Dieter Korn zu Gast bei der Bürgerinitiative gegen Steinbrucherweiterung

By admin um 7:40 am Samstag, Oktober 4, 2008

Bürgerinitiative gegen Steinbrucherweiterung (BIgS)
Geologe Dr. Dieter Korn bei der BIgS

Sundern / Westenfeld (Hochsauerland) Der aus Sundern stammende Geologe Dr. Dieter Korn von der Humboldt-Universität Berlin, Museum für Naturkunde konnte jetzt von der Bürgerinitiative gegen Steinbrucherweiterung (BIgS) zu einem Vortrag gewonnen werden.
Anlässlich eines Heimaturlaubes in Sundern hielt Dr. Korn am 29.Sept. 2008 einen interessanten dreistündigen Vortrag über die Geologie des Einzugsgebietes des Sunderner Wasserwerkes Röhre.
Die Zuhörer erfuhren Details zum Kalkzug, dem Karstgestein, der Hohlraum- bzw. Höhlenbildung und der Wasserführung durch solch zerklüftete Gebiete.
Durch diese theoretischen Erklärungen zu den geologischen Gegebenheiten in dem Bereich westlich und östlich des „Wasserwerkes Röhre“ wurde den Teilnehmern der BIgS klar, warum der Geologe der Bezirksregierung in der Betriebsausschuss-Sitzung am 02.Sept. 2008 von „unberechenbaren Flüssen des Wassers im Karstgestein“ sprach.
Auch Aussagen der Geologen in teilweise über vierzig Jahre alten Gutachten werden nun verständlicher: Hier wird wegen der großen Ergiebigkeit des Brunnens im Wasserwerk Röhre schon von der Möglichkeit gesprochen, dass das Wasser der Linnepe im Bereich der Steinbrucheinfahrt in Westenfeld im Karst versickert und durch den Kalkzug bis zur Röhre gelangen kann.
In Anbetracht dieser Möglichkeit kann an die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung nur die Frage gestellt werden, welches Risiko für eine gute und sichere Wasserversorgung der Stadt Sundern man bereit ist zu tragen bzw. durch die geplante Erweiterung des Steinbruches der WSI bereit ist noch weiter einzugehen.
Die Festlegung des neuen Trinkwasserschutzgebietes Ende 2007 nur in westlicher Richtung mit der Einbeziehung von Flächen, die nicht in Richtung Brunnen entwässern oder gar aus Wasser undurchlässigen Schichten bestehen, wird daher als reines „Gefälligkeitsgebiet“ oder als „Gebiet der geringsten Widerstandes“ verstanden. Auf der östlichen Seite wird munter weiter verschmutzt durch den Steinbruch und der Düngung der Felder; der Brunnen ist für Wasser aus östlicher Richtung vollkommen ungeschützt.
Durch die Erweiterung des WSI-Steinbruches wird es für Sundern nur Nachteile geben:
– Gefährdung der Arbeitsplätze in den alteingesessenen mittelständischen Tiefbauunternehmen (nicht nur in Sundern).
– Keine Steuereinnahmen für die Stadt Sundern, da der Sitz der Gesellschaft von der STRABAG nach Chemnitz verlegt worden ist;
– Dafür aber Zerstörung der Infrastruktur (Straßen)
– Vernichtung des unter Schutz gestellten Kalkbuchenwäldchens
– Risiko für die Wasserversorgung
– Erhöhte Belastung der Westenfelder Bürger durch Emissionen wie Lärm, Abgase; Feinstaub usw. und dieses sicherlich auch zu Ruhe- und Nachtzeiten (Beispiele siehe Herdringen; …)
Eines sollte den Verantwortlichen klar sein:
Wasser ist bereits heute ein kostbares Gut, welches nicht zum Spielball der politischen und wirtschaftlichen Interessen Einzelner werden sollte.
Die „kleinen Steuerzahler“ werden die jetzt bereits gemachten und weiter zu erwartenden Fehler in der Zukunft nicht alleine ausbaden können. „Die Kuh kann nicht unendlich lange und oft gemolken werden“.

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