Klimaschutz: für alle ein Gewinn!

Wir kämpfen für eine gute und lebenswerte Zukunft unserer Kinder, Enkel und für alle
Menschen in Sundern. Statt fossiler Energieträger setzen wir darum auf erneuerbare Energien
und eine Verminderung des Energieverbrauchs. Indem weniger Treibhausgase ausgestoßen
werden, können wir die Klimaziele der Bundesrepublik Deutschland erreichen. Und vor allem
dämmen wir so die Erwärmung der Erdatmosphäre ein, um Menschen, Tiere und die Natur auf
der ganzen Welt vor den bedrohlichen Folgen des Klimawandels zu schützen.
Dafür stehen wir GRÜNE in der kommenden Wahlperiode:

Windenergie gezielt ausbauen

Wussten Sie, dass nur eine Umdrehung einer modernen Windenergieanlage ausreicht, um die Energie
zu erzeugen, die ein Elektroauto für 80 km benötigt?
Der neue Regionalplan weist dem Hochsauerlandkreis eine Schlüsselrolle beim Ausbau der
Windenergie zu. Vor allem auf Waldflächen, die durch Dürre, Borkenkäfer oder Sturm infolge des
Klimawandels geschädigt sind, werden Windenergiebereiche ausgewiesen. Hier sollen vorrangig
Windenergieanlagen entstehen. Begleitend müssen diese Flächen mit Laubmischwäldern aufge-
forstet werden, die klimabeständig sind. Diese Entwicklung begreifen wir als Chance für einen
integralen Klimaschutz, der erneuerbare Energien, Biodiversität und Klimaanpassung gemein-
sam voranbringt.
Doch Klimaschutz braucht gesellschaftliche Akzeptanz. Dorfgemeinschaften dürfen nicht über-
fordert, sondern müssen frühzeitig mitgenommen und beteiligt werden. Der Klimaschutz der
Zukunft ist nicht nur ein technologisches, sondern auch ein soziales Projekt: Nur wenn er ge-
meinsam gestaltet wird – ökologisch verantwortungsvoll, demokratisch legitimiert und regional
abgestimmt –, kann er nachhaltig wirken.
Sundern entwickelt sich zu einer Stadt, die mehr Energie produziert, als sie verbraucht. Das ist
gut. Daran müssen aber alle teilhaben – nicht nur Investoren, sondern auch die Menschen in
unserer Stadt. Das Bürgerenergiegesetz des Landes NRW ermöglicht es der Stadt Sundern, an
den Gewinnen aus der Energieerzeugung mitzuverdienen. Das schafft einen wirtschaftlichen
Nutzen für die Stadt, der den Menschen in allen Ortsteilen zugutekommen soll.


Photovoltaik auf Dächern und Freiflächen nutzen
Neben der Wind- ist die Solarenergie die zweite große fossilfreie Energiequelle, die wir intensiv
nutzen wollen. Der Bau von privaten Photovoltaik-Anlagen (PV-Anlagen) hat in den vergange-
nen Jahren stark zugenommen. Darüber hinaus gibt es noch weitere Flächen mit großem Poten-
tial für die Gewinnung von Solarenergie. Wir möchten den Bau von PV-Anlagen auf allen städti-
schen Gebäuden erreichen. Das ist gut für den Klimaschutz und für die Stromrechnung. Des Wei-
teren wollen wir im Rahmen von Beratungsangeboten auch die heimischen Unternehmen noch
stärker für die Nutzung der Solarenergie gewinnen.
Viele landwirtschaftliche Flächen stehen unter bestimmten Voraussetzungen für den Bau von
Freiflächen-PV-Anlagen zur Verfügung. So können Felder, die nicht mehr intensiv bewirtschaftet
werden und einen geringen Bodengütewert haben, mit Freiflächen-PV-Anlagen bebaut werden.
Das trägt zur Energieversorgung bei und fördert darüber hinaus die Biodiversität unter den So-
larmodulen. Auch auf bewirtschafteten Flächen können sogenannte Agri-PV-Anlagen aufgebaut
werden, die es den Landwirten ermöglichen, darunter mit ihren Maschinen zu arbeiten. In bei-
den Fällen wollen wir die Baugenehmigungsverfahren positiv begleiten.


Energie effizient speichern
Erneuerbare Energien sind stark wetterabhängig: Mal gibt es Überschüsse, mal reicht die er-
zeugte Energie nicht aus. Das hat Auswirkungen auf den Strompreis und die Versorgungssicher-
heit. Das Ziel muss sein, die überschüssige Energie aufzusparen und bei Mangel wieder in die
Netze einzuspeisen. Deshalb muss bei allen Maßnahmen immer auch an eine Speicherung von
Energie gedacht werden. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten.
Im privaten Bereich ist ein heimischer Batteriespeicher mit angemessener Kapazität heute
schon weit verbreitet. Bei der Windenergie lässt sich an den Knotenpunkten und Umspannwer-
ken Wasserstoff mittels Elektrolyse erzeugen. Der Wasserstoff kann entweder durch einen Gene-
rator wieder in Strom umgewandelt oder als Beigabe in die Gasnetze eingespeist werden. Diese
Möglichkeit der Energiespeicherung gewinnt auch im Zusammenhang mit der kommunalen
Wärmeplanung an Bedeutung, die bis 2028 fertiggestellt sein muss.


Klimaanpassung: Eine gemeinsame Verantwortung
Wir erleben, dass durch die Klimaveränderung extreme Wetterlagen immer häufiger auftreten.
Ungewöhnlich lange Trockenzeiten und Hitzeperioden, aber auch Stark- oder Dauerregen mit
Überschwemmungen schädigen unsere Wohn- und Gewerbegebiete ebenso wie die Ernteerträge
der Landwirtschaft. Schlimmer noch sind die Gefahren für die Menschen in unserer Stadt. Des-
halb müssen Vorkehrungen zur Vermeidung der Bedrohungslage getroffen werden.
Das sind Maßnahmen
– zum Hochwasserschutz,
– zur Begrünung der Innenstadt und
– zur Begrünung von Wohngebäuden zur Kühlung bei extremer Hitze.
Wenn an den Oberläufen der Gewässer Wasserrückhalteflächen geschaffen werden, fangen die-
se nicht nur plötzlich anschwellendes Wasser der Bäche auf, sondern bilden durch ihren Auen-
charakter auch einen Lebensraum für viele Pflanzen und Tiere, die Feuchtwiesen lieben. Deiche
an besonders gefährdeten Stellen entlang der Gewässer schützen davor, dass das Wasser in an-
liegende Häuser eindringt. Eine Aufweitung des Röhr-Bettes in der Innenstadt kann die Gefahr
einer Überschwemmung bei einem Jahrhunderthochwasser abmildern. Darüber hinaus wird der
Wasserlauf zugänglich erschlossen.
Bäume an Straßen und auf Plätzen bringen besonders in Hitzeperioden Schatten und Kühlung.
Zudem speichern sie Wasser und geben es an heißen Tagen wieder an die Umgebung ab. Auch
sollen in Sundern Fassaden und Dächer begrünt werden, wie es jeder Bebauungsplan laut Bau-
gesetzbuch vorsieht. Dadurch sind die Gebäude nicht nur im Sommer gekühlt und im Winter iso-
liert, sondern sie stellen auch einen Lebensraum für viele Insekten und Vögel dar. So schaffen
wir einen attraktiven Erholungsort mitten in der Innenstadt.