Leserbrief zur geplanten Ferienhausanlage

By admin um 13:51 am Freitag, November 2, 2012

Leserbrief Amecke, 28.10.2012

 

Was sagen Sie dazu, liebe Amecker, dass
a) die für den Ferienpark vorgesehen Fläche bereits im Dezember gerodet werden soll, obwohl ein Betreiber noch immer nicht feststeht?

b) das schöne Natursteinhaus (ehemals im Besitz des Ruhrverbandes) an der Seestraße abgerissen wird, weil Straße verlegt wird? In Zeiten von leeren Kassen erweist sich so mancher Fördertopf als Fluch und keineswegs als Segen! Monatelanger Baustellenlärm, um eine Straße zu verlegen? Mir fehlen die Worte …)

c) ein „Gesundheitsweg“ mit Yogainsel (man fühlt sich in die 80er versetzt, als überall „Trimmpfade“ aus dem Boden schossen, die jetzt allerorts vor sich hingammeln) am Naturschutzgebiet Hespe vorbeiführt?

d) die Betriebskosten für diese „touristischen Infrastrukturmaßnahmen“ rund um den See sich auf 60000 – 80000 Euro im Jahr (!) belaufen?

Wer gehofft hatte, dass Ferienpark und Gesundheitsweg nur wieder einmal heiße Luft sind, sieht seit Bürgerversammlung und Umweltausschuss eines Besseren belehrt: Was 2007 wegen der globalen Finanzkrise erst einmal „auf Eis gelegt“ worden war, soll jetzt Realität werden. Damals standen noch 35 Mill. Euro Investitionskosten allein für den Park im Raum – jetzt spricht der Investor von über 70 Mill. Man kann doch nicht roden, ohne die genauen Pläne zu kennen!
Wie so oft, scheiden sich bei Projekten dieser Dimension die Geister: Befürworter verweisen auf Arbeitsplätze und Vorteile für die Infrastruktur; Kritiker appellieren, den Umweltschutz nicht auszuklammern. Die Tatsache, dass ein Investor soviel Geld in einen Ferienpark investieren will, machte mich von Anfang an stutzig: Da gibt es doch etliche Parks im Sauerland, die ganz große Mühen haben, ihre Gäste zu ködern. Landes- und bundesweit wimmelt es von Beispielen, wie Parks verkommen, weil den Betreibern die Urlauber und damit das Geld für die laufenden Investitionen fehlen.

Ob ein Dorf wie Amecke wirklich von einem Ferienpark profitiert, bezweifele ich jedenfalls enorm. Und ob ein solches Projekt junge Amecker dazu bewegt, im Dorf zu bleiben und nicht in die Fremde zu ziehen, ebenfalls. Warum werben wir nicht mit dem, was wir in Amecke haben: Eine traumhafte Lage im Sorpetal, ein Seeufer, an dem sich viele Wasservögel heimisch fühlen, eine reizvolle Landschaft mit Laub- und Nadelwäldern, (noch) ein gutes Bioklima, das den Erholungsort auszeichnet. (Wie ist das eigentlich mit dem Titel? Kann einem die Anerkennung als Erholungsort auch wieder entzogen werden, wenn es zuviel Gewerbe und zuviel Verkehr gibt?)

Schließlich sprechen die Investoren von 400000 Übernachtungen im Jahr. Wie soll unser kleines Dorf das stemmen? „Wir wollen einen Ferienpark, ein Vier-Sterne-Hotel und eine Freizeitanlage integrieren“, erklärte Projektgruppensprecher Wim Egging.Fakt ist, dass da eine riesige Waldfläche zur Disposition steht – dort, wo für mich hinter der Schranke am Schiffsanleger bis jetzt noch die Idylle beginnt … Für Autos (noch …) verboten, bietet der Randweg Radlern, Inlinern und Fußgängern ein ganz natürliches Freizeit-Dorado.
Fakt ist auch, dass niemand genau weiß, in welche Richtung das Projekt angedacht ist: Werden die Häuser im ökologischen Baustil erstellt? Gibt es die Handlungsmaxime des „sanften Tourismus“? Reicht den Touristen die „Natur pur“ oder braucht es zusätzliche Events wie Seebühne, Fun-Sport, Supermarkt und modernes Freizeitbad – das dann für die Anwohner vielleicht gar nicht mehr erschwinglich ist? Je länger die Pläne nebulös bleiben, die Informationen nicht fließen, umso heißer brodelt ´s in der Gerüchteküche.

Und in Zeiten, in denen der Klimawandel so manchem Zeitgenossen Angst und Schrecken bereitet und immer mehr bebaute Fläche natürliche Lebensräume verdrängt, stehe ich jedenfalls diesen Plänen hilflos gegenüber.

MarionNeiteler

Sonnenstraße 26

59846 Sundern Amecke

 

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