Wohin soll das PFT aus Rüthen entsorgt werden?

By admin um 11:42 am Sonntag, Oktober 29, 2006

In der Westfalenpost im Kreis Soest standen am Samstag, 28.10., u.a. die beiden unten folgenden Artikel.
Bedeutet das, daß die Fa. GW Umwelt den mit PFT-verseuchten Bioabfall jetzt doch wieder selbst entsorgen darf? Wohin wird der wohl gebracht??

„Krimineller Akt in besonderem Maße“

Rüthen. Nicht alle Flächen, auf die im Rüthener Stadtgebiet in den vergangenen Jahren so genannte „Bodenverbesserer“ aufgebracht wurden, sind auch mit der Industriechemikalie PFT belastet. Dies ergaben Untersuchungen des Kreises. Die CDU im Rüthener Hauptausschuss sprach angesichts des PFT-Skandals von einem „kriminellen Akt in besonderem Maße“, so ihr Fraktionsvorsitzender Friedhelm Thomas. Die Verantwortlichen müssten, so Thomas, „die volle Schärfe des Gesetzes zu spüren bekommen“, schließlich sei nicht zu tolerieren, wie mit der Umwelt umgegangen worden sei. Josef Schrewe (SPD) sprach vom „Bodenverbesserer“ als einem „irreführenden Wort“: „Wir sind davon ausgegangen, dass chemisch alles in Ordnung ist.“ Bürgermeister Rudolf Schieren will derzeit keinem Bauern unterstellen, dass er gewusst habe, was in dem Dünger enthalten gewesen sei: Es habe immer wieder Proben durch den Kreis gegeben, aber offensichtlich sei PFT nicht bekannt gewesen.Franz-Josef Dohle (BG) sieht einen „gewaltigen Imageschaden“ für Rüthen, wunderte sich aber, dass sich die Stadt bislang in Schweigen hülle. „Es gibt nichts zurückzuhalten“, stellte Schieren klar. Den Imageschaden sieht der Bürgermeister nicht: „So schlimm ist es nicht.“ Im Gegenzug warf er Dohle „Aktionismus“ vor. Ärger zog sich Schieren zu, als er auch die Ausbringung von Gülle mit ihren Problemen für das Wasser kritisierte: „Ohne Dünger geht es nun mal nicht“, empörte sich CDU-Ratsherr (und Landwirt) Antonius Krane.BG-Sprecher Dohle nannte noch einmal die ordnungsbehördliche Verfügung der Stadt „eine Farce“, die der Stadtrat damals als Reaktion der Geruchsbelästigungen durch den Dünger verabschiedet hatte: Das Ausbringen habe dadurch nicht verhindert werden können. Bislang ist übrigens durch Anwendung der Verfügung erst ein Bußgeld gegen einen Landwirt verhängt worden, der den „Bodenverbesserer“ in Rüthen nicht schnell genug eingearbeitet hatte.

Beim Bauhof lagert noch ein Container voll mit Erde, in der sich der umstrittene Dünger befindet. Die Erde war am Silberbach gefunden worden und hatte offenbar auch das Gewässer verschmutzt. Die Erde soll in der kommenden Woche durch den Dünger-Hersteller GW Umwelt entsorgt werden.


„Rüthen bleibt im Fokus“

Rüthen / Kreis Soest. (JK) In den Jahren 2000 bis 2006 sind im gesamten Kreisgebiet Soest auf 1300 Hektar rund 23 000 Tonnen an so genannten „Bodenverbesserern“ von der Firma GW Umwelt bzw. eines Tochterunternehmens auf rund 1300 Hektar landwirtschaftlicher Fläche aufgebracht worden (zum Vergleich: Im gesamten Hochsauerland wurden auf 58 Flächen und 340 Hektar „Bodenverbesserer“ aufgebracht).

Bestätigt ist: Besonders betroffen ist das Stadtgebiet Rüthen mit allein 14 500 Tonnen. Nach den bisherigen Erkenntnissen der Soester Kreisverwaltung sind aber nicht alle Lieferungen mit der Industriechemikalie PFT verunreinigt gewesen.PFOS (zur PFT-Familie gehörend), das sich in der Umwelt und im menschlichen Körper ansammeln kann, war bei den ersten Untersuchungen nicht nachweisbar. Die höchsten Belastungen fanden sich Ende August im Silberbach bei Rüthen mit 24 029 Nanogramm pro Liter. Der Silberbach gehört jetzt zu den Gewässern, die über Monate beobachtet worden. Im Einzugsbereich des Baches sind Bodenproben auf 30 Flächen genommen worden. In anderen Bächen wie der Lörmecke fand sich gar keine Belastung.Die Möhne hat die höchsten PFT-Gehalte im Bereich des Hochsauerlandkreises, stromabwärts nehmen die Werte dann durch die Verdünnung ab. Bach- und Regenbogenforellen, die hinter der Kreisgrenze bei Meiste in der Möhne gefangen wurden, haben hohe PFT-Werte.

Beim Trinkwasser liegen, mit der Ausnahme des Wasserwerkes Eikeloh, alle Werte deutlich unter den Grenzwerten. Diese Anlage bleibt abgeschaltet. Im Einzugsbereich des Wasserschutzgebietes Eikeloh finden sich 90 Flurstücke, auf denen auf 210 Hektar rund 3500 Tonnen an Material aufgebracht wurden.

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