Grüne und VCD zur Umgehungsstraße Stemel

By admin um 17:56 am Montag, Oktober 13, 2008

Grüne und VCD: Umgehungsstraße Stemel bringt große Probleme

Die Planung der Umgehungsstraße bei Stemel läuft anscheinend unbemerkt

von der Öffentlichkeit weiter und bringt große Probleme für Umwelt und Anlieger.

Das zeigen Dokumente der Umweltverbände, deren Einsicht den Grünen in Sundern

nun möglich ist und die auch dem VCD vorgelegt wurden.

Sicher ist, dass das Röhrtal zerstört würde, denn die Straßentrasse soll weitgehend

auf dem jetzigen Randweg verlaufen, den Sunderner gern als Wander- und Radweg

nutzen.

Sinnvoll wäre es eigentlich, nach den Kyrill-Sturmschäden diesen beliebten Wanderweg

wieder aufzubauen.

Eine Umgebungsstraße durch das Röhrtal wäre für Natur und Landschaft eine Katastrophe. Wertvolle Biotope und ganze Lebensgemeinschaften würden auf einen Schlag vernichtet. Ein enormer Artenschwund hätte dies zur Folge. Die Röhr mit ihren wertvollen Baumbestand ist ein wichtiger Lebensraum für Wasseramsel, Eisvogel und den Fledermäusen. Sie sind bei uns besonders geschützt. Die zahlreichen Quellbereiche und Siepen würden zerstört und durchschnitten. Die Mittelgebirgsarten wie Feuersalamander und Dunkers Quellschnecke würden ihren Lebensraum verlieren. Neben Erdkröte und Grasfrosch ist an verschiedenen Stellen der Bergmolch und Fadenmolch anzutreffen. Die Zerschneidung ihrer Wanderwege zu den Leichgewässern würde zu einem starken Einbruch bei der Fortpflanzung führen. Das akute Artensterben welches wir in Deutschland beklagen, wird durch solche flächenverbrauchende Projekte verstärkt.

Klaus Korn

Ortsverband Bündnis 90/ Die Grünen

Stellungnahme des VCD:

Der VCD sieht mit der Ortsumgehung Stemel Mobilitäts-Belastungen auf die Menschen

im Röhrtal zukommen, die anscheinend politisch ignoriert werden. Es wird einfach weiter

geplant wie in den 1970er Jahren.

Zunächst werden nach Ansicht des VCD wegen der Straßenführung im engen Tal

Lärmlasten entstehen, die weite Teile von Unter-Sundern, Stemel und sogar

Hachen betreffen.

Damit verbunden ist weniger Lebensqualität, der Wert von Haus und

Grund sinkt. Die Unternehmen erhalten eine neue Lärmquelle direkt vor der Haustür

und Abgaslasten. Es ist fraglich, ob Lärmschutzwände das verhindern können.

Außerdem müssten für die Firmen neue Straßenanschlüsse zur neuen Straße

gebaut werden, die Lärmwände durchbrechen. Sehr schlimm ist aus Sicht des VCD

die Auswirkung auf die Sorpesee-Region. Die Landschaft im Röhrtal wäre mit der neuen

Straße und Schutzwänden verschandelt, es gibt mehr Lärm bis hinauf zum Sorpesee,

der Tourismus sowie neue Gastronomie-Konzepte würden beschädigt.

Wegen Straßenlärm müsste man wahrscheinlich auf der neuen Umgehung

die 50 km/h Grenze einführen, die Zeitersparnis im Vergleich zur jetzigen Straße

geht gegen null.

Die nötige Verampelung (Einmündung Umgehungsstraße/jetzige Straße) stoppt

außerdem den Verkehrsfluss und die Fahrten dauern sogar länger als jetzt (!!!)

Sehr fraglich ist es aus Sicht des VCD, ob es überhaupt zu einer spürbaren

Entlastung der jetzigen Straße L 519 in Richtung Hachen

oder umgekehrt kommen kann. Denn ein Teil des Straßenverkehrs wird diese

alte Straße weiter befahren und darauf ausweichen, um z.B. starken Lkw-

Verkehr zu umfahren. Dann trifft man sich in Unter-Sundern an der Ampel

wieder. Darum ist zu befürchten, dass die Lärmlasten für die Anwohner sogar

zunehmen werden, denn dann ist Straßenverkehr vor und hinter den Häusern.

Vernünftig und relativ schnell machbar ist es aus Sicht des VCD, unsere Straßen

zu verbessern (z.B. mit Flüsterasphalt, Ausbau mit Radwegen), sicherer zu gestalten

(z.B. mit sicheren Übergängen und Warnschildern) sowie endlich die Röhrtalbahn

für Personenverkehr zu reaktivieren.

Gerd Blome

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