Ratssitzung: Voller Erfolg…

By admin um 7:02 am Mittwoch, Mai 7, 2008

…für die erschienenen Anwohner im Bereich der Hoffmannschen Siedlung: Ihre Straßen bleiben weiterhin verkehrsberuhigter Bereich.

Hier die Haushaltsrede der grünen Ratsfraktion:

Demographische Entwicklung ist das Stichwort was wohl in den kommunalen Parlamenten der nächsten Jahre am häufigsten verwandt werden wird. Abnehmende Bevölkerungszahlen führt gerade im ländlichen Raum zu enormen Problemen in den kommunalen Haushalten, denn die öffentlichen Einrichtungen müssen von immer weniger Menschen finanziert werden. Von daher ist es für unseren Bereich logisch und auch begrüßenswert, wenn versucht wird öffentliche Einrichtungen für unsere Bevölkerung zu erhalten indem verstärkt auf touristische Nutzung gesetzt wird. Die Ferienhausanlage in Amecke wurde auch damit begründet, das so das Freibad für die Sunderner Bevölkerung erhalten werden kann.
Eine Ferienhausanlage an der Sorpe kann auch durchaus eine Möglichkeit sein, um heimischen Handwerks- und Dienstleistungsbetrieben Arbeit zu geben. Und eine Freienhausanlage an der Sorpe kann Synergieeffekte für die heimische Gastronomie und die örtlichen Verkehrsbetriebe bewirken.
Aber: Wir sind der Meinung, das dies nicht um jeden Preis erfolgen sollte. Wir sind der Meinung, dass mann an die Möglichkeiten und Chancen die in einer solchen Anlage bedeutet realistisch und nicht mit Luftblasen und Luftschlössern herangehen sollte. Wir sind der Meinung, das die Eingriffe und die Inanspruchnahme von Natur soweit wie möglich minimiert werden müssen. Schon jetzt ist die Sorpetalsperre an schönen Tagen vollkommen überlastet. Eine zu groß dimensionierter touristischer Ansatzpunkt kann hier schnell zu einem Todesstoß werden. Und da hilft dann auch eine für teures Geld neugebaute Sepromenade nicht mehr.

Wir sind auch der Meinung, dass ökologische Gestaltung nicht nur Marketingschlagworte sein dürfen, nein sie müssen auch mit Substanz gefüllt sein. Dazu gehört der Schutz und die Einbeziehung von Kleinbiotopen und Lebensräumen ebenso, wie regenerative Energieverwendung.
Hier wurde viel versprochen, doch wir hatten den Eindruck, dass dies oftmals leere Versprechungen waren.
Dabei darf ich übrigends noch einmal daran erinnern, das Dunkers Qeullschnecke nichts ist worüber mann sich lustig machen sollte. Auch die Herren von der FDP sollten vielleicht mal einen Nachhilfekurs in Ökologie besuchen, dann würden sie wissen, das die Geschöpfe auch wenn sie noch so klein und unscheinbar sind. Zeigerarten für ökologisch wertvolle und gefährdete Gebiete sind. Biologische Vielfalt, Biodiversität sind die Themen, die auf einer Konferenz der Vereinten Nationen in den kommen Tagen in Bonn behandelt werden. Im Vorgriff darauf forderte Minister Uhlenberg in einem Artikel in der WP vom 5.4. die Kommunen auf sich intensiver um gefährdete Arten zu kümmern und den Flächenverbrauch zu stoppen.
Die Form der Energieverwendung gehört zu den Schlüsselfragen unserer Zukunft: Leider haben wir in Sundern keine eigenen Stadtwerke die Energie ökologisch produzieren könnte, deswegen wurde auch der Konzessionsvertrag mit der RWE neu abgeschlossen. Wir halten recht wenig von diesen Konzernstrukturen, weil sie wenig flexibel sind und auf Grund ihrer Großkraftwerksstruktur nichts von kleinen Einheiten zur Energieversorgung halten. Dezentrale Blockheizkraftwerke müssten auch hier viel stärker gefördert und unterstützt werden. Das Ergebnis der Konzernpolitik ist auch vom Schomberg in Wildewiese sichtbar: Bei schönem Wetter reicht der Blick bis zum THTR in Hamm: Ein schneller Brüter, der nur wenige Jahre gelaufen ist, Milliarden verschlungen hat und nun über Jahrzehnte eine strahlende Gefahr darstellt. Da sind uns Windkraftanlagen schon lieber, auch wenn so mancher Höveler so tut als würde sich dadurch der Wert ihrer Immobilien verringern und FDP und CDU für die Blockadepolitik ins Boot holen.
Wir begrüßen in diesem Zusammenhang den Vorstoß der CDU den Energieverbrauch der städtischen Gebäude zu verringern. Wir hätten uns aber auch ein offensiveres Vorgehen gewünscht als wir beantragten die Energieversorgung im Schulzentrum auf Holzhackschnitzel umzustellen. Gerade jetzt nach Kyrill wäre dieses eine zusätzliche Absatzquelle für das Holz aus städtischen Wäldern geworden und hätte einen Beitrag zur Holzpreisstabilierung leisten können.

Wir haben in den letzten Monaten auf einen weiteren Bereich in unserer Stadt aufmerksam gemacht, wo wir den Flächenverbrauch und die Naturzerstörung für nicht notwendig halten: Die Steinbrucherweiterung in Westenfeld würde wertvollen Kalkbuchenwald in Anspruch nehmen und sie könnte sich auch negativ auf die Wassergewinnung in der Röhre auswirken. Die Wassergewinnungsanlage in der Röhre wurde gerade für Millionen aufgerüstet u.a. auch deswegen, weil sich sporadisch chlorierter Kohlenwasserstoffe im Rohwasser befinden. Die Kosten für die Aufrüstung tragen die Verbraucher über das Wassergeld, den Ursachen allerdings wollten die Stadtwerke (vielleicht aus Bequemlichkeit?) nicht nachgehen. Wir halten das für einen Fehler, denn wo einmal ein Loch ist und Verunreinigungen ins Wasser gelangen, da ist auch mehr und wenn der Eintrag durch die Industriebetriebe verursacht wurde, die in die Wasserschutzzonen gebaut wurden, so hätte dies auch gefunden werden können.
In dem Zusammenhang verweisen wir auf ein Problem was in Sundern seit Jahrzehnten im Untergrund schlummert: Die Funkealtlast, eine hochbelastete Giftansammlung im Mündungsbereich der Linnepe in die Röhr. Wer die aktuellen Diskussion um Tosu und PFT verfolgt hat, wer weiß welche Probleme die Wasserwerke an der Ruhr mit Chemiecocktails im Wasser haben, der weiß auch wie dringend notwendig die umfassende Sanierung dieser Fläche ist. Hier besteht dringender Handlungsbedarf und das öffentliche Wohl geht hier vor Privatinteressen.
Und auch unser Wald ist von Chemikalieneinsatz mittlerweile nicht mehr verschont: Insbesondere nach Kyrill werden die zerstörten Waldflächen gerodet, gehäckselt und mit Weihnachtsbaum- und Schnittgrünkulturen bepflanzt. Waldflächen die also vorher weitgehend chemiefrei bewachsen waren werden nun der chemischen Keule unterzogen: Insektizide und Herbizide sind in den Monokulturen notwendig um sie Unkrauffrei und Schädlingsfrei zu halten. Wir sind der Meinung, dass dieses auf städtischen Flächen auf keinen Fall erfolgen sollte. Und das es in den Wasserschutzzonen zu untersagen ist. Es hat mit *Waldbewirtschaftung* im eigentlichen Sinne nichts mehr zu tun, und wir fragen uns, wie wir eigentlich als Europäer den Brasilianer ihre Waldnutzung vorschreiben wollen, wenn wir diese Plantagenwirtschaft in unseren eigenen Wäldern immer mehr intensivieren.
Wald hat auch etwas mit Wachstum und Reife zu tun. Ein Baum ist erst dann ein Baum, wenn er ein gewisses Alter und eine Statur erreicht hat. Doch der Begriff der*Kurzumtriebsplantage* scheint sich nicht nur in unseren Wäldern zu etablieren:
Nein auch unsere Fußgängerzone ist davon nicht verschont. Würde der CDU Vorstoß die jugendlichen Linden in der Fußgängerzone durch schmalkronige Säulenhainbuchen zu ersetzen, so wäre dies ein Schildbürgerstreich erster Güte. Sie können sicher sein, das wir in dem Fall den Bund der Steuerzahler ausgiebig darüber informieren werden, was dort geplant ist. Wir sind der Meinung (und das nicht nur aus Kostengründen), dass die Linden dort gut sind und das die Linden dort auch in 30 Jahren noch gut sind. Sollten sie wirklich in die Häuser hineinwachsen so können sie beschnitten werden. Jeder kann sich in unseren Dörfern Linden anschauen, die traditionell beschnitten sind. Das könnte ja durchaus auch von den Geschäftsleuten in der Fußgängerzone als Patenschaft übernommen werden.

Von den Bäumen der Fußgängerzone ist es nicht weit zur Jugendpolitik:

Wie sagte Goethe:

*Zwei Dinge sollen Kinder von ihren Eltern bekommen: Wurzeln und Flügel*. Wir sind der Meinung, dass das auch in der Kommunalpolitk beherzigt werden sollte.

Wurzeln geben heißt: Wir brauchen ein lebenswertes kindgerechtes Umfeld : Dazu gehören Spielmöglichkeiten in der Natur genauso gut, wie Straßen auf denen das Auto Nachrang besitzt. Wir sind der Meinung, dass noch viel mehr Straßen in Spielstraßen umgewandelt werden sollten. Von daher begrüßen wir den Einsatz der Eltern in der Hoffmannchen Siedlung für ihr Lebensumfeld..

Wurzeln geben heißt: In Schul- und Ausbildung muß mehr investiert werden.
Wir sind der Meinung, das insbesondere im Schulbereich einiges an verkrusteten Strukturen aufzubrechen ist: Der Selektierung der Kinder nach dem 4ten Schuljahr ist viel zu früh. Gerade unser Schulzentrum würde sich auf Grund seiner Struktur anbieten das die Schulformen mindestens mehr zusammenarbeiten. Es muss nicht unbedingt eine Gesamtschule sein, aber wir sind der Meinung das das dreigliedrige Schulsystem auf den Prüfstand gehört.
Desweiteren benötigen wir dringendst eine Verbesserung des Nachmittagsunterrichts. Dort muß Substanz rein.
Wurzeln geben heißt auch, dass ALLE Jugendlichen einen Ausbildungsplatz bekommen müssen. Wir können es uns nicht leisten das menschliche Potential zu vergeuden, indem nicht ausgebildet wird. Wenn die freie Wirtschaft dieses nicht in ausreichendem Maße macht, so muß die Stadt auch hier ein Beispiel geben und mehr Lehrstellen zur Verfügung stellen.
Und zu den Wurzeln die unseren Kindern gegeben werden müssen gehört in einer vielfältigeren Welt, die manchen deswegen auch komplizierter erscheint auch, dass oftmals Beratungsbedarf in Erziehungsfragen besteht. Die Erziehungsberatungsstelle leistet dabei eine gute Arbeit, ist aber personell vollkommen unterbesetzt. Leider ist es hier wie in vielen anderen sozialen Dingen das sich das Land aus der finanziellen Verantwortung verabschiedet. Dabei wäre gerade in diesem Bereich für unseren ländlichen Raum Unterstützung notwendig: Kinderpsychologen, Frauenberatungsstellen und Suchtberatung gibt es bei uns im ländlichen Raum so gut wie gar nicht, deswegen übernimmt die Erziehungsberatungsstelle vielfältige Aufgaben. Wir sind der Meinung, dass die Erziehungsberatungsstelle auf mindestens 3 Stellen im psychologisch- therapeutischen Bereich aufgestockt werden sollte. Da ein Großteil der Kinder und Jugendlichen die zur Beratung kommen männlich sind besteht zur Zeit der dringende Bedarf nach einer vollen Psychologen stelle. Wir beantragen hiermit, dass die Gelder für diese Stelle in diesem Haushalt zur Verfügung gestellt werden, um die Stelle vernünftig ausschreiben zu können.

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