Kibiz: Kosten für Träger des Lukasfamilienzentrum nicht tragbar

By admin um 12:34 am Sonntag, Mai 18, 2008

Im vergangenen Jahr wurde das Kibizgesetz vom Leiter des Jugendamtes auf CDU Veranstaltungen hochgelobt. In der vergangenen Jugendhilfeausschusssitzung lag nun ein Antrag der evangelischen Kirchengemeinde vor, die sich als Folge von Kibitz nicht mehr in der Lage sieht das Lukasfamilienzentrum zu finanzieren.
Im folgenden auszugsweise der Antrag der Evangelischen Kirchengemeinde Sundern:

*Sehr geehrter Herr Bürgermeister

als Träger des Lukasfamilienzentrums in Sundern bitten wir, das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde, Sie darum, uns einen freiwilligen Zuschuss zu unserer Arbeit zu gewähren. Wie allgemein bekannt ist die finanzielle Situaiton unserer evangelischen Kirche … extrem angespannt. … Uns ist klar, dass im Zuge der Umstellung die das Kibiz nach sich zieht gerade die Kommunen stärker belastet werden. Daher haben wir in folgenden Bereichen Ihnen folgende Angebote unsererseits vorzuschlagen:

– wir werden die schon jetzt bestehende erweiterte Öffnungszeit von 7- 17 Uhr beibehalten.
– wir werden die Meldezahlen am Ist, ohne mögliche Reserven von noch zu belegenden Plätzen orientieren.
– wir sind bereit, Kinder, die das Jugendamt mit einer Platzgarantie unterbringen muss, zu übernehmen. Die anfallenden Kosten tragen wir.
– wir haben 2 Kinder, die unter die Regelung – und Kostenbelastung U3 fallen als Ü3 Kinder aufgenommen und werden sie nur im Nachrückverfahren als U3 Kinder ummelden.
-wir haben im Vorfeld 6 Verträge von 45 auf 35 Stunden Betreuung reduziert.
– unser Familienzentrum ist in besonderer Weise Integrationspunkt … Im Kindergartenjahr 2008/09 haben wir 88 Kinder gemeldet, davon sind:

19 evangelisch
30 katholisch
21 muslimisch
2 griechisch/orthodox
1 orthodox
2 neuapostolisch
1 hinduistisch
12 ohne Religionszugehörigkeit

Ferner kommen 51 von 88 Kindern aus Familien mit direktem Migrationshintergrund.

– Sollte und ein freiwilliger Zuschuss gewährt werden, wird dieser am Ist der Belegungszahlen orientiert sein und die Gruppenpauschalen nicht überschreiten, auch wenn eine Überbelgung erfolgen sollte.

… der berausberechnete Trägeranteil von ca. 69000,- E ist mit unseren finanziellen Möglichkeiten nicht zu leisten. Eine Reduzierung um 50%, die einem Trägeranteil von 6% entsprechen würde, sit die Grenze unserer Leistungsfähigkeit in diesem Bereich. Wir sehen uns nicht in der Lage , deutlich diese Grenze zu überschreiten und müssten anderernfalls die Trägerschaft an die Kommune zurück übertragen …*

In der Sitzung bekräftigte Pfarrer Prunzel, dass es keine Alternative zur Rückgabe der Trägerschaft gäbe, wenn die Stadt den Zuschuss nicht erhöhe, zumal der Anteil der evangelischen Kinder in der Einrichtung bei unter 25 % läge.
Daraufhin richteten Ausschussmitglieder an den Vertreter der Katholischen Kirche die Frage wie es käme, dass Paderborn eine 75% Quote für katholische Kinder in ihren Kindergärten vorschreibe. Pastor Pohlmeyer antwortete darauf es gäbe diese Quote nicht.
Interessant ist dieses vor allem deswegen, weil mit eben der Begründung der 75 % Quote noch im vergangenen Jahr ein muslimisches Kind im Johanneskindergarten abgelehnt wurde.

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