Kalkbuchenwald in Westenfeld schützen!

By admin um 16:28 am Donnerstag, Mai 22, 2008

Engagement zum Erhalt des Kalkwalds
Sundern, 21.05.2008,, Trackback-URL
Westenfeld. (ass) Für den Kalkbuchenwald zwischen der Röhre und Westenfeld, so ein Antrag der Grünen an Bürgermeister Friedhelm Wolf, könnte die Stadt Sundern eine Patenschaft übernehmen.

Hintergrund sei, so erläuterte der Vorsitzende der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Klaus Korn, die zurzeit in Bonn stattfindende Konferenz der Vereinten Nationen zum Thema Artenschutz. Im Vorfeld hatte Umweltminister Eckhard Uhlenberg (CDU) die Kommunen aufgefordert, sich um gefährdete Arten zu kümmern, Patenschaften einzugehen und den Flächenverbrauch zu stoppen.

Für eine solche Patenschaft, wie sie die Grünen jetzt im Umwelt- und Planungsausschuss diskutiert haben möchten, wäre der Kalkbuchenwald, der keinen Schutzstatus besitzt, geeignet. „Wir hoffen, dass dies breite Zustimmung findet“, so Korn, der dazu positive Zeichen in der Verwaltung erkannt haben will.

Der Buchenwald, auf dessen Boden auch Waldmeister gedeiht, steht auf einem schmalen Bergrücken des Hellefelder Kalkes. „Es ist ein artenreicher Waldbestand, in dem hier und da flache Felsrippen zutage treten und die Reste der alten Steinkuhlen zu finden sind“, berichtet Korn. Beeinträchtig werde der Wald durch mehrere Fichtenparzellen und die querende Hochspannungsleitung. „Das Schutzziel muss für dieses Gebiet der Erhalt und die Optimierung sein“, so Korn weiter. Es habe eine regionale Bedeutung, denn ein Waldmeister-Buchenwald, so der Fachbegriff, habe eine hohe strukturelle Vielfalt und sei artenreich. Wichtig sei er für die Schneckenvielfalt. Die stark gefährdete Braune Nadelschnecke (Acicula fusca) sei in diesem Gebiet zu finden. Dieses Vorkommen bezeichnet Korn als überregional wichtig, denn es liege an der nordwestlichen Verbreitungsgrenze in Europa. Der Kalkwald bietet für den Uhu, den Roten Milan, den Schwarzspecht und den Feldhasen einen wichtigen Lebensraum.

„Die Gefährdung durch den Kalkabbau und die nicht bodenständigen Gehölze muss gestoppt werden“, sieht Korn als Ziel der Patenschaft durch die Stadt Sundern. Er hat beim Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) die Eintragung der gesamten Fläche zwischen Röhre und dem derzeitigen Abbau des Steinbruchs in Westenfeld ins Biotop-Kataster beantragt. Derzeit kartieren sowohl Korn als auch Mitarbeiter des LANUV den Kalkwald.

Vor zehn Jahren wurde der Bereich zwischen der Hochspannungsleitung und der Abbaugrenze aus dem Kataster genommen: „Warum, das kann derzeit niemand schlüssig erklären“, berichtete Korn. Er wurde durch die entsprechende Karten darauf aufmerksam.

Hintergrund sind auch die Erweiterungspläne der Westenfelder Steinindustrie (WSI), die sich weiter nach Westen ausdehnen möchte (die WP, könnte im Herbst anstehen.

aus Westfalenpost

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