Ist Sundern auf dem Wege die Innenstadt auszutrocknen?

By admin um 23:02 am Donnerstag, April 1, 2010

Zur Entwicklung eines Einkaufszentrum im Bereich Schulte-Ufer/Bonhöfferschule/Becker-Jostes erhielten die Fraktionen nachfolgende Zuschrift:

Sehr geehrter Bürgermeister Lins
o.g. Artikel habe ich am Samstag gelesen und bin von dem Inhalt einigermaßen überrascht. In der Vergangenheit habe ich des Öfteren von der Verwertung des Geländes *Schulte- Ufer* gelesen und habe geglaubt, dass im Laufe der Zeit Ernüchterung einkehrt und die städtebaulichen Aspekte zu anderen Erkenntnissen führen. Dem ist aber offensichtlich nicht so, so dass ich mich veranlasst sehe , auf einige Dinge aufmerksam zu machen.
Aus städtebaulichen Fehlerm ist es anderen Städten, auch in unmittelbarerer Nachbarschaft, nicht gelungen, eine attraktive Innenstadt zu gestalten, indem das Zentrum weit auseinandergezogen wurde und dadurch eklatante Leerstände der Immobilien hervorgerufen worden sind.
Mit der Verwertung des Geländes *Schulte-Ufer* ist Sundern auf dem besten Wege, durch gravierende städtebauliche Fehler die Innenstadt auszutrocknen.
Schon jetzt ist aufgrund der demographischen Entwicklung abzusehen, dass die Einwohnerzahl in Sundern abnehmen wird. Schon jetzt ist ein erheblicher Leerstand an Wohnungen zu beklagen. Ich selber habe in der Innenstadt in den Jahren 1993- 2002 Immobilien erstellt und darf aus eigener Erfahrung mitteilen, wie schwierig es ist, Wohnungen und selbst kleine Büros an Dienstleister zu vermieten. Auch in mir bekannten Gebäuden ist erheblicher Leerstand von in jüngster Zeit erstellten Immobilien zu beklagen. Bevor ein solches Projekt auf dem Gelände *Schulte- Ufer* eklatante städtebauliche Fehlentwicklungen festschreibt, sollte meines Erachtens zunächst eine Bestandsaufnahme des Ist- Zustands erfolgen Der Bebauungsplan *Ortsmitte Sundern* wurde vor mehr als 30 Jahre aufgestellt. Was ist im Bereich Brunnen bis Schirgiswalder Platz bisher geschehen? Schauen Sie sich mal die Alte Bausubstanz von der Fußgängerzone aus an. Das Bild zur Umgehungsstraße vermittelt aus meiner Sicht einen unbefriedigenden Zustand.
Bevor eine Ausweitung des Innenstadtbereichs erfolgt, gibt es viele Ansätze im Bereich der *alten Bausubstanz*. Zum Beispiel ein mehrgeschossiges Parkhaus imBereich der Stellplätze entlang der Röhr mit Übergängen zu einem Einkaufszentrum, welches zwischen Röhr und Fußgängerzone entstehen könnte (Brunnen bis alte Johannesschule). Aber auch im weiter südlich gelegenen Teil (Bereich Johannesschule bis Schirgiswalder Platz) ist aus meiner Sicht ein Einkaufszentrum zu verwirklichen. Auch hier können Arkaden entlang der Röhr und der Fußgängerzone entstehen. Mir ist klar, dass viele Grundstückseigentümer einer solchen Lösung zustimmen müssten wobei es machbar seien sollte, dass die Grundstückseigentümer Flächen im Erdgeschoss zur Fußgängerzone zurückerhalten. Hier wird sich dann zeigen, ob ein Investor *den Einzelhändlern die Angst nimmt.*
Gestatten Sie mir noch einen Hinweis zum Charetteverfahren. Ein Gebäude auf dem Parkplatz vot dem Kolpinghaus oder ein Gebäude auf dem Rathausplatz lässt die Augenwinkel eines Städteplaners verändern.Wie schön wäre es gewesen, vor der Kirche einen echten Kirchplatz zu gestalten, indem die Gebäude Volksbank, Biggeleben und Wiesenthal sowie auf der gegenüberliegenden Seite das Kolpinghaus weiter zurückliegend geplant worden wären und vom Hauptportal der Kirche eine Treppe anstelle einer Mauer den Kirchplatz erschließt. Der Charetteplaner möchte das *bischen Platz* auch noch zubauen. Eine städtebauliche *Meisterleistung* nach MEINER Meinung!
Es passiert äußerst selten, dass ich mich in Diskussionen einschalte, jedoch die Entwicklung auf dem Gelände *Schulte- Ufer* als *Riesenchance für die Innenstadt* zu sehen, überzeugt mich in keinster Weise.
Ich möchte die weitere Entwicklung und die Entscheidung der Parlamenatier nicht beeinflussen. Für mich war es an dieser Stelle wichtig, auf den Bericht in der WR vom 27.3. einzugehen und meine persönliche Meinung dazu mitzuteilen.

Konrad Wiesenthal
Architekt

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