Wer zahlt die Kosten der Inklusion?

By admin um 17:49 am Samstag, Februar 11, 2012

Am 6.2. fand im Landtag in Düsseldorf auf Einladung von MdL Sigrid Beer eine Informationsveranstaltung zum Thema Inklusion zusammen mit Schulministerin Sylvia Löhrmann statt.
Dabei wurde intensiv diskutiert wie der Rechtsanspruch auf Wahlmöglichkeit der Schule, mit dem die Inklusion umgesetzt werden soll, ab dem Jahr 2013/14 verwirklicht werden kann. Grundlage dieser Entwicklung ist die Umsetzung einer seit dem 26.3.2009 gültigen UN- Konvention über die Rechte von Behinderten.
Frau Lücke- Deckert, Schulamtsdirektorin aus dem Kreis Wesel, verdeutlichte ihre Erfahrungen aus dem Flächenkreis Wesel in der Umsetzung: Förderschulen mit Schwerpunkt Lernen würden durch den Elternwillen überflüssig, während der Förderschwerpunkt Sprache erhalten bliebe. Erhebliche Schwierigkeiten gäbe es beim integrativen Unterricht mit Schwererziehbaren.
Ein Schulleiter einer Förderschule aus Ennigerloh zeigte auf, dass seine Schule die schrittweise Selbstauflösung beschlossen habe. Während früher 100 Schüler in der Schule waren sind es jetzt noch 50 mit weiter abnehmender Tendenz. Die Lehrer seiner Schule verrichten einen zunehmenden Anteil ihrer Arbeitszeit in anderen Schulen.
Die Veranstaltung zeigte erheblichen Diskussionsbedarf. Während einem Teil der Teilnehmer die Inklusion nicht schnell genug ging, forderten andere behutsame und langsame Umsetzung.
Es wurde verwiesen auf die personellen und bisher nicht gelöste organisatorische Probleme, die mit dem Aufeinanderprallen verschiedener Systeme vorprogrammiert sind.
Insbesondere von grünen Kommunalpolitikern wurde darauf verwiesen, dass die Inklusion erhebliche Kosten verursachen würde, die die Kommunen vor Ort ohne Landesmittel nicht leisten könnten. Die Schulministerin forderte hier allerdings mehr *Fantasie* der Handelnden vor Ort um die räumlichen Problem zu lösen. Geld sei dabei nicht unbedingt das, was notwendig sei.
In der vergangenen Stadtratssitzung verteilte Bürgermeister Lins ein Schreiben des Landrats und der Bürgermeister im Hochsauerlandkreis zum Thema an die Schulministerin. Darin wird ein *konnexitätsrechtlicher Ausgleich des Landes* für die erheblichen Folgekosten eines inklusiven Schulsystems gefordert. Erhebliche Investitionen für den Umbau von Schulgebäuden seien notwendig, Zudem hat der Hochsauerlandkeis gerade erst neue Förderschulgebäude errichtet, die bei einer vollständigen Inklusion nicht mehr benötigt werden.
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