Maschineller „Kuhmagen“ mit PFT?

By admin um 17:25 am Donnerstag, Juli 12, 2007

Am 29.06.2007 veröffentlichte das Landesumweltministerium eine Pressemitteilung, dass in Gärrückständen von 3 Biogasanlagen in den Kreisen Hochsauerland und Soest sehr hohe PFT-Belastungen gemessen wurden.

In diesem Zusammenhang ist ein Bericht der Westfalenpost Brilon interessant. Dort wurde am 25.02.2006 der folgende Artikel veröffentlicht, in dem Ralf Witteler über die damals neue Biogasanlage in der Keffelke (in der Nähe des Briloner Flugplatzes am Thülener Bruch) berichtet. Auch der Geschäftsführer der Firmen „GW Umwelt“ und „TerraVital“, die für die Aufbringung von PFT-verseuchtem Biodünger verantwortlichgemacht werden, heißt Ralf Witteler …


Anlage funktioniert fast so wie Kuhmagen


Brilon. (ju) „Im Prinzip funktioniert die ganze Anlage wie ein vergrößerter Kuhmagen“, so beschreibt Ralf Witteler die Funktionsweise der neuen Biogasanlage Keffelke.

Betreiber der Anlage sind die Gebrüder Witteler und der dort angesiedelte Landwirt Bernd Schütte. Praktisch: Die auf seinem Hof anfallende Gülle wird dort zur Strom- und Wärmerzeugung genutzt.

Doch nicht nur mit Gülle wird die Biogasanlage „gefüttert“. Genutzt werden auch nachwachsende Rohstoffe (z.B. Mais oder Getreide) und Restprodukte aus der Lebensmittelindustrie. Sie kommen zunächst in den so genannten Hygenisierer, wo sie bei mindestens 70 Grad etwa eine Stunde zerkleinert und „vorgekocht“ werden. Um im Bild mit der Kuhverdauung zu bleiben (auch wenn es nicht eins zu eins übertragbar ist), passsiert hier so eine Art Wiederkäuen, erklärt Ralf Witteler schmunzelnd.

Und dann folgt der zweistufige Vergärungsprozess in großen Behältern. 20 bis 40 Tage bleibt die Flüssigkeit im Vorgärer, der 1500 Kubikmeter fasst – er übernimmt sozusagen die Funkton des Pansens.

Anschließend gehts ab in den Nachgärer (der Labmagen), wo die Masse weitere 20 bis 40 Tage bleibt.

Das bei diesem Prozess entstehende Gas wird in ein integriertes Blockheizkraftwerk weitergeleitet, wo es im Motor verbrannt und über einen Generator in Strom umgesetzt und ins öffentliche Netz eingespeist wird. Leistung: 500 Kilowatt. Außerdem wird auch Wärme erzeugt: 600 Kilowatt.

Auch die Feststoffe, die nach dem „Verdauungsprozess“ übrigbleiben, sind noch verwertbar und werden als Dünger verkauft, der „viel besser aufgeschlossen ist als Gülle“, so Ralf Witteler.

Alles läuft vollautomatisch ab. Die Anlage steht auf einem ca. ein Hektar großen Gelände und ist aus umweltechnischen Sicherheitsgründen in eine Auffang-Wanne eingebettet.

Seit Anfang Januar läuft hier der Probebetrieb zunächst nur mit Gülle. Ab Sommer soll die Biogas-Anlage voll zum Einsatz kommen. Pro Jahr werden hier künftig 6000 bis 8000 Tonnen Bio-Material verarbeitet.

Und wie siehts bei dieser modernen Form der „Verdauung“ in Sachen Geruch aus? „Das ist kein Problem“, erklärt Ralf Witteler, schließlich handele es sich hier um einen geschlossenen Prozess. Die Luft werde direkt abgesaugt und in den Motor des Blockheizkraftwerkes weitergeleitet, wo sie verbrannt werde, so dass keine Geruchsbelästigung entstehe.

Die Unternehmensgruppe der Gebrüder Witteler baut und betreibt Anlagen in ganz Deutschland.“

(aus WP Brilon vom 25.02.2006)

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Kommentar by Dipl.-Ing. Wilfried Soddemann

Juni 16, 2008 @ 8:21 am

WELT AM SONNTAG
15. Juni 2008, 04:00 Uhr VON DAVID SCHRAVEN
„Kläranlagen des Ruhrverbandes sind hauptsächlich für die Belastung des Flusses verantwortlich

Im Skandal um die krebserregende Chemikalie PFT sind immer noch nicht die Hauptursachen der Giftverseuchung ausgeschaltet worden. Dies ergaben Recherchen der „Welt am Sonntag“. Noch immer gelangt das krebserregende Gift aus den neun am stärksten betroffenen Kläranlagen nahezu unverändert in die Ruhr und von da aus weiter in die Nahrungskette. Dabei sind die Kläranlagen des Ruhrverbandes für rund 50 Prozent der PFT-Belastung in dem Trinkwasserfluss verantwortlich, wie der Laborleiter des Ruhrverbandes, Ralf Klopp, in einer eidesstattlichen Versicherung erklärt.

Neben den bekannten Schwierigkeiten mit PFT tritt nun noch ein neues Problem auf. So wurde eine weitere Substanz aus der Familie der PFT in einer Konzentration von 200 Nanogramm je Liter Trinkwasser im Wasserwerk Möhnebogen nachgewiesen. Der Stoff heißt PFBA. Der Zielwert für die Stoffgruppe von 100 Nanogramm je Liter wird überschritten, teilte das Landesumweltamt mit. Offensichtlich kann diese Chemikalie nicht von den bestehenden Aktivkohlefiltern aus dem Trinkwasser entfernt werden. Allerdings gelten die PFBA als weniger krebserregend als die bereits bekannten PFT. Die Herkunft der PFBA-Stoffe ist unbekannt. …“

taz 10.06.2008
Korruptionsskandal in Ministerium
„In Nordrhein-Westfalen sitzt ein grüner Ex-Abteilungsleiter des Umweltministeriums in Haft. Ihm werden Betrug, Untreue und Korruption vorgeworfen.
VON ANDREAS WYPUTTA

Zwar habe sich Friedrich nicht persönlich bereichert. Dennoch wird er noch Wochen im Gefängnis bleiben: Ein Haftprüfungstermin sei erst „für die kommenden Wochen vorgesehen“, sagte der zuständige Wuppertaler Staatsanwalt Ralf Meyer der taz.

Politisch motiviert sei die Verhaftung des Höhn-Vertrauten, ist auch auf den Fluren des Düsseldorfer Landtags zu hören. Der promovierte Biochemiker gilt als exzellenter Experte, der den Grünen sein Fachwissen immer wieder zur Verfügung stellte – zuletzt im Skandal um die Belastung des Trinkwassers aus der Ruhr mit krebserregenden Perfluorierten Tensiden (PFT). „Harald Friedrich hat bei dem PFT-Skandal mit großer Akribie recherchiert und Minister Uhlenberg damit in Bedrängnis gebracht“, sagt auch Bärbel Höhn.“

Ganz offensichtlich hat Herr Minister Uhlenberg (CDU) an der Ruhr nichts im Griff! Bei sommerlichem Niedrigwasser der Ruhr und unverändert fortgesetzten PFT-, PFBA- und Tosu-Einleitungen werden die Giftkonzentrationen in der Ruhr und im Trinkwasser aus der Ruhr erneut ansteigen – weil dann die Verdünnung nicht mehr so gut funktioniert. Die viel diskutierten Trinkwassergrenzwerte sind unverantwortbar. Sie schreiben den Giftcocktail auf Dauer fest, möglicherweise in etwas geringerer Konzentration („Dosis“ für die 4 Millionen Menschen an der Ruhr).

Wilfried Soddemann
Ltd. Regierungsbaudirektor i.R.
Bauassessor Dipl.-Ing.

BI VIT „Viren im Trinkwasser“ im Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz e.V.
BUND e.V. Mitglied
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland
dugi e.V. Mitglied
Deutsche Umwelt- und Gesundheitsinitiative
IGUMED e.V. Mitglied
Interdisziplinäre Gesellschaft für Umweltmedizin
Whistleblower-Netzwerk e.V. Beisitzer im Vorstand

eMail: soddemann-aachen@t-online.de

Das Trinkwasser in Deutschland enthält weit verbreitet einen Giftcocktail von Spurenschadstoffen und Bakterien, Parasiten, Viren und wohl auch Prionen, die z.B. Demenz auslösen. Deshalb muss in Deutschland das Trinkwasser mit der Nanofiltration für 5 €/Monat für eine 4-köpfige Familie aufbereitet werden. Dann werden auch die Bakterien, Parasiten, Viren und Prionen aus dem Trinkwasser gefiltert. Die BI „Viren im Trinkwasser“ hat keinerlei wirtschaftliche Interessen. Unterstützen Sie uns und werden Sie beitragsfreies Mitglied in der BI „Viren im Trinkwasser“. Die fordert für Deutschland reines Trinkwasser nach Nanofiltration bzw. Ultrafiltration, ggf. mit nachgeschalteter Aktivkohlebehandlung gegen Spurenschadstoffe. Der Beitritt kann formlos erklärt werden. Email siehe oben.

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