Warum es in NRW katholische Grundschulen gibt!

By admin um 19:12 am Samstag, Dezember 22, 2012
Grundlage der Bekenntnisschulen ist das Reichskonkordat zwischen dem Vatikan und der nationalsozialistischen Regierung aus dem Jahre 1933:
*Artikel 23

Die Beibehaltung und Neueinrichtung katholischer Bekenntnisschulen bleibt gewährleistet. In allen Gemeinden, in denen Eltern oder sonstige Erziehungsberechtigte es beantragen, werden katholische Volksschulen errichtet, wenn die Zahl der Schüler unter gebührender Berücksichtigung der örtlichen schulorganisatorischen Verhältnisse einen nach Maßgabe der staatlichen Vorschriften geordneten Schulbetrieb durchführbar erscheinen läßt.

Artikel 24

An allen katholischen Volksschulen werden nur solche Lehrer angestellt, die der katholischen Kirche angehören und Gewähr bieten, den besonderen Erfordernissen der katholischen Bekenntnisschule zu entsprechen.
Im Rahmen der allgemeinen Berufausbildung der Lehrer werden Einrichtungen geschaffen, die eine Ausbildung katholischer Lehrer entsprechend den besonderen Erfordernissen der katholischen Bekenntnisschule gewährleisten*

Die Gemeinschaftsschule wurde unter den Nazis zwar die Regelschule, aber durch das Konkordat wurden katholische Bekenntnisschulen völkerrechtlich gewährleistet.

Nach der Gründung der BRD entbrannte ein heftiger Streit um die Schulform. Das Konkordat behielt seine Gültigkeit, doch das Bundesverfassungsgericht urteilte 1957, dass es Ländersache sei zu entscheiden wie mit den Bekenntnisschulen umgegangen wird. Durch das 2. Vatikanische Konzil erkannte gleichzeitig die Kirche an, dass der Staat in Bildungsfragen zuständig sei. Fast alle Bundesländer schafften daraufhin die Bekenntnisschulen ab. Ausnahme: Nordrhein- Westfalen: In Nordrhein- Westfalen hat die Bekenntnisschule Verfassungsrang.  Im § 12 der Verfassung heißt es: „In Bekenntnisschulen werden Kinder des katholischen oder des evangelischen Glaubens oder einer anderen Religionsgemeinschaft nach den Grundsätzen des betreffenden Bekenntnisses unterrichtet und erzogen.“ § 26 Abs. 6 des Schulgesetzes legt fest: „Lehrerinnen und Lehrer an Bekenntnisschulen müssen dem betreffenden Bekenntnis angehören und bereit sein, an diesen Schulen zu unterrichten und zu erziehen.“

Die meisten Bekenntnisschulen in NRW sind katholisch, nur wenige sind evangelisch. Die Finanzierung der Schulen erfolgt voll durch den Staat.

Hier noch einige Stimmen zur laufenden Diskussion über Bekenntnisschulen (entnommen aus: www.kurzebeinekurzewege.de).

Sigrid Beer (MdL Bündnis 90/Die Grünen): *Es kann nicht sein, dass an der Frage der konfessionellen Zugehörigkeit Segregation entsteht, es kann nicht sein, dass gesellschaftliche Spaltung gefördert wird. Die Bekenntnisschule ist ein Instrument, um gesellschaftlich zu sortieren. Deswegen müssen wir über die Anmeldekriterien und über das Quorum miteinander reden. Für eine Verfassungsänderung reichen die Mehrheiten nicht aus.”

“Die Hürden bei der Umwandlung sind in der Tat sehr hoch, bei 2/3 Quorum im Grundschulbereich, während es in der SEK I bei 1/3 liegt, darüber muss man sicherlich nachdenken, wenn die Frage der Verfassung weiter so besteht.*

Klaus Kaiser (MdL CDU):

Die Ausländerquote an Katholischen Grundschulen ist meines Wissens ausreichend hoch.”

“Ich glaube, es gibt keinen gesellschaftlichen Konsens, Bekenntnisschulen abzuschaffen.”

“Diskriminierende Tatbestände darf es nicht geben, es muss Wahlmöglichkeit gegeben sein. Wir müssen problemorientiert im Einzelnen vorgehen.”

In Sundern wird es zukünftig (soweit es bei der jetzigen CDU- SPD Beschlußlage bleibt)  folgende Grundschulen geben:

 

Katholische Grundschule Allendorf

Katholische Pankratiusschule Stockum

Katholische Grundschule Hachen mit einem katholischen TeilstandortLangscheid)

Katholische Marienschule Sundern (mit einem Teilstandort Gemeinschaftsschule Hellefeld)

Katholische Johannesschule Sundern

Soviel zur Wahlmöglichkeit!

 

 

 

 

 

 

 

Filed under: Uncategorized2 Kommentare »

2 Comments »

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Kommentar by Gabi

Dezember 22, 2012 @ 11:21 pm

Die Aufzählung der ausnahmslos katholischen Grundschulen lässt sich in anderen Städten und Gemeinden im HSK fortsetzen, z.B. in der Kreisstadt Meschede.

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Pingback by zoom » Umleitung: Berlin und mehr … auch Alfred Kerr «

Dezember 26, 2012 @ 11:21 am

[…] Warum es in NRW katholische Grundschulen gibt: “Nach der Gründung der BRD entbrannte ein heftiger Streit um die Schulform. Das Konkordat behielt seine Gültigkeit, doch das Bundesverfassungsgericht urteilte 1957, dass es Ländersache sei zu entscheiden wie mit den Bekenntnisschulen umgegangen wird” … gruenesundern […]

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