Potential der Röhrtalbahn wird untersucht

Sie ist etwas über 14 km lang und führt von Neheim-Hüsten nach Sundern: die Röhrtalbahn. Der Personenverkehr wurde vor etwa 40 Jahren eingestellt. Aber Güterverkehr findet noch statt, und zum Beispiel beim Abtransport des Kyrill-Holzes war dieser Schienenstrang sehr wertvoll. Er kann derzeit allerdings nur mit 20 – 25 km/h Höchstgeschwindigkeit befahren werden, was (ohne Halte) eine Fahrzeit von 44 Minuten bedeutet.

Ein erstes Gutachten wurde dem Wirtschaftsausschuss des Kreises am 31.05. vorgestellt. Es betrifft die Infrastruktur. Das Ingenieurbüro Vössing aus Düsseldorf hatte im Auftrag des Kreises und des ZRL (Zweckverband für den Schienenverkehr) die Strecke genau untersucht. Um die Geschwindigkeit auf 80 km/h zu erhöhen und dadurch die Fahrzeit auf 20 Minuten zu verkürzen, wären Investitionen von ca. 30 Mio Euro erforderlich. Damit könnten 7,4 km Schienenstrecke neu trassiert werden. Aber bereits für 15 Mio Euro läßt sich die Strecke so verbessern, dass – einschließlich Halten – die Fahrzeit auf 25 Minuten reduziert werden kann, mit Geschwindigkeiten zwischen 40 und 80 km/h. Dafür sind nur 0,7 km Streckenneubau erforderlich.

Bei den Investitionen in die Strecke geht es zum einen um die Sanierung der Schienen und des Unterbaus. Zum anderen müssen einige Kurvenradien vergrößert werden. Das hat großen Einfluß auf die Kosten und auf die erzielbaren Fahrzeiten. Wichtig ist, dass der Zug innerhalb von einer Stunde hin und zurück fahren kann und der Zugführer an den Wendepunkten Zeit genug hat, den Lokführerstand zu wechseln. Das ermöglicht Pendeln im festen Stundentakt zwischen den beiden Endstationen.

Fahrzeit-Reserven bestehen noch bei den Haltezeiten. Für jeden der vier Zwischenhalte (Hüsten, Müschede, Hachen, Stemel) hat der Gutachter eine volle Minute veranschlagt. Andere Planer kommen mit 20 Sekunden aus; das würde eine Reduzierung der Fahrzeit um 10% bringen. Zum Vergleich: Der Zug zwischen dem Sauerland und Dortmund, in dem diese Zeilen entstehen, hat eben in Wickede auch nur 35 Sekunden und in Dortmund-Hörde 25 Sekunden Haltezeit gebraucht.
Das Gutachten belegt aber auch so, dass mit überschaubarem Aufwand für die Infrastruktur ein Stundentakt im Röhrtal möglich ist.

Im Wirtschaftsausschuß ging es am 31.05. darum, ein zweites Gutachten zu beauftragen. Damit soll das Fahrgastpotential analysiert werden. Danach wird man die Chancen für die Reaktivierung des Personenverkehrs beurteilen können.
Alle Fraktionen stimmten für die Beauftragung des Potentialgutachtens – außer der FDP. Sie setzt hier nur auf die Straße als Verkehrsweg. Bei dieser Partei scheint noch nicht angekommen zu sein, welche demographischen, touristischen, ökologischen und ökonomischen Gründe es für die Förderung des Schienenverkehrs gibt.
Einige vorbildliche und erfolgreiche Beispiele sind hier in “Stadt, Land, Schiene” zu lesen.

(Quelle: www.sbl-fraktion.de)

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