Superintendent Kuschnik: „Blanker Zynismus“

By admin um 17:20 am Mittwoch, August 22, 2007

Presseerklärung von Pfarrer Lothar Kuschnik, Superintendent des Kirchenkreises Arnsberg


„Am Fall der Familie Rustemi – die vom Vater missbrauchten Kinder wurden gemeinsam mit der psychisch kranken Mutter abgeschoben, während der Vater auf Staatskosten eine 9-jährige Haftstrafe verbüßt – wird deutlich, dass die Bereitschaft zum Gespräch, die Fähigkeit zur Einsicht, wann sich gesetzestreues Handeln in Unrecht verkehrt, und die Praxis ganz normaler Nächstenliebe in der Ausländerbehörde des HSK nicht zuhause sind.

Mich ärgert die Borniertheit und Arroganz der Macht, mit der Fakten verdreht werden. So wird einfach behauptet, die Familie habe psychotherapeutische Behandlung abgelehnt. Fakt ist: Frau Rustemi wurde von einem nur serbisch sprechenden Beamten der Sozialbehörde und einer Psychologin befragt. Der Übersetzer war ihr suspekt. Sie wurde aufgefordert detailliert die Vergewaltigung ihrer Kinder schildern. Das konnte Frau Rustemi nicht. Das heißt für die Ausländerbehörde des HSK: Ablehnung einer psychotherapeutischen Behandlung.

Das Urteil des Gerichtes vom 1.6. stellt fest, dass die Abschiebung rechtlich in Ordnung war. Das hat nie jemand bestritten. Daraus macht der HSK: Familie Rustemi kann nicht zurückkommen.

Was der Kreisdirektor als Gnadenakt verkauft ist blanker Zynismus: Familie Rustemi kann in 5 Jahren einen neuen Antrag auf Rückführung stellen, da eine Befristung nicht vorgesehen ist. Was soll eigentlich in diesen fünf Jahren mit dieser schwer misshandelten Familie geschehen. Sollen sie Buße tun, sich geißeln für nichts und wieder nichts? Wahrscheinlich ist bis dahin der Täter, also der Vater, auf freiem Fuß und hat seine Rache längst realisiert. Wer soll dann zurückkommen; Herr Stork? Können Sie damit leben?“

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