Innenstadtentwicklung sieht anders aus !

By Fritz Arendt-Quandt um 18:39 am Donnerstag, Juni 4, 2015

Mit Vollgas in das nächste Pleiteprojekt?

 

Überhasteter Beschluss für Einkaufszentrum in Sundern droht

Kurz vor der Sommerpause und der danach anstehenden Bürgermeisterwahl möchten große Teile der Kommunalpolitik und der Stadtverwaltung noch bindende politische Beschlüsse fassen für ein neues Einkaufszentrum. Dazu gehört der Verkauf des Franz-Josef-Tigges-Platzes und der alten Johannesschule, in der sich jetzt die Volkshochschule befindet. Darüber hinaus gibt es sogar Überlegungen, dass die überschuldete Stadt in Vorleistung tritt, um von der Kaufmannschaft Grundstücke zu erwerben, um einem Investor ein komplettes Gelände anzubieten. So wird hier Wirtschaftsförderung verstanden. Und das, obwohl die Aufarbeitung der missglückten Projekte der vergangenen Jahre – Insolvenz der Sundern Projekt GmbH und der Gastwelten, wie auch die fragwürdige Subventionierung des immer noch nicht gebauten Ferienparks in Amecke – noch nicht abgeschlossen ist.

Dabei steht Sundern im Vergleich mit anderen Städten in punkto Immobilien-Leerstand noch ganz gut da. Der Kardinalfehler für das Einkaufen im Zentrum war der Bau des Marktkaufs auf der grünen Wiese. Das lässt sich heute nicht mehr zurückdrehen. Jetzt muss versucht werden, die Innenstadt den aktuellen Gegebenheiten gemäß weiterzuentwickeln.

Sicher, es gibt den Kaufschwund. Der hat allerdings vor allem Ursachen, die Sundern nicht beeinflussen kann. Da wäre zuerst der wachsende Internethandel zu nennen, aber auch der Umstand, dass Sundern nicht an einer großen Durchgangsstraße liegt.

Die Flucht nach Vorn mit öffentlichen Opfergaben – dem Tigges-Platz, der alten Johannesschule, neuen Schulden für die Stadt – birgt ein großes Risiko. Dass die ITG mit dem Einkaufszentrum Geld verdienen will, ist nun einmal das Ziel eines Investors. Die Einzelhändler in Sundern werden sich die Miete dort nicht leisten können. So sind es die großen Ketten, die dort eventuell Filialen einrichten werden, beispielsweise Rossmann. Dadurch aber würde neuer Leerstand in der Fußgängerzone produziert. Das kann nicht im Interesse der Kaufmannschaft sein.

 Wie sieht die Alternative aus?

Statt also dieses neue unabsehbare Risiko einzugehen, plädiert der Fraktionssprecher von Bündnis 90/Die Grünen Antonius Becker dafür, erst einmal auf das Vorhandene zu schauen. Ein qualitativ hochwertiges Lebensmittelangebot muss in die Innenstadt – ohne neues Einkaufszentrum. Besserer Anschluss des Bremkes-Centers für Fußgänger und attraktivere Gestaltung der Immobilie.

Die wichtigste Aufgabe für die Innenstadt liegt darin, die Aufenthaltsqualität zu verbessern. Das bestehende Potenzial ist bei Weitem noch nicht ausgeschöpft: Die Bäche Röhr und Linnepe erlebbar machen, für alle Generationen mehr Begegnungsorte im öffentlichen Raum schaffen, mehr und schönere Grünanlagen in die Stadt. Die Fußgängerzone in der jetzigen Form weiterentwickeln, indem planerische Schwerpunkte festgelegt werden, für Wohnen, Einkaufen und Gastronomie.

Ziel muss es sein, sauber Schritt für Schritt vorzugehen und die Verbesserung der Lebensqualität aller Bürger anzustreben. Riskante Projekte, gerechtfertigt mit dem Etikett Wirtschaftsförderung, kann sich Sundern nicht mehr leisten! Es ist Zeit für eine Stadt einzutreten, in der die Menschen sich wohlfühlen, in der sie gerne leben und einkaufen.

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