Leserbrief: wie das Naturschutzgesetz umgangen wird um Gebäude im Uferbereich zu errichten!

By admin um 21:48 am Mittwoch, Dezember 5, 2012

Umwelt-Schmutz

Es war einmal ein geschützter Bereich an einem See im sauerländischen Amecke. Nun wollten die Stadtväter und einige Bürger des Dorfes, dass der „touristische Mehrwert“ gesteigert werde und zusätzlich zu einem großen Ferien“park“, der Verlegung einer Straße und zum Abriss eines historischen Hauses ein Gesundheitsweg entstehe. Mit einem Aussichtsturm. Und einem Gradierwerk. Und so. Blöd nur, dass der Blick ins Biotopkataster offenbarte, dass laut Bundesnaturschutzgesetz, § 61, Abs. 2, das alles wohl gar nicht gestattet sei. Da stand nämlich zum Thema „Freihaltung von Gewässern und Uferzonen“: „Im Außenbereich dürfen an Bundeswasserstraßen und Gewässern erster Ordnung sowie an stehenden Gewässern mit einer Größe von mehr als 1 Hektar im Abstand bis 50 Meter von der Uferlinie keine baulichen Anlagen errichtet oder wesentlich geändert werden.“ Da machte die Stadterwaltung den Vorschlag, den Geltungsbereich doch einfach zu erweitern: Dann sei die Fläche kein Außenbereich mehr und man habe dann viel mehr Möglichkeiten in Sachen Bebauungsplan. Und durch die Ferienparkanlage würde es ja sowieso zu einer zusätzlichen Belastung für die Natur kommen. Gesagt, getan – gegen die Stimme der Grünen stimmten die Politiker dafür, den Paragraphen auszuhebeln. So einfach geht das manchmal mit dem Naturschutz. Leider nicht nur im Märchen. Die Natur hat eben keine Lobby. Skandalös.

 

Marion Neiteler. Amecke

Filed under: Uncategorized kommentieren »

Keine Kommentare »

Keine Kommentare.

RSS feed der Kommentare dieses Beitrags. TrackBack URI

kommentieren