Gedanken zum Volkstrauertag: *Es gibt keinen Weg zum Frieden, denn Frieden ist der Weg*

Volkstrauertag Stockum 2012

Nachfolgend hier die Rede des Sprechers der Dorfgemeinschaft Seidfeld Heinz- Dieter Wegener auf der Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag vor dem Ehrenmal Stockum.

Im kommenden Jahr wird diese Veranstaltung auf dem Platz so nicht mehr möglich sein, da der Ortsvorsteher von Stockum Reimund Klute beabsichtigt in dieser Woche 3 der alten Linden im Bild zu fällen und einen Buswendeplatz anzulegen.

 

 

 

Liebe Stockumer, Holter und Seidfelder, verehrte Gäste!
Vor wenigen Wochen konnten wir an dieser Stelle das Jubiläum ‚50 Jahre Stockumer Ehrenmal’ begehen.Vor gerade mal 66 Jahren endete mit der bedingungslosen Kapitulation des Deutschen Reiches der verheerendste Krieg, den die Menschheit bis dato gesehen hat.Die Älteren unter uns erinnern sich sicher noch an diese schlimme Zeit und erlebten mit, wie Väter, Mütter, Brüder oder andere Familienangehörige ihr Leben in einem sinnlosen Krieg lassen mussten,  verwundet wurden oder als Vermisst galten, einem Weltkrieg der sämtliche Vorstellungen menschlicher Abgründe und Grausamkeitendurchbrach.10 Millionen Tote im 1. Weltkrieg, gar 55 Millionen Tote im Zweiten, so die groben Schätzungen.       Zwei Zahlen, die für unendliches Leid, schreckliche Qualen und menschenverachtende Metzeleien stehen; Millionen von Einzelschicksalen, ein jedes grausam, sinnlos, unwiderruflich!
Fünf große Feinde des Friedens wohnen in uns, so las ich die Tage:Die Habgier, der Neid, der Ehrgeiz, die Wut und der Stolz:Die Habgier oder Habsucht nach dem, was die anderen haben und wir nicht, stets steigende Ansprüche nach dem Materiellem lassen uns nie zufrieden werden!Der Neid oder die Missgunst ist ein Bruder der Habgier und Gift für ein harmonisches Miteinader.   Der Ergeiz – und hier ist nicht der gesunde Ehrgeiz eines Menschen gemeint, nein … unter Ehrgeiz im negativen Sinne versteht man die Gier einer Person nach Ehre, oft verbunden mit dem Streben nach Macht und Ruhm.Die Wut, mit ihr im Bauch kommt es zu oft spontan-heftigen Reaktionen, die später bereut, aber nicht wieder rückgängig gemacht werden können!
Und schließlich der Stolz, der so verletzlich ist und aufgrund dessen man viele törichte Verhaltensweisen an den Tag legt.
Wir alle kennen nur zu gut solche Situationen und es kann wohl niemand behaupten, diese menschlichen Schwächen seien ihm fremd.
Der heutige Wohlstand und die Sattheit lassen uns oft vergessen, dass Werte wie Friede und Freiheit keine Selbstverständlichkeiten darstellen, auch wenn wir sie in Deutschland – Gott sei Dank – seit eben dem Ende der  Weltkriege genießen dürfen. Die meisten von uns kennen es gar nicht anders.Doch Friede und Freiheit wollen gepflegt und gehegt werden und das fängt im Kleinen in den Familien, bei uns selbst an und hört im Großen, etwa bei Friedensbemühungen von Staatsoberhäuptern lange noch nicht auf.
Möge der Volkstrauertag zu einem Volksfriedenstag und Volksfreiheitstag werden!Lasst uns den unbedingten Willen zum Frieden, zur Freiheit den kommenden Generationen, unseren Kindern mit auf dem Weg geben. Dazu sollten wir sie stärken in ihrem Idealismus, in ihrer Offenheit und Toleranz. Wir sollten Vorbild sein, deutlich machen, wie wichtig der Respekt vor dem Anderen und das friedliche Miteinander sind.
Durch die heutige Gedenkstunde werden wir die Welt im Großen nicht verändern. Aber doch legen wir, durch die Erinnerung an die Opfer von damals, alljährlich einen kleinen Baustein für das Fundament des Friedens hinzu.Seien wir uns unserer Verantwortung bewusst, die wir haben.Machen wir allen klar, dass es uns Ernst damit ist!
‚Kein Krieg ist heilig, kein Krieg ist gerecht. Im Teufelskreis der Waffen wird gestorben und gerächt. Kein Krieg ist edel, kein Krieg lebt vom Mut.Er ist unvorstellbar grausam und auch für die sogenannten Sieger nur zum verlieren gut.’Dieser Liedtext der Gruppe Pur trifft es auf den Punkt.
Mit dem Kranz, den wir an diesem, unserem Ehrenmal hier in Stockum niederlegen
gedenken wir der Soldaten, die in den Weltkriegen starben, der Menschen, die durch Krieghandlungen oder Kriegsfolgen ihr Leben verloren.
Wir gedenken derer, die auf der Flucht und bei der Vertreibung aus ihrer Heimat ihr Leben lassen mussten. Wir gedenken derer, die ums Leben kamen, weil sie Widerstand leisteten oder an ihrer Überzeugung oder ihrem Glauben festhielten.
Wir gedenken derer, die verfolgt und getötet wurden, weil sie einem anderen Volk angehörten, einer anderen Rasse zugerechnet wurden oder deren Leben wegen einer Krankheit oder einer Behinderung als lebensunwert bezeichnet wurde.
Wir trauern um die Menschen, die ihr Leben nicht leben durften, Kinder,  Frauen und Männer, die zu früh den Tod fanden,  trauern mit allen Menschen, die persönliches Leid tragen um diese Toten.
Lasst uns auch an diejenigen denken, die überlebten, die davon kamen, die Hinterbliebenen. Sie mussten lernen, mit dem Schmerz, den tragischen Verlusten weiterzuleben und mit den schrecklichen Bildern, den grausamen Erfahrungen umzugehen.

Wir gedenken der Opfer der Kriege und Bürgerkriege unserer Tage und der Opfer von Terrorismus und politischer Verfolgung.
Wir danken denen, die Gedenk- und Grabstätten pflegen und sie als Mahnmal gegen Krieg und Gewalt erhalten.
Ich möchte mit einem Gandhi-Zitat schließen:
‚Es gibt keinen Weg zum Frieden, denn Frieden ist der Weg’

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