NRW-Grüne: Problem PFT ist immer noch ungelöst

By admin um 9:50 am Donnerstag, April 19, 2007

Für sie ist PFT immer noch ein ungelöstes Problem (von links): die Grünen-Politiker Johannes Remmel (NRW-Landtag), Susanne Ulmke (Arnsberg) und Uwe Gronert (Körbecke). (WR-Bild: Welke)

Für sie ist PFT immer noch ein ungelöstes Problem (von links): die Grünen-Politiker Johannes Remmel (NRW-Landtag), Susanne Ulmke (Arnsberg) und Uwe Gronert (Körbecke). (WR-Bild: Welke)

Neheim. „Seit drei Monaten ist die Vergiftung des Trinkwassers mit PFT (perfluorierte Tenside) bekannt. Die Landesregierung hat jedoch bis heute weder umfassend aufgeklärt noch weitreichende Handlungsnotwendigkeiten skizziert.“ So haben es die Grünen im Düsseldorfer Landtag in ihrem Antrag vom 5. September letzten Jahres formuliert. Und dieser Meinung sind sie auch heute noch.Das machten sie gestern bei einem Besuch im Neheimer Pressehaus deutlich: Johannes Remmel, parlamentarischer Geschäftsführer und umweltpolitischer Sprecher der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen im NRW-Landtag, Uwe Gronert von den Grünen in Möhnesee-Körbecke und Susanne Ulmke, Geschäftsführerin der Grünen-Fraktion im Rat der Stadt Arnsberg, werfen der Landesregierung und insbesondere Landesumweltminister Eckhard Uhlenberg Hinhaltetaktik und Untätigkeit vor.

„Es ist jetzt bald ein Jahr her, dass diese PFT-Belastung bekannt wurde, aber es gibt immer noch keine umfassende Aufklärung und Ursachenanalyse“, meinte Remmel. Das Handeln beschränke sich auf bloßen Aktionismus an einigen wenigen Stellen, wie zum Beispiel bei der Drainage des stark belasteten Maisfeldes bei Brilon-Scharfenberg. Über die meisten der mehr als 750 mit PFT belasteten Flächen gebe es trotz erbetener Auskunft keine Angaben. „Woher die PFT-Belastung der Ruhr kommt, kann bisher auch noch niemand erklären“, fügte Susanne Ulmke hinzu.

„Es gibt auch immer noch kein überzeugendes Konzept für die Behandlung des Problems“, sagte Gronert, der als Anrainer des Erholungszentrums Möhnesee auch Auswirkungen auf den Tourismus befürchtet. Nach derzeitigen Erkenntnissen sei noch keine Entspannung der Lage eingetreten. „Wir müssen davon ausgehen, dass in der Möhnetalsperre immer noch mehr als 50 Kilo reines PFT lagern, und das ist für uns ein Grund besorgt zu sein.“Weil es zu PFT bislang nicht allzu viele Daten und auch keine Langzeituntersuchungen gibt, müsse das alles sehr vorsichtig bewertet werden, gab Remmel zu bedenken. Nach der Blutuntersuchung bei Schulanfängern und Müttern im Herbst 2006 läuft zur Zeit eine Studie über PFT in der Muttermilch. Am nächsten Mittwoch wird das Thema erneut den Umweltausschuss des Landtags beschäftigen.

(aus WR Neheim-Hüsten vom 19.04.2007; Von Helmutheinz Welke)

Belastung zufällig entdeckt
URSPRUNG DES UMWELTSKANDALS

  • Im März 2006 beginnen Wissenschaftler der Universität Bonn mit einer Untersuchung des Vorkommens von Perfluorierten Tensiden (PFT) in Oberflächenwässern.
  • Im April und Mai gehen sie in Folgeuntersuchungen einer auffallend erhöhten Konzentration in Ruhr und Möhne nach.
  • Am 13. Juni 2006 veröffentlichen sie ihre Feststellungen.
  • Im Juli raten die Gesundheitsbehörden schwangeren Frauen und Kleinstkindern vom Genuss des hochbelasteten Trinkwassers aus dem Wasserwerk Möhnebogen ab. Die Stadtwerke lassen daraufhin kostenlos „sauberes“ Trinkwasser an diesen Personenkreis ausgeben.
  • Am 14. Juli wird am Möhnebogen eine Aktivkohlefilteranlage in Betrieb genommen.
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