Presseerklärung des Verwaltungsgerichts Arnsberg zum Kalkbuchenwald Selschede:

By admin um 17:28 am Freitag, März 12, 2010

Kalkbuchenwald in Sundern bleibt vorerst unter Schutz
11. März 2010

Der dem Westenfelder Steinbruch benachbarte Kalkbuchenwald südlich von Sundern-Selschede ist zu Recht durch den Hochsauerlandkreis vorläufig unter Naturschutz gestellt worden. Das Verwaltungsgericht Arnsberg hat die von drei Grundeigentümern, so auch von der Betreiberin des Steinbruchs, erhobenen Klagen gegen die „einstweilige Sicherstellung“ des Waldes mit Urteilen vom 24. Februar 2010 abgewiesen.

In den Entscheidungsgründen führte die Kammer aus: Entgegen der Auffassung der Kläger sei der Kreis zuständig für den Erlass der Sicherstellungsanordnung gewesen. Auch die sachlichen Voraussetzungen für eine einstweilige Sicherstellung hätten vorgelegen. Da diese Regelung lediglich vorläufigen Charakter habe, bedürfe es keiner abschließenden Prüfung der Schutzwürdigkeit. Es reiche aus, wenn der sichergestellte Bereich nach dem Ergebnis einer überschlägigen fachlichen Bewertung für eine Unterschutzstellung in Betracht komme. Das sei hier der Fall gewesen. Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz habe den Kalkbuchenwald in seiner Kartierung als naturschutzgebietswürdig eingestuft ,unter anderem wegen seiner Naturnähe, der hohen Artenvielfalt und des Vorkommens gefährdeter Tier- und Pflanzenarten. Soweit die Kläger geltend machten, es müsse zwischen dem westlichen und östlichen Teil des Schutzgebietes differenziert werden (schützenswert sei lediglich die westliche Fläche), könne dahinstehen, ob beide Teilbereiche nach ihrem derzeitigen Status gleichermaßen erhaltungswürdig seien. Denn eine Unterschutzstellung könne nach dem Landschaftsgesetz auch dem Zweck dienen, ein Biotop zu entwickeln oder wiederherzustellen. In Anbetracht der im Wesentlichen identischen äußeren Bedingungen sei jedenfalls zu erwarten, dass in der östlichen Teilfläche unter Naturschutz ein gleichermaßen artenreicher Kalkbuchenwald entstehen werde. Davon abgesehen könne keine Rede davon sein, dass diese Fläche gegenwärtig keine besondere naturschutzfachliche Wertigkeit habe. Unter anderem seien auch dort Vorkommen gefährdeter und besonders geschützter Arten – nämlich die Haselmaus sowie bestimmte Specht- und Fledermausarten – festgestellt worden.

Gegen die Urteile kann Antrag auf Zulassung der Berufung zum Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen in Münster gestellt werden.

Aktenzeichen: 1 K 3403/08, 1 K 3411/08, 1 K 3417/08

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