wird definiert als „weniger zerstören“. Doch diese Perspektive ist so falsch wie eine Form von Kinderschutz, die Kinder nicht mehr täglich, sondern nur noch wöchentlich mit Schlägen bestraft.

Wer weniger zerstört, schützt nicht. Im Gegenteil. Wer falsche Systeme und Produkte optimiert, macht sie damit umso gründlicher falsch. So steckt heute in PET-Flaschen zwar etwas weniger krebserregendes Antimon als früher, doch in geringerer Konzentration ist der gesundheitsgefährdende Stoff weiterhin vorhanden. Diese relative Verbesserung hat bisher verhindert, dass ein völlig ungefährlicher, titanhaltiger Ersatzstoff überhaupt auf den Markt kommt.

Auch das 2006 erlassene EU-Verbot, Blei in der Elektronikproduktion einzusetzen, ist ein Beispiel für eine solch kurzsichtige Denkweise. Als Ersatzstoffe für Lötverbindungen werden nun Zinn, Silber, Kupfer, Nickel und Wismut verwendet. Das sind alles giftige oder seltene Metalle. Außerdem kommt Wismut in der Natur fast nur zusammen mit Blei vor, so dass mit jeder Tonne Wismut zugleich zehn Tonnen Blei gefördert werden – die dann selbstverständlich als relativ günstige Rohstoffe auf dem Weltmarkt untergebracht werden müssen. Außerdem ist Blei nur eine von 4360 Chemikalien, die in einem normalen Fernseher enthalten sind. Die möglichen Gefahren, die von den 4359 übrigen Stoffen ausgehen, bleiben unbeachtet. Daran wird auch das REACH-Chemikalienprogramm nichts ändern – es legalisiert im Gegenteil sogar Chemikalien, die nie für Menschen und Umwelt entwickelt wurden. Nicht umsonst ist die Innenraumluft durchschnittlicher Räume heutzutage durch ausgasende Elektrogeräte und Möbel so stark belastet, dass inzwischen jeder zweite Siebenjährige an Allergien leidet.

Von Albert Einstein stammt die Weisheit, dass kein Problem durch dieselbe Denkweise gelöst werden kann, durch die es verursacht wurde. Fest steht, dass es abgesehen von gelegentlichen Meteoriteneinschlägen keinen Materialinput aus dem Weltraum gibt. Die Verfügbarkeit technischer Nährstoffe wie Kupfer, Zinn, Zink, Mangan oder Kobalt ist also begrenzt, die Stoffe auf der Erde können nicht vermehrt werden. Eine Fortsetzung der industriellen Wirtschaftsweise der vergangenen 150 Jahre ist deshalb auf Dauer unmöglich.

Somit müssen wir künftig intelligent produzieren: Die eingesetzten Stoffe sind in technischen und biologischen Kreisläufen zu führen, damit kein Müll entsteht. Zum zweiten sollten wir uns von der Denkweise verabschieden, dass es erstrebenswert ist, etwas weniger schädliche Dingen herzustellen als zuvor. Vielmehr darf es nur noch Dinge geben, die weder Mensch noch Umwelt vergiften und deren Inhaltsstoffe nach Gebrauch möglichst sogar noch biologisch oder technisch nützlich sind. Statt alsoweiter nach dem Prinzip „von der Wiege bis zur Bahre“ zu handeln, sollten wir uns an der Natur orientieren, wo das Motto herrscht: Von der Wiege zur Wiege.

Das erste Produkt eines solchen „Cradle to Cradle“-Designs, das von mir und William McDonough im MBDC-Institut entwickelt wurde, waren kompostierbare Möbelbezugsstoffe, die keineswegs mausgrau daherkommen, sondern mit den höchsten Designpreisen Europas ausgezeichnet wurden. Dass sie auch im funktionalen Sinne hohen Ansprüchen genügen zeigt sich schon daran, dass auch die Polster des neuen Airbus A 380 damit bezogen sind. Inzwischen orientieren sich immer mehr Firmen an dem Prinzip. So leiht der weltgrößte Teppichbodenhersteller SHAW Teppichböden nur noch als Dienstleistung an den Kunden aus und behält auf Dauer die Rohstoffe. Auch für die Turnschuhfirma Nike, die weltweit größten Büromöbelhersteller Steelcase und Hermann Miller und kleinere Unternehmen wie Marabu oder Trigema ist das „Cradle to Cradle“-Prinzip heute zentral. Dabei gilt der Grundsatz, nur gute, ungiftige Materialien einzusetzen bei Dingen, die mit den Nutzern in Kontakt kommen. Wo Gifte technisch unumgänglich sind, müssen sie in der Technosphäre bleiben.

Zum Glück wachsen inzwischen junge Wissenschaftler nach, die keine Chemikalien mehr herstellen wollen, die sich in Lebewesen anreichern oder die Fruchtbarkeit zerstören. Sie treffen zwar auf Sachwalter aus der Schuldkomplex-Generation, die auf Verzicht und ein bisschen weniger Gift setzen. Doch auf Dauer werden sich die Jungen mit ihrer Position durchsetzen.

Wenn wir durch ein solches „Total Beauty Design“ lernen, für uns, unsere Mitmenschen und alle anderen Lebewesen auf der Erde nützlich zu sein und nicht weniger schädlich, dann haben wir auch kein Überbevölkerungsproblem. Dann können wir uns über das Potenzial jedes einzelnen Kindes freuen anstatt in seiner Existenz ein Problem für die Zukunft der Erde zu sehen.

aus: www.TAZ.de

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Kreisgrüne auf Irrwegen!

By admin um 11:39 am Mittwoch, März 26, 2008

POLITIK/363: PFT – Ein Negativ-Lehrstück in Umweltkommunikation (BBU)
BBU-WASSER-RUNDBRIEF Nr. 882 – 31. Januar 2008 – 27. Jahrgang
Freiburger Arbeitskreis Wasser im Bundesverband Bürgerinitiativen
Umweltschutz e.V. (BBU)
PFT – Ein Negativ-Lehrstück in Umweltkommunikation
Die Belastung der Ruhr mit “Perfluorierten Tensiden” (PFT, s. RUNDBR.
873/2-3, 854/2-4, 851/2-3) hat vor allem in der nordrhein-westfälischen
Politik und Presse zu einer hochpolitisch aufgeladenen Debatte geführt – die
völlig aus dem Ruder gelaufen ist! Die Konsequenzen, die in Politik und
Presse aus der Belastung gezogen werden, zäumen das Pferd von hinten auf:
Ausgerechnet die Letzten in der Kette zwischen industrieller PFT-Nutzung,
Abwassereinleitung und Trinkwassergewinnung – also die Wasserwerke entlang
der Ruhr – wurden für die PFT-Belastung der TrinkwasserkonsumentInnen
verantwortlich gemacht. Die Wasserwerke sollten dauerhaft mit einer
Aufrüstung ihrer Aufbereitungsanlagen die Gefahr bannen, so die lauthals
vorgetragene Forderung. Neben den PFT-Emissionen aus verseuchten
Ackerflächen im oberen Ruhr-Einzugsgebiet wird jetzt zunehmend deutlich,
dass indirekt-einleitende Industrie- und Gewerbegebiete maßgebliche
PFT-Frachten zur Belastung der Ruhr beisteuern. Im Gefolge dieser Erkenntnis
bekommt derzeit auch der RUHRVERBAND Prügel, weil er in seinen Kläranlagen
das PFT nicht aus dem Abwasser holt. Bei den gut wasserlöslichen Stoffen aus
der PFT-Familie würde eine PFT-Eliminierung in den Verbands-Kläranlagen
enorme Investitionen nach sich ziehen, die zudem mit einem beachtlich
höheren Energiebedarf und Abfallanfall verbunden wären.
Sonderbarerweise fordert kaum jemand der politischen Akteure in NRW die
konsequente Durchsetzung des Verursacherprinzips. Neben einer effizienten
Sanierung der kontaminierten Ackerflächen kann vernünftigerweise nur die
radikale Einschränkung der PFT-Nutzung im industriell-gewerblichen Bereich
die PFT-Frachten in der Ruhr wirkungsvoll begrenzen. Wobei man darauf acht
geben muss, dass in der Textil-, Papier- und Metallbranche die
hochfluorierten PFTs nicht durch geringer fluorierte Tenside mit niedrigerem
Molekulargewicht ersetzt werden. Diese wären noch schwieriger zu analysieren
und würden noch leichter bis in die Trinkwassergewinnung durchbrechen. Denn
die derzeit eingesetzten PFTs sind “nur die Spitze eines Eisberges”, wie
Prof. WOLFGANG KÜHN vom Technologiezentrum Wasser auf der WAT2008 am 22.
Februar 2008 in Augsburg hervorgehoben hat.
Die Politiker, die in NRW mit dem Brustton der moralischen Empörung die
Wasserwerke wegen ihrer ungenügenden Aufbereitungstechnologie geißeln,
ignorieren folgendes: Je höher der Aufbereitungsaufwand getrieben wird,
desto weiter wird sich Trinkwasser von einem Naturprodukt entfernen – hin zu
einem Sterilwasser, dem beispielsweise nach einer Nanofiltration Mineralien
wieder künstlich zugesetzt werden müssten. Während dies aber eher noch als
“Geschmacksfrage” einzustufen wäre, hat die Aufrüstung von Wasserwerken zu
Wasserfabriken auch politisch fatale Faktoren. Je hochgezüchteter die
Aufbereitungstechnik im Wasserwerk, desto mehr kann die Politik mit
vergleichsweise hohen Schadstoffkonzentrationen und -frachten in den Flüssen
leben: Das Wasserwerk als Wasserfabrik wird es ja schon richten.
Auch das Engagement der Wasserwerker beim vorsorgenden Gewässerschutz wird
nach Einrichtung eines “Ultra-Wasserwerks” nicht gerade zunehmen. Bislang
waren die Wasserwerker die natürlichen Verbündenden der Umweltverbände, wenn
es um die vorsorgende Eliminierung von Schadstoffquellen ging – nicht nur im
industriell-gewerblichen Bereich, sondern beispielsweise auch im
Landwirtschaftsbereich bei der Reduzierung des Eintrages von Agrochemikalien
wie Stickstoffdüngern oder Pestiziden. Mithin höchste Zeit, dass die
PFT-Debatte in NRW vom Kopf auf die Füße gestellt wird – gerade auch von
Seiten der GRÜNEN. -ng-
WamS: “Möhnetalsperre und Ruhrverband sind PFT-Hauptverursacher”
Seit Monaten wird die WELT AM SONNTAG (WamS) offenbar von interessierter
Seite mit PFT-Infos gefüttert. Die dann folgenden “Enthüllungen” der WamS
werden anschließend regelmäßig von den GRÜNEN im Düsseldorfer Landtag
genutzt, um den NRW-Umweltminister anzugreifen. Waren die PFT-Artikel der
WamS zunächst gegen die Wasserwerke gerichtet, so ist jetzt auch der
RUHRVERBAND als Kläranlagenbetreiber ins Schussfeld gekommen. Am 20.01.08
berichtete die WamS: “Die Hauptverursacher [der PFT-Belastung der Ruhr] sind
die Kläranlagen des Ruhrverbandes.” Und: “Ein weiterer Verursacher: die
Möhnetalsperre, die ebenfalls vom Ruhrverband betrieben wird.” Dass aus der
Möhnetalsperre PFT-belastetes Wasser in die Ruhr fließt, liegt allerdings
daran, dass PFT-belastete Ackerflächen in die Zuflüsse der Talsperre
ausbluten – Ackerflächen, auf die mit umweltkrimineller Energie
PFT-kontaminierte “Bodenverbesserungsmittel” aufgebracht worden waren. Und
dass aus den Kläranlagen des RUHRVERBANDES Perfluorierte Tenside in die Ruhr
emittiert werden, ist auf die breite Anwendung von PFTs im
industriell-gewerblichen Bereich zurückzuführen. Sicher kann man darüber
diskutieren, ob man zur Elimination von gut wasserlöslichen Spurenstoffen
(dazu gehören auch die PFTs) die Kläranlagen mit zusätzlichen
Reinigungsstufen (Aktivkohlezugabe, Ozonierung, Membranfiltration) aufrüsten
sollte. Als “Hauptursache” für die PFT-Belastung der Ruhr aber die
Möhnetalsperre und die Kläranlagen des RUHRVERBANDES zu benennen, ist
grotesk – hat aber wohl Methode: Die WamS nimmt die wahren Verursacher –
also die PFT-einsetzende Industrie – aus dem Schussfeld, um umso besser die
Wasserwerke, den Ruhrverband und den CDU-Umweltminister an den Pranger
stellen zu können. Für den hegen wir zwar auch keine Sympathie, attestieren
ihm aber, dass er sich zumindest leidlich bemüht, der Industrie ihren
PFT-Konsum schrittweise abzugewöhnen. – ng –
Wer sind die wahren PFT-Einleiter?
Am 5. November 2007 hatte die BBU-Mitgliedsorganisation VSR-GEWÄSSERSCHUTZ
die NRW-Landesregierung um die Mitteilung der Firmen gebeten, die PFT in
kommunale Kanalisationen einleiten. Noch am 7. Dezember wurde
VSR-GEWÄSSERSCHUTZ mit dem Hinweis darauf vertröstet, dass noch geprüft
werden müsse, in wie weit Betriebsgeheimnisse von der Anfrage betroffen
wären. Hierzu stellte VSR-GEWÄSSERSCHUTZ fest:
“Hätte der zuständige Sachbearbeiter einen Blick in das UIG geworfen, hätte
es dieser Prüfung nicht bedurft: Angaben über Emissionen unterliegen
grundsätzlich nicht dem Betriebsgeheimnis.”
Am 20. Dezember gab NRW-Umweltminister UHLENBERG die Veröffentlichung
einiger PFT-Emissionsdaten im Internet bekannt, bevor die Anfrage der
VSR-Gewässerschützer am folgenden Tag beantwortet wurde. VSR-GEWÄSSERSCHUTZ
erachtete aber die meisten Angaben als “zu ungenau” – soll heißen, dass die
PFT-einsetzenden Firmen beispielsweise nur mit “Galvanik” oder
“Papierverarbeiter” umschrieben werden, der jeweilige Firmennamen aber nicht
mitgeteilt wird. Um öffentlichen Druck auf die PFT-Emittenten auszuüben,
wird VSR-GEWÄSSERSCHUTZ weitere Anfragen stellen und informieren.
Die Liste der Industrie- und Gewerbebetriebe, die kommunale Kläranlagen mit
PFT belasten,
kann im Internet auf der Homepage des Düsseldorfer Umweltministeriums
abgerufen werden:
https://www.umwelt.nrw.de/umwelt/pdf/klaeranlagen/indirekteinleiter.pdf
Unsere megadicke Materialsammlung über die schlagzeilenträchtigen
“Pseudohormone” (Substanzen mit endokrin-hormoneller Wirkung auf
Wasserlebewesen) informiert über die entsprechende Debatte von den 80er
Jahren bis heute. Bezug gg. Voreinsendg. v. 15 Euro (V-Scheck, Briefm. Bar)
an den Ak Wasser, Rennerstr. 10, 79106 Freiburg.
Für den RUNDBRIEF und das BBU-WASSER-ARCHIV werden derzeit folgende
Tageszeitungen ausgewertet:
Badische Zeitung (BZ), Basler Zeitung (Bas.Ztg.), Frankfurter Rundschau (FR)
, Neue Zürcher Zeitung (NZZ),
Süddeutsche Zeitung (SZ), Stuttgarter Zeitung (St.Z.) und Wormser Zeitung
(WZ).
Wir freuen uns immer, wenn Ihr uns “Wasserartikel” aus Euren
Regionalzeitungen
zuschickt – und bitten schon jetzt um Entschuldigung, wenn wir uns
nicht in jedem Einzelfall dafür bedanken können!

*

Quelle:
BBU-WASSER-RUNDBRIEF – Nr. 882/2008
Herausgeber:
Freiburger Arbeitskreis Wasser im Bundesverband
Bürgerinitiativen Umweltschutz e.V. (BBU)
Rennerstr. 10, D-79106 Freiburg
Tel.: 0761/275693; 45687153
E-Mail: nik@akwasser.de
Internet: https://www.akwasser.de

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Krieg ist entsetzlich langweilig!

By admin um 12:25 am Montag, Oktober 15, 2007

Im folgenden dokumentieren wir einen Artikel aus der Zeitschrift *Brandeins* über ein Buch von Werner Pieper. Der Autor ist in Meschede geboren und in Sundern – Dörnholthausen aufgewachsen. Er ist frühzeitig dem Sauerland *entflohen* und wurde erfolgreicher Verleger in Heidelberg.

Kultur-Kolumne: Der Krieg ist vorbei

Was bisher geschah: Den modernen Menschen gibt es seit etwa 150 000 Jahren. Seitdem führt er Krieg. Wird Zeit, dass sich etwas ändert.
Text: Peter Lau Foto: Patrick Wirbeleit
– Zum Krieg gehören zwei. Wenn einer nicht will, kann ihn der andere überfallen, unterwerfen oder gar vernichten, aber er kann gegen ihn keinen Krieg führen. Die 68er riefen zum Krieg gegen das System und verloren: den Kampf gegen den viel stärkeren Staat oder sich selbst im Marsch durch die Institutionen. Doch die sechziger Jahre waren auch der Beginn einer unklareren Bewegung, die heute gern unter „Hippies“ zusammengefasst wird. Sie führte keinen Krieg – und konnte deshalb nicht verlieren.
In Werner Piepers großartigem Buch „Alles schien möglich …“ erzählen prominente (Günter Wallraff, Peter-Paul Zahl, Hans Peter Duerr etc.) und weniger bekannte „Aktive der 60er“, was sie in jenem Jahrzehnt bewegte und was daraus wurde. Alle Autoren erwähnen natürlich die damaligen Machtverhältnisse, die heute, mit Abstand, grotesk wirken: Das Land wurde von aggressiven Idioten regiert, die von der Politik bis zum Haarschnitt alles bestimmen wollten. Der gesellschaftliche Deal war dabei denkbar schlecht: Verlangt wurde unbedingter Gehorsam, wofür man einen Platz in einer Gesellschaft bekam, von deren Inhalten nur noch Symbole übrig waren – Gesetze statt Gerechtigkeit, störrische Patriarchen statt weiser Alter.
Dagegen rebellierten sämtliche in dem Buch versammelten Autoren, doch für die meisten war der Widerstand nur ein Zwischenstopp: Mit der Zeit wandten sie sich eigenen Interessen zu, Drogen und Esoterik, Fernreisen und fremden Kulturen, Kunst und sinnvoller Arbeit. Und dabei, schreiben sie übereinstimmend, erlebten sie etwas Neues: Sie waren nicht allein.
Das war die Geburtsstunde der Kommunen, WGs, Betriebe im Besitz der Belegschaft und so weiter. Wir kennen das, und wir wissen auch, dass viele gescheitert sind. Aber die Betonung auf die Fehlschläge verdanken wir nicht einer überwältigenden Reihe von Enttäuschungen, sondern einer Macke, die der Mensch im Laufe der Evolution entwickelt hat – wir nehmen vor allem Ausnahmen wahr. In der Vorzeit war das sinnvoll, um auf Neues reagieren zu können, aber in der Medienwelt blockiert unsere Fixierung auf das Besondere den Blick für das Normale. Wir vergessen bei jedem Flugzeugabsturz sowohl die Flugzeuge, die zur selben Zeit nicht abstürzen, wie die Menschen, die gleichzeitig bei Autounfällen sterben – weil die so alltäglich sind.
(mehr …)
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Die Grünen Kreissprecher und die „Politischen“ Termine …

By admin um 23:47 am Dienstag, September 18, 2007

Am 20. Juni hatte die Kreismitgliederversammlung der Grünen im HSK einen eindeutigen Beschluß gefaßt: „Nächster Termin für eine Mitgliederversammlung ist Mittwoch, der 19.09.2007“.

Also dürfte es eigentlich keinen Zweifel geben, daß am morgigen Mittwoch eine Kreismitgliederversammlung der Grünen im HSK stattfindet.

Doch die beiden Sprecher des Grünen Kreisvorstandes haben schon öfters einen Grund gefunden, Beschlüsse der Kreismitgliederversammlung nicht auszuführen. Am 18. September sollte in Düsseldorf beim Landesschiedsgericht der Grünen eine Verhandlung gegen 5 SBL-Mitglieder stattfinden. Es geht um den vom Grünen Kreisvorstand beantragten Parteiausschluß. Das scheint nun die ganze politische Kraft der beiden Kreissprecher in Anspruch zu nehmen. Denn in einem Rundbrief vom 6. September teilten Sie den Parteimitgliedern u.a. mit:
„Um das Ergebnis dieses Termins in Düsseldorf gründlich vorzubereiten und dies der MV mitzuteilen, hat der Kreisvorstand beschlossen, die für den 19.09.07 geplante MV zu verschieben.“
Als neuer Termin wurde der 9. Oktober angekündigt.

Aber es geht noch weiter mit den Verschiebungen. Denn das Landesschiedsgericht setzte die Verhandlung vom 18. September wieder ab. Grund: Mehrere Beteiligte hatten die Ladung erst mehrere Tage zu spät erhalten.

Darauf hin wurden die Kreissprecher erneut „aktiv“. In einer E-Mail von heute abend teilten sie einigen Parteimitglieder mit:
Da wir auf der Mitgliederverammlung am 09.10.07 insbesondere über das Ergebnis des o.g. Termins berichten wollten, um die daraus folgende Situation mit euch zu diskutieren, sehen wir uns leider veranlasst, die MV auf einen späteren Zeitpunkt zu verlegen.“

Vielleicht reicht dann beim nächsten Mal wieder die Zeit nicht aus, um die Mitteilung des Verhandlungsergebnisses vorzubereiten … Oder steht doch mal wieder ein inhaltliches Thema an???

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Wiedervereinigung der Fraktionen gescheitert?

By admin um 23:55 am Mittwoch, August 1, 2007

Die Kreismitgliederversammlung der Grünen im HSK hatte im Juni beschlossen, dass die Kreistagsfraktionen SBL und B90/Die Grünen durch Verhandlungen bis zum 31.7. versuchen sollten, sich wieder zu einer gemeinsamen Fraktion zusammenzuschließen. Diesen Beschluß hatten auch die Mitglieder der SBL-Fraktion ausdrücklich mitgetragen. Doch zunächst einmal ist das Vorhaben gescheitert.

Denn die Grüne Fraktion bestand bei den Gesprächen am 22. Juli und am 29. Juli darauf, dass Matthias Schulte-Huermann sein Kreistagsmandat niederlegen sollte. Diese Forderung ist für die Fraktion der Sauerländer Bürgerliste nicht akzeptabel.

Ob es nun zu weiteren Gesprächen kommt oder bis zur nächsten Kommunalwahl im Herbst 2009 weiterhin zwei grüne Fraktionen im Kreistag vertreten sein werden, ist noch offen.Sofern es Neuigkeiten gibt werden wir hierüber selbstverständlich berichten.

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