Grüne und VCD: Umgehungsstraße Stemel bringt große Probleme
Die Planung der Umgehungsstraße bei Stemel läuft anscheinend unbemerkt
von der Öffentlichkeit weiter und bringt große Probleme für Umwelt und Anlieger.
Das zeigen Dokumente der Umweltverbände, deren Einsicht den Grünen in Sundern
nun möglich ist und die auch dem VCD vorgelegt wurden.
Sicher ist, dass das Röhrtal zerstört würde, denn die Straßentrasse soll weitgehend
auf dem jetzigen Randweg verlaufen, den Sunderner gern als Wander- und Radweg
nutzen.
Sinnvoll wäre es eigentlich, nach den Kyrill-Sturmschäden diesen beliebten Wanderweg
wieder aufzubauen.
Eine Umgebungsstraße durch das Röhrtal wäre für Natur und Landschaft eine Katastrophe. Wertvolle Biotope und ganze Lebensgemeinschaften würden auf einen Schlag vernichtet. Ein enormer Artenschwund hätte dies zur Folge. Die Röhr mit ihren wertvollen Baumbestand ist ein wichtiger Lebensraum für Wasseramsel, Eisvogel und den Fledermäusen. Sie sind bei uns besonders geschützt. Die zahlreichen Quellbereiche und Siepen würden zerstört und durchschnitten. Die Mittelgebirgsarten wie Feuersalamander und Dunkers Quellschnecke würden ihren Lebensraum verlieren. Neben Erdkröte und Grasfrosch ist an verschiedenen Stellen der Bergmolch und Fadenmolch anzutreffen. Die Zerschneidung ihrer Wanderwege zu den Leichgewässern würde zu einem starken Einbruch bei der Fortpflanzung führen. Das akute Artensterben welches wir in Deutschland beklagen, wird durch solche flächenverbrauchende Projekte verstärkt.
Klaus Korn
Ortsverband Bündnis 90/ Die Grünen
Stellungnahme des VCD:
Der VCD sieht mit der Ortsumgehung Stemel Mobilitäts-Belastungen auf die Menschen
im Röhrtal zukommen, die anscheinend politisch ignoriert werden. Es wird einfach weiter
geplant wie in den 1970er Jahren.
Zunächst werden nach Ansicht des VCD wegen der Straßenführung im engen Tal
Lärmlasten entstehen, die weite Teile von Unter-Sundern, Stemel und sogar
Hachen betreffen.
Damit verbunden ist weniger Lebensqualität, der Wert von Haus und
Grund sinkt. Die Unternehmen erhalten eine neue Lärmquelle direkt vor der Haustür
und Abgaslasten. Es ist fraglich, ob Lärmschutzwände das verhindern können.
Außerdem müssten für die Firmen neue Straßenanschlüsse zur neuen Straße
gebaut werden, die Lärmwände durchbrechen. Sehr schlimm ist aus Sicht des VCD
die Auswirkung auf die Sorpesee-Region. Die Landschaft im Röhrtal wäre mit der neuen
Straße und Schutzwänden verschandelt, es gibt mehr Lärm bis hinauf zum Sorpesee,
der Tourismus sowie neue Gastronomie-Konzepte würden beschädigt.
Wegen Straßenlärm müsste man wahrscheinlich auf der neuen Umgehung
die 50 km/h Grenze einführen, die Zeitersparnis im Vergleich zur jetzigen Straße
geht gegen null.
Die nötige Verampelung (Einmündung Umgehungsstraße/jetzige Straße) stoppt
außerdem den Verkehrsfluss und die Fahrten dauern sogar länger als jetzt (!!!)
Sehr fraglich ist es aus Sicht des VCD, ob es überhaupt zu einer spürbaren
Entlastung der jetzigen Straße L 519 in Richtung Hachen
oder umgekehrt kommen kann. Denn ein Teil des Straßenverkehrs wird diese
alte Straße weiter befahren und darauf ausweichen, um z.B. starken Lkw-
Verkehr zu umfahren. Dann trifft man sich in Unter-Sundern an der Ampel
wieder. Darum ist zu befürchten, dass die Lärmlasten für die Anwohner sogar
zunehmen werden, denn dann ist Straßenverkehr vor und hinter den Häusern.
Vernünftig und relativ schnell machbar ist es aus Sicht des VCD, unsere Straßen
zu verbessern (z.B. mit Flüsterasphalt, Ausbau mit Radwegen), sicherer zu gestalten
(z.B. mit sicheren Übergängen und Warnschildern) sowie endlich die Röhrtalbahn
für Personenverkehr zu reaktivieren.
Gerd Blome