Hilferuf einer Sunderanerin aus dem Abschiebeknast Büren

By admin um 23:14 am Freitag, März 9, 2012

Büren, 04.03.2012

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

mein Name ist A…….. geboren am ……in Prizren Kosovo.

Der Inhalt meiner heutigen Aussage richtet sich an all diejenigen, die befähigt sind über mein Bleiberecht in der BRD und ebenfalls an Sozialdiensten und Hilfsorganisationen zu entscheiden.

Ich bin Opfer eines Krieges im ehemaligen Jugoslawien mit heute noch sichtbaren körperlichen und seelischen folgen.

Im April 1992 bin ich mit meinen Eltern und meiner Tochter als Kriegsflüchtlinge in die BRD eingereist und haben Asyl beantragt.

Ein Jahr habe ich gearbeitet und war somit nicht Sozialabhängig und desweiteren besuchte ich von November 2010 bis Februar 2012 einen Deutschsprachkurs.

Straffällig bin ich nie geworden. Alle anderen wichtigen Daten über meine persönlichen Verhältnisse hat mein Anwalt Herr Mischock Tel: 05152/593980.

 

Anfang 1990 kamen eines Nachts ca. 4-5 uniformierte Männer ohne Vorwarnung ins Haus und griffen grundlos meinen Vater an und fingen an auf ihn einzuschlagen.

Mich zerrten sie in ein anderes Zimmer und schlugen mit einem schweren Gegenstand, den ich jedoch nicht sehen konnte auf meinen Rücken und auf dem Arm zu. So entstanden Wunden, die heute noch als sichtbare Narben zu sehen sind. Ich blutete und hatte starke Schmerzen.

Ich war im siebten Monat schwanger und dies war auch deutlich zu sehen.

Einer der Männer warf mich zu Boden und schlug und vergewaltigte mich.

Arztbesuche waren nicht möglich, da die Ärzte auch Serben waren, genauso wie der Mann der mir Gewalt angetan hat. Danach hatte ich mich zwei Jahre im Keller meines Großvaters versteckt.

 

1992 flüchtete ich in die BRD.

Über die Vergewaltigung habe ich bis jetzt nur zweimal gesprochen. Das erste Mal bei Aufnahme des Asylantrages und das zweite Mal habe ich auf die Frage meines Hausarztes geantwortet, woher ich die Narben hätte.

Meiner Tochter die jetzt 22 Jahre alt ist, mit der ich damals Schwanger war, habe ich es erst jetzt erzählt.

Ich wollte es niemanden erzählen, weil es eine Schande ist und es in meiner Mentalität besser ist zu schweigen, damit niemand mit dem Finger auf mich zeigen konnte.

 

Hier in Abschiebehaft kommen die Erinnerungen wieder, ich habe Angst, ich träume schlecht und schlafe sehr wenig.

Ich fühle mich hilflos, von allen verlassen und habe verstärkt Suizidgedanken!

Ich möchte zu einem Psychologen mit dem ich durch einen Dolmetscher sprechen kann, der mir ein neues psychologisches Gutachten ausstellt, denn ich brauche eine Psychotherapie.

 

Meine heutige Aussage möchte ich mit den folgenden Worten beenden:

Bitte helfen Sie mir, damit ich weiterhin in der BRD bleiben darf, denn nur hier kann mir geholfen werden und dass ich eines Tages mein Leben wieder in dem Griff bekomme.

Noch einmal möchte ich es betonten, ich möchte nicht zurück denn im Kosovo wäre mein Untergang.

Ich möchte und brauche hier in der BRD Psychologische Hilfe.

 

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Antigona – Koko Allevato

 

 

Ins Deutsche übersetzt von: Nezir Kosovari

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